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  • 02.08.2013           88      Teilen:   |

Russland: Soldaten jagen Schwule

Artikelbild
Das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" mit seinen Auswirkungen: Soldaten halten einem LGBT-Aktivisten den Mund zu

Gleich in zwei Städten attackierten Mitglieder der Luftlandetruppen Homo-Aktivisten. Derweil geht der Krach um Olympia weiter.

Kein Tag ohne neue Horrormeldungen aus Russland: In St. Petersburg wurde am Freitag ein Aktivist bei einem Einzelprotest von Soldaten attackiert, die den Feiertag der Luftlandetruppen feierten. Und in Lipezk machten Armeeangehörige Jagd auf LGBT-Aktivisten bei einem Gerichtstermin.

Vor der Eremitage in St. Petersburg wurde am Morgen der junge LGBT-Aktivist Kirill Kalugin von herbeigeeilten Soldaten angegriffen, als er auf dem zentralen Platz mit einer Regenbogenflagge gegen Homophobie demonstrierte.

Sein angemeldeter Protest dauerte nur wenige Sekunden, dann war der junge Mann von Soldaten umzingelt, die ihn demütigten. Überraschend griff die Polizei ein und schützte den Aktivisten. Sie nahm zwei der Attackierer fest.

Youtube | Bizarre Bilder aus St. Petersburg
Fortsetzung nach Anzeige


Gewalt in Lipezk

Auch in Lipezk kam die Polizei überraschend Schwulen und Lesben zur Hilfe. Dort hatten ein schwules und ein lesbisches Paar, beide aus der Stadt stammend, einen Gerichtstermin, nachdem ihnen vor wenigen Wochen von der Stadtverwaltung St. Petersburg die Eintragung einer Ehe verwehrt worden war (queer.de berichtete).

Vor dem Eingang zum Gerichtsgebäude warteten mehrere junge Angehörige der Luftlandetruppen (erkennbar an den blauen Mützen), die den Paaren auflauerten. Die Soldaten stoppten ein Taxi, in das einer der Aktivisten eingestiegen war, und schlugen und traten auf den Mann ein. Später lauerten sie dem Paar auch vor dessen Wohnung auf, bis die Polizei eintraf.

Youtube | Jagdszenen aus Lipezk

Erstmals Gewalttäter verurteilt

Das Gericht entschied übrigens, dass die Stadtverwaltung den Paaren die Papiere zur Eintragung einer Ehe hätte überreichen müssen. Eine Ablehnung sei erst mit den ausgefüllten Formularen möglich.

Zugleich gab es am Freitag eine weitere Nachricht aus Justizkreisen: In Woronesch wurde ein 18-jähriger Nationalist zu zwei Monaten Arbeitslager verurteilt, nachdem er im Januar – zusammen mit einem ganzen Mob – auf Teilnehmer einer LGBT-Demo eingeschlagen hatte (queer.de berichtete). Obwohl es bei solchen Protesten immer wieder zu Gewalt kam, ist es die erste Verurteilung eines Attackierers überhaupt. Das Opfer will in Berufung gehen, es fordert eine einjährige Strafe.

Duma bestätigt: Keine Ausnahme für Athleten

Derweil geht der Streit um die olympischen Winterspiele in Sotschi weiter. Nachdem Sportminister Witali Mutko am Donnerstag einer IOC-Darstellung widersprochen und erklärt hatte, dass das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" auch für Athleten und Besucher gelte, widersprach ihm am Freitag die Duma, um sich danach selbst erneut zu widersprechen.

"Dieses Thema wird während der Spiele nicht angeschnitten", hatte zunächst Igor Ananskich, der Chef des Staatsduma-Ausschusses für Körperkultur, Sport und Angelegenheiten der Jugend gegenüber Pressevertretern gesagt. "Die Spiele sind das größte internationale Ereignis und unsere Aufgabe besteht darin, maximal korrekt und tolerant zu sein."

Am Nachmittag ruderte Ananskich öffentlich zurück: "Teilnehmer der Olympischen Spiele können Personen mit einer unterschiedlichen sexuellen Orientierung sein. Aber nach dem Gesetz dürfen sie keine Kampagnen betreiben." Ansonsten drohe eine Bestrafung.

