Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 06.08.2013           19      Teilen:   |

Propaganda aus Moskau

Russischer Auslandssender klärt auf: Alles nicht so schlimm

RT steigt mit Propaganda in die Diskussion um Homo-"Propaganda" ein.


"Letzte Umfragte zeigt, dass nur wenige Russen denken, Homosexualität sei normal", stellt RT fest. Die Ergebnisse der Umfrage waren tatsächlich schockierend, der Begriff "normal" kam dabei aber nicht vor.

Der Moskauer CSD-Organisator Nikolai Aleksejew wird sich ärgern. Gut, das tut er häufig. Trotzdem lässt ein TV-Beitrag des russischen Auslandsfernsehens RT ausgerechnet ihn, der gerne über vermeintliche Kollaborateure in den eigenen Reihen schimpft, selbst wie einen Komplizen des russischen Staates aussehen. Wäre da nicht das – mehrmalige – Gefühl, das hier bewusst ein "but", ein "aber" fehlt:



RT (früher: Russia Today) will mit dem Beitrag die "verzerrte Darstellung des Westens über das homosexuelle Leben in Russland" korrigieren. Eine Fragestellung, die die Antworten bereits vorgibt und zu einer mehr als nur verzerrten Darstellung führt.

Das "Propaganda"-Gesetz gilt nur im Beisein von Kindern
Stimmt. ABER: Das hat Verhaftungen (anstatt von Veurteilungen) aufgrund des Gesetzes bereits jetzt nicht verhindert. Wie mit anderen Gesetzen wird damit die sofortige Unterbindung von Protesten begründet. Massenmedien und Internetseiten haben auch Kinder zum Ziel, nach dem Wortlaut des Gesetzes kann bereits sachliche Aufklärung über Homosexualität "Propaganda" darstellen. Ohnehin ist der ständige Verweis auf Kinder schon Propaganda für sich. Diese sind weder vor Homosexualität zu schützen noch in ihrer sexuellen Orientierung zu beeinflussen.

Das Gesetz wird nicht überall und nicht gegen jeden eingesetzt
ABER: Es KANN für alles mögliche eingesetzt werden. Es wird eingesetzt zur Einschränkung der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit – und zur Abschreckung, dieses Recht auszuüben. Es hat Auswirkungen auf das gesellschaftliche Klima und darauf, wie – und ob – Medien und etwa Lehrer das Thema aufgreifen. Und: Es ist nicht das einzige Gesetz. Homo-Organisationen sind derzeit besonders durch das Gesetz gegen "internationale Agenten" bedroht – und enttäuscht, dass sich die Diskussion im Ausland auf das "Propaganda"-Gesetz konzentriert.

Es gibt eine große, tolle Szene
ABER: Das sagt der britische Moderator Martyn Andrews, der selbst im Dienst von RT steht und es in seiner Eurovision-Berichterstattung zum Grand Prix in Moskau vor drei Jahren nicht für angebracht hielt, auf die Zerschlagung des Moskauer CSD am gleichen Tag aufmerksam zu machen, obwohl das aufgrund der gegensätzlichen Behandlung eines sich sehr überschneidenden Personenkreises nahe lag. Und der ansonsten behauptete, das CSD-Verbot sei lediglich Sicherheitsbedenken geschuldet gewesen.
Dass die Leute in der Szene "glücklich" sind, kann ohne Zweifel als Verharmlosung angesehen werden – auch angesichts zunehmender Gewalt und Erpressungsversuchen und der Tatsache, dass Russland nicht nur aus Moskau oder St. Petersburg besteht. Und selbst da bleibt die Szene im Verborgenen und ist für Leute aus dem Westen vor allem deswegen attraktiv, weil sie günstig Alkohol und Jungs genießen können, während sich viele junge Russen dieses Leben nur bedingt leisten können.

Der staatliche Sender RT bietet neben seinem russischsprachigen Programm Sender auf Spanisch, Arabisch und Englisch – letzterer wird auch in Deutschland verbreitet. Obwohl sich RT teilweise etwas kritischer als andere Kreml-Medien gibt, dient der Sender letztlich zur positiven Darstellung der Regierung. Wie nicht nur dieser Beitrag zeigt, kommen ihm dabei willfährige Ausländer – und undurchdachte Aktionen von Aktivisten aus dem Ausland – sehr gelegen. (nb)

Mehr zum Thema:
» SZ-Partner "Russland heute" hetzt gegen Schwule (30.01.2013)
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 19 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 66             2     
Service: | pdf | mailen
Tags: rt.com, russland, homophobie, propaganda
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Russischer Auslandssender klärt auf: Alles nicht so schlimm"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
06.08.2013
16:44:13


(+8, 10 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Ich habe versucht dieses Video von RT bis zum Ende auszuhalten, es ging nicht, da alles so verharmlosend,dass man es nicht erträgt. Fakt ist, dass Hitlerdeutschland auch so harmlos begann, in dem Moment in dem ich Menschen vorschreibe worüber sie zu reden haben, hat ein Land den Pfad der Demokratie komplett verlassen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
06.08.2013
17:17:58


(+6, 8 Votes)

Von carolo


Faschistische Unterdrückung von Minderheiten, Olympiade, Propagandasender mit britischen "Journalisten", die das alles ganz toll finden - das hatten wir doch alles schon:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/William_Joyce


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
06.08.2013
17:18:18


(-2, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


RT und Putin - alles der gleiche Einheitsbrei!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
06.08.2013
17:33:55


(+10, 14 Votes)

Von -hw-


"Wie nicht nur dieser Beitrag zeigt, kommen ihm dabei willfährige Ausländer und undurchdachte Aktionen von Aktivisten aus dem Ausland sehr gelegen."

