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Manhattans Straßen füllen sich mit Hochprozentigem

In den USA boykottieren viele Homo-Bars inzwischen russischen Wodka – in New York City haben dutzende Aktivisten bei einer Protestaktion öffentlich die Spirituose in den Ausguss geleert.

Russischer Wodka ist bei vielen partyerprobten Szene-Gängern inzwischen tabu, seitdem Russland Homo-"Propaganda" verboten hat: Dem Boykott-Aufruf des prominenten schwulen Aktivisten Dan Savage folgten binnen einer Woche Homo-Bars in Chicago, San Francisco, Seattle und anderen amerikanischen Städten. In New York City fanden sich am Mittwoch sogar hunderte Aktivisten ein, um ihre Wodka-Reserven wegzukippen. Die Geschichte fand großen Anklang in den US-Medien. Hier sind Videos:

In seinem Blog begründet Savage den Boykottaufruf so:

Die meisten von uns planen nicht, zu den Olympischen Spielen nach Sotschi zu gehen, also können wir diese nicht boykottieren. […] Es gibt aber etwas, das wir hier und jetzt tun können, um unsere Solidarität mit russischen Schwulen und Lesben und deren Verbündeten zu zeigen und internationale Aufmerksamkeit auf die Verfolgung von schwulen Männern, Lesben, Bisexuellen, Transpersonen und heterosexuellen Verbündeten in Putins immer Russland zu lenken, das immer mehr in den Faschismus abgleitet: Boykottiert russischen Wodka.

Savage gilt in den USA als Institution. Er hat unter anderem die "It gets better"-Kampagne ins Leben gerufen. Manche Aktivisten warnen jedoch, dass der Boykott die Falschen trifft. So erklärte Regina Elsner von der russisch-deutschen Gruppen Quarteera:

Den Menschen vor Ort bringen diese Boykotte aber nichts, und die russische Politik treffen sie wirtschaftlich nicht. Im schlimmsten Fall lenken sie noch mehr Aggressionen auf die ohnehin diskriminierten Menschen, nach dem Motto: Ihr seid schuld, dass unsere Wirtschaft beeinträchtigt wird oder unsere internationalen Kontakte leiden.

Auch manche russische Wodka-Hersteller fühlen sich ungerecht behandelt. So unterstützt Stolichnaya ("Stoli") die schwul-lesbische Szene insbesondere in den USA seit Jahren. Auf ihrer Facebook-Seite hat die Firma, die offiziell in Luxemburg angesiedelt ist, auch die russische Homo-Politik scharf kritisiert (queer.de berichtete).

In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Aktivisten Michelangelo Signorile hat Stoli-Chef Val Mendelew sein Krisenmanagement beschrieben:

Ich habe Interviews gegeben, manche von ihnen in Russland, und unsere Position unterstrichen. Wir sind erschüttert über die fehlende Toleranz in Russland und darüber, dass das Gesetz Rechte einschränkt. Zur gleichen Zeit analysieren wir, was wir im Land dagegen tun können. Wahrscheinlich werden wir eine internationale oder lokale Hilfsorganisation auswählen, die das besser weiß als wir, was in Russland zu tun ist. Diese werden wir finanziell unterstützen.

Es wäre wohl unfair, diesen Verbündeten wegen seiner Herkunft in Sippenhaft zu nehmen – speziell wenn man Wodka einfach durch jamaikanischen Rum ersetzt… (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 FelixAnonym
  • 01.08.2013, 17:15h
  • Bravo!

    Die tun wenigstens was!

    Und wir wissen ja nicht erst seit der Filmbiographie "Milk", dass man mit solchen Boykotten von Produkten wirklich etwas bewirken kann.

    Auch hier sollten Wodka und andere russische Produkte boykottiert werden!

    Wir haben so viel wirtschaftliche Macht, wir müssen sie nur endlich mal nutzen!!