Das Internationale Olympische Komitee ließ am Donnerstag erneut verlauten, man habe eine Zusicherung des russischen Vize-Ministerpräsidenten Dmitri Kosak erhalten, wonach für Athleten und Zuschauer für die Zeit der Spiele eine Ausnahme vom Gesetz gelte. Damit gebe man sich derzeit zufrieden.

LGBT-Aktivisten hatten kritisiert, dass die Ausnahme nicht für Russland an sich gelten soll – ein für den Tag der Eröffnung der Spiele geplanter CSD in Sotschi könnte so in den üblichen Verhaftungen enden.

Der Deutsche Olympische Sportbund sieht sich derweil nicht in der Pflicht zu einer Reaktion. "Wir haben die Berichte gelesen. Das IOC hatte jüngst jedoch andere Informationen erhalten", so DOSB-Pressesprecher Christian Klaue am Freitag. "Solange der Sachstand nicht geklärt ist, können wir das nicht kommentieren."

Bei Olympischen Spielen seien aber "grundsätzlich" Zuschauer und Athleten "aller Orientierung" willkommen. "Wir sind sicher, dass dies auch in Sotschi der Fall sein wird", so Klaue.

Die Geduld der Verbände könnte bereits in der nächsten Woche auf die Probe gestellt werden, wenn in Moskau vom 10. bis 18. August die Leichtathletik-WM abgehalten wird. "Wir werden unsere Athleten gegebenenfalls auf das Gesetz hinweisen. Aber in der Vergangenheit hat es bei uns keine mir bekannten Aktivitäten gegeben, die mit diesem Gesetz in Konflikt gekommen wären", sagte allerdings Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). (nb)

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Tags: russland, gewalt, homo-propaganda, olympia, sotschi, st. petersburg
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Reaktionen zu "Russland: Soldaten jagen Schwule"


 88 User-Kommentare
« zurück  12345...89  vor »

Die ersten:   
#1
02.08.2013
18:12:45


(-1, 9 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Irgendwann gibt es einen großen Knall und deshalb um Rußland einen großen Bogen machen!


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#2
02.08.2013
18:20:05


(+11, 11 Votes)

Von Berlin
Aus Berlin
Mitglied seit 25.07.2013


bei uns wollen einige lokalpolitiker jegliche information ueber homosexuelle beziehungen im fernsehen bis 22 uhr auch verbieten
und veranstalten ein volksreferendum , das vielleicht mit den europawahlen stattfinden wird.

zentrale wahlenkommission wird ueber diese initiative am montag entscheiden.


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#3
02.08.2013
18:48:44


(+6, 8 Votes)

Von -hw-


Beim Tag der Luftlandetruppen handelt es sich übrigens auch schon seit Jahren um den traditionellen "Kampftag" zwischen den Polizeikräften OMON und den Airbornes

Ein älteres Übungsvideo der Polizei.
Formationstanz ab Pos. 5:00

Youtube-Video:


Link:
tinyurl.com/oveklus


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#4
02.08.2013
19:14:47


(+4, 8 Votes)

Von MeineFresse


Wenigstens haben diesmal die Typen von den Bullen auch mal was drauf gekriegt.

Ich verstehe kein russisch aber ich vermute, der Typ am Ende sagte sinngemäß sowas wie: "Naja was soll ich sagen, ich kann sowas nicht zulassen, dass solche Pädos (das Wort habe ich verstanden) frei herumlaufen. Ich bin nunmal Russe (auch verstanden)."

Die sehen sich auf einem Kreuzzug gegen Pädophile oder sie schieben das vor und gegen Verwässerung der Nationalen Identität. Solange sie das glauben und daran festhalten, werden sie weitermachen.

Würden die meisten Menschen hierzulande wahrscheinlich auch wenn es tatsächlich gegen Pädos ginge und die Regierung tut alles um diese Verknüpfung aufrecht zu halten.


