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  • 05.08.2013           8      Teilen:   |

Sonderpreis für Journalistenschüler

Rexhausen-Preis für ZDF-Doku

Artikelbild
"Des Kaisers schmutzige Wäsche", ZDF/arte 2013

Der Erste Weltkrieg wäre möglicherweise nicht ausgebrochen, wenn Wilhelm II. auf einen Kreis schwuler Berater gehört hätte, mit dem sich der deutsche Kaiser jahrzehntelang umgab. Um diese erstaunliche These geht es in der TV-Dokumentation "Des Kaisers schmutzige Wäsche" (ZDF/Arte 2013), für die Claus Bredenbrock am Samstag beim Hamburger CSD mit dem Felix-Rexhausen-Preis 2013 ausgezeichnet wurde.

Der mit 500 Euro dotierte Preis wird vom Bund Lesbischer und Schwuler Journalistinnen (BLSJ) vergeben. Das Thema der Dokumentation ist nach Ansicht des BLSJ bis heute relevant, weil die Ereignisse des frühen 20. Jahrhunderts Mitauslöser für die jahrzehntelange Homosexuellenverfolgung in Deutschland und der Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas seien.

"Ein historisches Thema, von Anfang bis Ende spannend erzählt. So müssen Geschichts­Dokumentationen sein!", lobte Arnd Riekmann namens der Jury. "Beeindruckt waren wir von der Vielzahl seltener Fotos, Film- und Ton-Dokumente, die Claus Bredenbrock in Archiven gefunden hat. Es ist ihm dabei gelungen, dieses Material mit Experteninterviews und Spielszenen dramaturgisch äußerst geschickt zu einem fesselnden und äußerst erhellenden Film zu verweben."

Der Preis wurde von der NDR-Moderatorin Anja Reschke überreicht. Nominiert waren zudem die ORF-Reporterin Nina Horowitz für "Wenn Frauen Frauen lieben" und Autor Lennart Herberhold für den Magazin-Beitrag "Homosexuelle und der Paragraf 175" (NDR-Kulturjournal).

Mit einem undotierten Sonderpreis zeichnete die Jury in diesem Jahr Stefanie Fetz (Text) und Max Muth (Fotos) für eine Reportage von den Eurogames 2012 in Budapest aus. Sie war in einem Magazin der deutschen Journalistenschule erschienen.

Der BLSJ vergibt den Preis seit 1998 jedes Jahr und würdigt damit ein besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben, Schwule und Bisexuelle. (pm)

Links zum Thema:
» Felix-Rexhausen-Preis
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Tags: rexhausen-preis, blsj, journalismus
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Reaktionen zu "Rexhausen-Preis für ZDF-Doku"


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
05.08.2013
14:29:58


(+5, 7 Votes)

Von Egon Erwin Kisch


"So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen."


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#2
05.08.2013
16:36:08


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Herzlichen Glückwunsch!


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#3
05.08.2013
16:40:52


(-2, 4 Votes)

Von Aus Bad Homburg


Eine tolle Dokumentation (wer würde noch behaupten, ZDF sei nicht genug objektiv, "rechtsgerichtet" oder gar schwulenfeindlich). Allerdings scheint mir das Hauptargument ganz am Ende (man könnte fast meinen, der ganze Film ist nur deswegen gemacht worden) "ohne Eulenburg-Prozess bzw. Tabuisierung der Homosexualität im Wilhelminischen Deutschland - kein Weltkrieg" fast genauso künstlich zu sein wie z.B. Behauptungen, das Römische Reich sei wegen der sexuellen Freiheit (auch für Schwule) zerbrochen. Der Charakter von Wilhelm II. war so unabhängig, daß Begriffe wie "Hofkamarilla" oder "Einfluß" in diesem Zusammenhang nur sehr relativ sind oder überhaupt jeglichen Sinn verlieren.


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#4
05.08.2013
17:36:45


(+4, 6 Votes)

Von schade
Antwort zu Kommentar #3 von Aus Bad Homburg


Gibt es in der Jury ein Altersproblem?
Oder sind auch schon die jüngeren Journalisten "embedded"?

Die Art der Wahrnehmung und Interpretation der Geschichte erinnert an die Nach-Adenauer-Ära. Da war der böse Hitler und ein dreckiges Dutzend das Mittel der Wahl, um von Millionen
von Hochschulabschlüssen abzulenken, die notwendig waren, um die NS-Diktatur am laufen zu halten und den Kalten Krieg ideologisch zu unterfüttern.

Und nun Käse vom (schwulen) guten Dutzend zu Zeiten von Wilhelm II ?

Ein Weltkrieg ist wirklich ein Weltkrieg.
Es geht um den globalen Einfluss auf erlangbare Ressourcen. Immer geplant von konkurrierenden Eliten, immer die Expansion der Rohstoff-, Menschen- und Kapitalmärkte fest im Auge.

"Die Herrschaft Wilhelms II. galt jedoch als äußerst brutal und Menschen verachtend. Die Einheimischen wurden ausgebeutet und versklavt. Immer öfter kam es zu Aufständen in den jeweiligen Kolonien, die sich gegen das kriminelle Verhalten der Kolonialherren richtete."