    Und selbst wenn das nichts ändert, ist es zumindest ein Zeichen und wir haben zumindest nicht weggesehen.
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#3 Simon HAnonym
  • 01.08.2013, 17:31h
  • Die New Yorker handeln wenigstens, statt nur zu labern.

    Hierzulande gibt es ja immer noch irgendwelche naiven Leute, die denken, wenn man Verständnis für Hass zeigt, würde der automatisch verschwinden...

    Solche Appeasement-Strategien haben noch nie was gebracht. Nur Boykotte und Sanktionen bringen wirklich etwas!
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#4 RobinAnonym
  • 01.08.2013, 17:49h
  • Antwort auf #3 von Simon H
  • Ja, bei manchen Leuten hat man echt das Gefühl, sie denken, alle seien so naiv wie sie und man bräuchte sich nur an den Händen zu fassen und zu singen und schon würden alle sich liebhaben und alles ist gut.

    Das ist leider meistens nicht so.

    Und diese Naivität, man solle auf Boykotte u.ä. verzichten, ist brandgefährlich und bestätigt Russland nur noch.
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#5 GerhardAnonym
#6 m123Anonym
  • 01.08.2013, 18:57h
  • Man muss sich überlegen wie man diejenigen in Russland treffen kann, die homophob sind, vor allem wie man die russische Regierung treffen kann.

    Bin etwas skeptisch was den Wodka angeht, aber zumindest die Grundidee irgendwas zu tun was den Homophoben schadet, das ist eine gute Idee.

    Ich persönlich wäre ja dafür, wenn die Athleten bei den Olympischen Spielen in Sotchi 2014 in Regenbogenfarben auflaufen, und zwar alle.

    Oder jeder Athlet such sich eine bestimmte Regenbogenfarbe aus und dann laufen die bei der Eröffnungsfeier in Regenbogenformation ein. Einer im roten Outfit ganz links, der nächste im organefarbenen Outfit, dann der nächste im gleben Outfit, usw..

    Es wird wohl kaum ein einzelner Athlet dafür bestraft werden können z. B. ein rotes Outfit zu haben. weil das allein ist ja kein regenbogen. Wenn dann müssten also alle Athleten bestraft werden. Und dann würde Russland vor den Augen der Weltöffentlichkeit sein Gesicht verlieren, wenn Russland alle Teilnehmer der olympischen Spiele wegsperren bzw. anderweitig bestrafen würde.
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#7 seb1983
  • 01.08.2013, 22:15h
  • Die Idee ist ein Erfolg. Nicht wegen des wirtschaftlichen Schadens, der ist für Russland nicht spürbar, sondern wegen der Öffentlichkeit die sie geschaffen hat.
    Das wird zwar auch nichts ändern, aber es war ein kleiner Nadelstich.
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#8 hier auchAnonym
  • 01.08.2013, 22:42h
  • sechsfarbige armbänder (camouflage: PACE, enger buchstabenabstand, farben quer, nicht zu schmal) und massiv soziale netzwerke:

    geld & zeit (besucher) trifft hip & chic (z.b. aktionsform armbänder)

    und bis dahin lauthals skandalisieren, was das zeug hält: BOYKOTT! BOYKOTT! BOYKOTT!

    (falls es rechte auf PACE gibt, gibt es auch politische möglichkeiten, alles andere wäre gelogen.)
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#9 oberarmAnonym
#10 biaginipasso
  • 01.08.2013, 23:35h

  • Leider trifft es bei solchen Boykotts immer die falschen, nämlich die kleinen Leute...
    Mal abgesehen davon, dass der hiesige Vodka hauptsächlich in Deutschland oder Skandinavien produziert wird...
    Aber es ist ja bald Winter, da können wir doch alle mal unsere Heizungen abdrehen und somit weniger russiches Gas verfeuern und weniger Auto fahren und kein russisches Öl verbrennen. Das wird dann auch Putin treffen, der ja seine Milliarden aus diesen Gas- und Ölfirmen herbekam und zum Teil diese auch besitzt.
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