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#5
02.08.2013
19:29:03


(+7, 9 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Auch wenn die Polizei gegen den Pöbel einen kleinen Rest an Rechtsstaatlichkeit sichert, entwickelt sich Russland zunehmend in einen Verbrecherstaat und andere ehemalige Ostblock-Staaten haben auch eine deutliche Tendenz dazu.
Das Thema muss dringend auf die 'To-Do-List' der westlichen Staaten und diesem Abschaum muss konzertiert die Kante gezeigt werden. Das geht nur vereint mit den liberalen Ländern der EU und in Zusammenarbeit mit der UN.
Ich erwarte, dass jemand die Initiative ergreift. Das wird aber leider wohl nicht Guido Westerwelle sein, leider!


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#6
02.08.2013
21:18:21


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User timpa354
Antwort zu Kommentar #2 von Berlin


Also wirklich, ich hab überhaupt keine Lust mehr auf die Ostblock Länder nur noch Abwehrgefühle.


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#7
02.08.2013
21:33:24


(+9, 9 Votes)

Von Enyyo


Kirill ist ein Held, hoffentlich passiert ihm nichts. Immerhin haben die Polizisten die Soldaten wohl vom Schlimmsten abgehalten.

Mir kamen die "Luftlandetruppler" vor wie aus "Querelle" entsprungene Matrosen mit ihren Ringelhemdchen: Schwuppen, wie sie im Buch stehen - und das meine ich hier mit der ganzen Negativität, mit dem der Begriff durch solche "Heteros" leider belegt ist!

Ach ja, weiß jemand, was das "OMOH" auf den Uniformen bedeutet?


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#8
02.08.2013
21:33:26


(+6, 10 Votes)

Von Marek


Tja, der "lupenreine Demokrat" Putin hat offiziell die Jagd auf Schwule und Lesben freigegeben um von seinem eigenen Versagen abzulenken. Dann muss natürlich auch die Armee mitmachen...

Jeder Proll ist froh, dass er mal ungestraft seine Aggressionen an anderen ablassen kann.

Was für eine degenerierte Gesellschaft...


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#9
02.08.2013
21:46:05


(+10, 10 Votes)

Von Tim_Chris
Aus Bremen
Mitglied seit 01.05.2008


"man habe eine Zusicherung des russischen Vize-Ministerpräsidenten Dmitri Kosak erhalten, wonach für Athleten und Zuschauer für die Zeit der Spiele eine Ausnahme vom Gesetz gelte. Damit gebe man sich derzeit zufrieden."

Erbärmlicher Verein. So wichtig Olympia auch für die Länder ist, in diesem Fall sollten die Spiele in ein anderes Land verlegt werden, in dem für Athleten und Teilnehmer, aber auch für die dort lebende Bevölkerung Freiheit für alle Lebensstile und Orientierungen herrscht.
Sollte dies unmöglich sein, so müssten die Olympioniken gerade während der Spiele ganz gezielt und exzessiv immer wieder auf die Missstände und die vom Staat verursachte Homophobie aufmerksam machen. Durch Regenbogenflaggen, Statements etc.
Die Russen müssten dann schon sämtliche sportlichen Teilnehmer verhaften.

Olympia hat schließlich einen Sinn. Nicht nur die Länder der ganzen Welt in einem fairen sportlichen Wettkampf zu einen, sondern auch Frieden und Freundschaft zu vermitteln. Miteinander. Und da gehören LGBTs einfach dazu. Als freie, anerkannte und respektierte Menschen. Und nicht als vom religiösen Mob verfolgtes Freiwild.


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#10
02.08.2013
22:05:04
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von MeineFresse


"Die sehen sich auf einem Kreuzzug gegen Pädophile oder sie schieben das vor und gegen Verwässerung der Nationalen Identität. Solange sie das glauben und daran festhalten, werden sie weitermachen"

Ist der durchschnittliche Russe heute wirklich schon so dumm? War Russland einst nicht einmal eine Bildungsnation?

Was hat die Abwehr und die Verurteilung von Pädosexualität mit Homosexualität zu tun?

Jeder und jedem sollte doch glasklar sein dass Liebe und Sex zwischen Erwachsenen etwas grundsätzlich anderes ist. Ich verstehe nicht wie eine offensichtlich überwältigende Mehrheit eines Volkes bloss so dumm sein kann!

Als Russe wäre ich ziemlich beleidigt und frustriert über den Niedergang einer ehemaligen Kulturnation. Nicht mehr lange und wir haben die dritte Welt auch im Osten und Nordosten Europas.


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