Link zu www.condor.cl

Bild-Link:
59382-1x2-galerie.jpg?51439


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#5
05.08.2013
18:38:34


(-1, 5 Votes)

Von Aus Bad Homburg
Antwort zu Kommentar #4 von schade


Wie schon gesagt, das einzige "Problem" mit diesem (sonst wirklich gelungenen) Film ist: die historischen Figuren von Kaiser Wilhelm sowie Fürst von Eulenburg sind (so mein subjektiver Eindruck) für den Autor nicht nur als solche mit all ihren Widersprüchen interessant (obligatorische Heirat, nette Familienphotos, öffentliche Verurteilung der "Schweinereien", obwohl man selbst schwul ist, und - das ist nicht nicht weniger wichtig - das alle wissen), sondern dienen ganz am Ende des Films als eine platte Illustration für die versteckte Hauptthese "Leute, zeigt bitte mehr Toleranz für die Schwule, denn dann wird die Welt viel friedlicher, keine Kriege mehr, nichts !" (wie wärs mit einem neuen Film über Friedrich den Großen ?) Nach so einer Logik könnte man genauso sagen: ohne die Schwule wäre die Welt noch friedlicher, denn dann gäbe es gar keine Homophobie. Anscheinend konnte (wollte ?) der Autor für sich selbst die Frage nicht beantworten, was er eigentlich macht: eine rein historische Dokumentation oder eine (schwul)politische, und entschied sich letzendlich für beides (so kommt neben den Historikern auch Volker Beck zum Wort). Trotz allem, ein sehr interessanter Film, der Preis ist wirklich verdient. Weiter so !


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#6
05.08.2013
19:07:01


(+4, 6 Votes)

Von winke winke
Antwort zu Kommentar #4 von schade


"Die Herrschaft Wilhelms II. galt jedoch als äußerst brutal und Menschen verachtend. Die Einheimischen wurden ausgebeutet und versklavt."

Wie konnte durch Wilhelms Umfeld so etwas passieren?

Bild-Link:
matrosenanzug.jpg


"Wann wird dieser Jammer ein Ende nehmen? Die Leute werden ganz gut versorgt, sowohl mit Kleidung als auch mit Proviant, letzteren können sie nicht alle essen. Aber das Klima ist zu ungünstig."***

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager_in_Deuts
ch-S%C3%BCdwestafrika#Zust.C3.A4nde_in_den_Lagern


Wenige Jahrzehnte später waren die klimatischen Bedingungen auf dem Ettersberg oder in Natzweiler-Struthof auch sehr ungünstig.

"schwer unter dem rauhen Klima zu leiden, das auf dem Ettersberg [KZ Buchenwald] herrschte"

"Konzentrationslager Natzweiler genannt, liegt im Elsaß, ca. 50 km südwestlich von Straßburg, auf einem Gipfel der Vogesen in 800 m Höhe in einem oft nebligen und kalten Klima".

***
Das Auswärtige Amt wirkte Hoffnungen auf Entschädigung entgegen, indem es alsbald erklärte, dass es sich bei Fischers Rede nicht um eine offizielle Entschuldigung gehandelt habe. Auch Fischer gab im Nachhinein bekannt, dass es keine entschädigungsrelevante Entschuldigung geben werde.

Link zu www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

"Trotz allem, ein sehr interessanter Film, der Preis ist wirklich verdient. Weiter so !"


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#7
05.08.2013
20:18:24


(+4, 6 Votes)

Von dem siegessäule
Antwort zu Kommentar #6 von winke winke


Bernhard von Bülow förderte die Erschließung der Kolonien und den Handel mit Kolonialerzeugnissen.

In seine Amtszeit als Staatssekretät des Äußeren fällt auch der Boxeraufstand (China) im Jahr 1900.

Er hielt persönlichen Kontakt zu Philipp zu Eulenburg, einem Freund des Kaisers, der wesentlich dazu beitrug, Bülow als Kanzlerkandidaten aufzubauen. Bülow war ein Menschenkenner und stand in dem Ruf, auch vor Schmeicheleien nicht zurückzuschrecken, wenn dies Erfolg versprach. So schrieb er einmal an Eulenburg: Er (der Kaiser) ist so bedeutend. Nach Friedrich dem Großen der bedeutendste Hohenzoller, offenbar in der Erwartung, dass dieses Lob Kaiser Wilhelm II., dem Eitelkeit nicht fremd war, mitgeteilt würde.

In Bülows Amtszeit fielen auch die Aufstände in Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika (Hereroaufstand 1904), die darauf folgende verwaltungsmäßige Neuordnung der Schutzgebiete (Selbstverwaltung, Landgesellschaften), die Diamantenentdeckung, die Einrichtung eines selbständigen Reichsamts für die Kolonialverwaltung und die damit verbundenen politischen Kämpfe, die 1907 zur Auflösung und zur Neuwahl des Reichstags führten.

Ab 1907 wurde Bernhard von Bülow innenpolitisch in die Harden-Eulenburg-Affäre hineingezogen.

1918/19 unterstützte Magnus Hirschfeld die Noske-Fraktion der SPD, die den Weltkrieg mit angezettelt hatte und 1919 die Rückgabe der deutschen Kolonien in Afrika verlangte, weil diese zum Überleben der deutschen Arbeiterklasse notwendig seien und weil die Arbeiter an der "Kulturarbeit der weißen Rasse in Afrika" beteiligt werden müßten."

Möglicherweise hätte Deutschland noch Kolonien, wenn....

"So müssen Geschichts­Dokumentationen sein!","


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#8
06.08.2013
08:44:17


(+2, 2 Votes)

Von Felix


Wir können echt froh sein, dass wir neben RTL & Co auch noch die öffentlich-rechtlichen Sender haben.

Da mag auch nicht alles immer perfekt sein, aber dennoch ist das eine ganz andere Liga als die Privatsender...


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