Grüne Oberbürgermeister/Russische Partnerstädte:

Bad Homburg vor der Höhe/Peterhof
Stuttgart/Samara
Tübingen/Petrosawodsk

SPD Oberbürgermeister/Russische Partnerstädte:

Gelsenkirchen/Schachty
Emden/Archangelsk
Mühlhausen(Thür.)/Kronstadt
Bielefeld/Welki Nowgorod
Delmenhorst/Borissoglebsk
Lindau(Bodensee)/Serpuchow
Kiel/Kaliningrad und Sowjetsk
Bremerhaven/Kaliningrad
Pforzheim/Irkutsk
Kassel/Jaroslawl
Hanau/Jaroslawl
Villingen-Schwenningen/Tula
Duisburg/Perm
Chemnitz/Wolgograd
Celle/Tjumen
Karlsruhe/Krasnodar
Wolfsburg/Toljatti
Essen/Nishni Nowgorod
Köln/Wolgograd
Osnabrück/Twer
Herne/Belgorod
Offenbach a.M./Oral(Orjol)
Dortmund/Rostow am Don
Cottbus/Lipezk


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
06.08.2013
18:38:18


(0, 10 Votes)

Von Miro


"Und selbst da bleibt die Szene im Verborgenen und ist für Leute aus dem Westen vor allem deswegen attraktiv, weil sie günstig Alkohol und Jungs genießen können, während sich viele junge Russen dieses Leben nur bedingt leisten können."

Sextourismus ist etwas absolut widerwärtiges.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
06.08.2013
19:05:26
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Propaganda-TV! Mehr muss man dazu nicht sagen.
Der jämmerliche Versuch der Schadensbegrenzung, ohne die mächtige Putin-Partei und die Kirche in schlechtes Licht zu rücken.
Die Bilder von geschlagenen und gedemütigten jungen Leuten sprechen da eine ganz andere Sprache!
In Diktaturen ist es ja ein übliches Mittel, in der Berichterstattung die Wahrheit zu verdrehen und eine Scheinwirklichkeit zu schaffen. Die wird immer wieder herausposaunt,
Bis nicht nur die einheimische Herde folgt, sondern auch die ausländischen Beobachter voll des Lobes sind.
(Bsp. Olympia in Hitlerdeutschland)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
06.08.2013
20:11:00


(+4, 4 Votes)

Von mx5972
Aus Kerpen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 17.02.2013


Da bin ich ja froh das nicht alles so ist wie berichtet wird!! Das Schwule und Lesben nicht verprügelt oder sogar eingesperrt werden........ Für wie blöd halten die uns????

Ich habe es in einem anderen Blog auch schon geschrieben (Sorry das ich mich wiederhole)

Genau so hat es damals auch angefangen...... Wir also unsere Regierung muss endlich ihren dicken,fetten, faulen Arsch mal bewegen und etwas unternehmen!!! (Ich weiß...die kannste alle in die Tonne kloppen!!!)

Aber so kann und darf es auf keinen Fall weitergehen!!!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
06.08.2013
20:53:53


(+4, 6 Votes)

Von carolo
Antwort zu Kommentar #4 von -hw-


Sieh an - hier also auch. Ich habe gleich mal eine Mail an 'meinen' OB geschickt. Mal sehen, was zurückkommt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
06.08.2013
21:02:31


(+1, 5 Votes)

Von carolo
Antwort zu Kommentar #5 von Miro


Man beachte die Votes zu diesem Beitrag (um 21.00 Uhr 5 Votes, Summe knappe +1). Wie erbärmlich.

Tolle Solidarität, solange fast die Hälfte immer noch mit dem Dödel denkt und lieber billig fickt und säuft. :-(


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
06.08.2013
21:08:44


(+1, 7 Votes)

Von Roman Bolliger


Nach reiflicher Überlegung und der Lektüre eines intelligenten Artikels von Cyd Zeigler in der US-amerikanischen Gay-Sportwebsite ( siehe
Link zu www.outsports.com
) stimme ich Cyd Zeigler zu:

Ein Boykott der Olympischen Spiele und ein Boykott russischen Wodkas trifft eher die Falschen und hat wenig Einfluss auf Putin und Umfeld.

Der beste Weg wäre, wenn das IOC Russland von der Teilnahme an den eigenen Olympischen Spielen ausschliessen würde. Handfeste Gründe gäbe es genug, denn das russische Anti-Gay-Gesetz verstösst gegen wichtige Passagen im IOC-Reglement. Aus ähnlichen Gründen wurden in der Vergangenheit schon Deutschland, Südafrika, Rhodesien, Afghanistan, Indien von der Teilnahme an Olympischen Spielen ausgeschlossen. Es ist also möglich!

Das wäre ein starkes Signal an Putin und sein Russland, das wäre eine gerechte Watsche, welche nicht ignoriert werden könnte.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 Queer.de-Blog

Top-Links (Werbung)

 MEINUNG



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant Tag der Menschenrechte: EKD wirbt für LGBTI-Gleichbehandlung Die Poesie der ersten schwulen Liebe
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt