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  • 02.08.2013               Teilen:   |

Le rebirth of cool: Lescop

Lescop

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Mathieu Lescop gibt dem französischen Pop zurück, was lange vermisst wurde

Der französische Pop-Newcomer Mathieu Lescop hat sein lamng erwartetes Debütalbum veröffentlicht.

Wie einer der schweigsamen, eigenbrötlerischen Antihelden des französischen Film Noir, wie Lino Ventura, Alain Delon oder Jean-Louis Trintignant kommt Mathieu Lescop daher. Dass es von hier aus nur ein paar Takte sind zum legendären Manchester Label Factory Records, zu Ian Curtis' Joy Division, zu New Order und dem Artwork von Peter Saville versteht man sofort, wenn man die Musik von Lescop hört. Denn der treibende, geheimnisvolle, verführerische Sound seines Debüts bringt all das auf magische Weise zusammen.

Der Assoziationsbogen lässt sich noch weiter spannen: Marlene Dietrich, Jesse Owens, Yukio Mishima und Jean Pierre Melville werden von Mathieu Lescop als Einfluss genannt. Alles Charaktere einer weltweiten Schule des Cool – und wenn sich neben dem frankophonen Gesang überhaupt französische Wurzeln ausmachen lassen, dann geht seine Musik eher auf den Wave der 80iger von Etienne Daho, Taxi Girl oder Indochine zurück. Mit dem althergebrachten Chanson und seinen neuen Spielarten hat Lescop wenig am Hut.

Trotzdem – oder gerade deswegen – hat er in der französischen Musik- und Fashionszene sofort für Furore gesorgt. Einer seiner ersten Fans war Star-Designer Hedi Slimane, der auch das Porträt für das Albumcover fotografiert hat. Schnell wurde Lescops Musik zum Soundtrack Pariser Modeschauen. Das Kulturmagazin "Les Inrockuptibles" hievte ihn, und das passiert einem Newcomer nicht oft, aufs Titelblatt. Wenn nicht alles täuscht, steht Lescops Album für den Aufbruch in eine neue Epoche.

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Die Neuausrichtung des französischen Pops

Harte Kontraste, elegante Schwarz-Weiß-Anmutung, synthetische Beats und staubtrockene Gitarrenriffs, ein präziser, unterkühlter Gesang: "Lescop"
Harte Kontraste, elegante Schwarz-Weiß-Anmutung, synthetische Beats und staubtrockene Gitarrenriffs, ein präziser, unterkühlter Gesang: "Lescop"

Mathieu Lescop verfolgt diese Linie schon länger, zuerst als Sänger der Indie-Band Asyl, jetzt zusammen mit dem in London lebenden französischen Pop-Duo John & Jehn, unter deren Ägide Musik, Produktion und Video-Direktion des Albums entstand. Die britische Hauptstadt hat sich dabei als die richtige Umgebung für eine Neuausrichtung des französischen Pops erwiesen. Genau so wird Lescop nämlich in seiner Heimat wahrgenommen.

Dafür gesorgt hat auch sein französisch-englisches Label mit dem passenden Namen Pop Noire. Via DJ-Bemusterung wurde der Album-Opener "La forêt" in der Clubszene lanciert. Eine gute Wahl, das zeigen auch die Reaktionen auf das Stück, nachdem es auf der Compilation "Le Pop 7" erschien. Der trockene Beat, die Keyboard-Flächen, dazu Samples von Partygeräuschen und der präzise Gesang Lescops üben einen magischen Sog aus.

Auch im weiteren Verlauf erweist sich das Album als wahre Schatztruhe für potentielle Single-Hits: "La Nuit Américaine" mit hypnotischem Gitarren-Loop und einem Refrain, der unterkühlt und euphorisch zugleich klingt. "Ljubljana" mit seiner minimalistischen Hookline, die sehnsüchtigen Harmonien von "Los Angeles", das ultrasinnliche Duett mit Dorothée de Koon "Le mal mon ange", das ähnlich knistert, wie Serge und Charlotte Gainsbourgs "Lemon Incest". Das hymnische "Tokyo, La Nuit", das rhythmisch-verspielte "Un Rêve" und "Paris s'endort" (die Antwort auf Jacques Dutroncs "Il est cinq heures, Paris s'eveille") haben nicht weniger Hitpotential.

Youtube | Offizielles Video zu "Tokyo"

Die Intimität und Anonymität der Metropole

Es ist kein Zufall, dass zahlreiche Stücke den Namen von Großstädten im Titel tragen: Lescop macht einen internationalen, urbanen Sound der bei einsamen Autofahrten durch neonbeschienene Straßenfluchten genauso funktioniert wie im überfüllten Club. Immer dort also, wo die Intimität und Anonymität der Metropole plötzlich ganz nah beieinander liegen.

Anknüpfungspunkte in der Musikgeschichte finden sich zahlreich. Die Stimmung erinnert an Cold Wave, die Produktion an das zweite Cure Album "17 Seconds" und Alan Vegas frühe Solo-Werke. Die Faszination liegt in der Präzision und Transparenz des Klangs im Zusammenspiel mit dem präsent-distanzierten Gesang Mathieu Lescops.

Vor allem aber gibt Lescop dem französischen Pop etwas zurück, das lange vermisst wurde: eine ordentliche Dosis Coolness. (pm)

  Lescop live
26.09.2013: Berlin – French Waves Festival Bi Nuu
27.09.2013: Hamburg – Reeperbahn Festival
28.09.2013: Münster – Münsterland Festival Gleis 22
Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Lescop-Fanpage auf Facebook
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Tags: lescop, mathieu lescop
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