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  • 10.08.2013           38      Teilen:   |

Leichtathletik-WM in Moskau

Balian Buschbaum ruft Sportler zum Protest auf

Artikelbild
Nicht nur unter Fußballern, auch unter Leichtathleten scheint Homosexualität noch immer ein Tabu zu sein (Bild: André Zehetbauer / flickr / cc by-sa 2.0)

Der Ex-Stabhochspringer fordert die Teilnehmer der Leichtathletik-WM in Moskau auf, ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen. Doch kein Einziger im deutschen Team ist offen lesbisch oder schwul.

Zum Beginn der Leichtathletik-WM in Moskau hat sich der transsexuelle Ex-Stabhochspringer Balian Buschbaum trotz der homophoben Gesetzgebung gegen einen Boykott von internationalen Sportveranstaltungen in Russland ausgesprochen. Der 33-Jährige rief die Sportler allerdings auf, vor Ort ein Zeichen zu setzen.

"Die Athleten sind in einer schwierigen Lage", sagte Buschbaum in einem Interview mit stern.de. "Sie sind dort, um ihren Sport auszuüben und ihre Leistung zu bringen. Nicht um Politik zu machen. Eigentlich sollte Sport nichts mit Politik zu tun haben, hat er aber doch. Es bringt allerdings nichts zu sagen, ich nehme da nicht teil. Damit ist niemandem geholfen, denn dann müssen sich die Hinterwäldler vor Ort nie verändern."

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Sportler sollen Menschenrechtsverletzungen anprangern

Balian Buschbaum war unter dem Namen Yvonne Buschbaum als erfolgreiche deutsche Leichtathletin im Stabhochsprung aktiv und beendete 2007 die Sportlerlaufbahn
Balian Buschbaum war unter dem Namen Yvonne Buschbaum als erfolgreiche deutsche Leichtathletin im Stabhochsprung aktiv und beendete 2007 die Sportlerlaufbahn

Auf die Frage, was Sportler konkret tun könnten, meinte der ehemalige Stabhochspringer: "Vor den Wettkämpfen sind die Athleten auf ihren Sport konzentriert, haben den Kopf nicht frei. Aber danach hat jeder die Chance, sich in Interviews frei zu äußern und die Menschenrechtsverletzungen in Russland anzusprechen und anzuprangern". Jeder Athlet sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein, sagte Buschbaum. "Es ist aber wichtig, dass jeder Sportler etwas Positives aus seiner Art des Protestes zieht."

Im Interview mit stern.de erklärte Buschbaum auch, dass er persönlich mehrere schwule und lesbische Sportler kenne, die an der Leichtathletik-WM teilnehmen. Offiziell ist jedoch von keinem aktiven Profi-Leichtathleten aus Deutschland bekannt, dass er oder sie homosexuell wäre. Lediglich von der ehemaligen Siebenkämpferin Sabine Braun ist bekannt, dass sie in einer Beziehung mit ihrer ehemaligen Trainerin lebt.

DLV kritisiert russische Gesetzgebung

Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV), meinte hingegen im Gespräch mit Zeit Online, dass ihm kein Fall bekannt sei, in dem ein Athlet seine Homosexualität aus Angst verborgen habe. "Entweder haben wir momentan niemanden, der eine solche Ausrichtung hat, oder er will es aus irgendwelchen Gründen nicht öffentlich machen", erklärte er. Handlungsbedarf sieht Prokop nicht: Seine Sportler seien mündig und hätten nie der Hilfe des Verbandes bedurft.

An den russischen Gastgebern der WM übte der DLV-Präsident scharfe Kritik: "Das Anti-Homosexuellen-Gesetz widerspricht der Intention der Wettbewerbe. Ich würde mir wünschen, dass es außer Kraft gesetzt wird." Bei den Athleten, so seine Einschätzung, sei Russlands homophobe Politik jedoch kein Thema. Sie seien vor den Wettkämpfen in erster Linie mit der Vorbereitung beschäftigt.

Die Leichtathletik WM hat am Samstag im Moskauer Olympiastadion Luschniki begonnen. Sie endet am 18. August. (cw)

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Tags: leichtathletik wm, balian buschbaum
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Reaktionen zu "Balian Buschbaum ruft Sportler zum Protest auf"


 38 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
10.08.2013
18:03:59


(-13, 17 Votes)

Von anome


Dieser Buschbaum kann viel reden - er ist ja nicht mehr da! Er muss kein Risiko mehr eingehen.
Die Sportler vor Ort sollen aber seiner Meinung nach das Risiko einer Geldstrafe oder sogar eine Haft in Kauf nehmen.
Versteht mich nicht falsch, ich bin absolut gegen das, was zurzeit in Russland passiert! Aber warum müssen die Sportler da mit reingezogen werden, die nichts anderes wollen, außer ihrem Lebenstraum nachgehen.

Wie wärs wenn wir die Politik einfach mal Politik sein lassen und den Sport Sport?


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#2
10.08.2013
18:16:07


(+9, 11 Votes)

Von StolzUntermensch


"erklärte Buschbaum auch, dass er persönlich mehrere schwule und lesbische Sportler kenne, die an der Leichtathletik-WM teilnehmen. Offiziell ist jedoch von keinem aktiven Profi-Leichtathleten aus Deutschland bekannt, dass er oder sie homosexuell wäre."

Das ungeschriebene Anti-Homo-Gesetz.


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#3
10.08.2013
18:20:06
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von anome


"Wie wärs wenn wir die Politik einfach mal Politik sein lassen und den Sport Sport?"

Weil das noch nie so wahr!

Das IOC hätte eine Chance dazu, wenn es einfach keine Spiele mehr in homophoben und Menschenrecht verletzenden Ländern abhalten würde. Seit Berlin 1936 haben die nichts hinzu gelernt und lassen sich durch Geld korrumpieren.

Ausserdem wird auch heute noch gedopt was das Zeug hält. Was in beiden deutschen Staaten diesbezüglich ablief zeigt deutlich, Sport, Politik und Wirtschaft sind sehr eng miteinander verknüpft und nichts anderen als ein mieses gesundheitsschädliches, korruptes Drecksgeschäft!

Traurig aber wahr: Der Westen ist und war nicht besser als der Osten! Und abgehört werden wir alle wie unter der Stasi...


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#4
10.08.2013
18:20:49


(+9, 13 Votes)

Von JEDE R


DER DIE an einer solchen Großveranstaltung in Russland teilnimmt und keinen sichtbaren Protest gegen faschistische Gesetze übt, sondern nur an die eigene Karriere denkt, macht sich mitschuldig an den Verbrechen, die derzeit in Russland passieren.

Sie machen sich zu Gehilfen des Faschismus.


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#5
10.08.2013
18:20:58


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User paren57


"Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV), meinte hingegen im Gespräch [2] mit Zeit Online, dass ihm kein Fall bekannt sei, in dem ein Athlet seine Homosexualität aus Angst verborgen habe. "Entweder haben wir momentan niemanden, der eine solche Ausrichtung hat, oder er will es aus irgendwelchen Gründen nicht öffentlich machen", erklärte er. Handlungsbedarf sieht Prokop nicht: Seine Sportler seien mündig und hätten nie der Hilfe des Verbandes bedurft."

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Es wird sich ja kein Sportler Herrn Prokop offenbaren, wenn er Angst vor einem Outing hat. Es wird ja auch Gründe geben, weshalb diejenigen, die sich dann doch noch outen, es erst nach Karriereende tun. Wahrscheinlich sind diese Sportler tatsächlich mündig und wissen, dass sie von ihrem Verband und Verbandsoberen wie Herrn Prokop keine Hilfe zu erwarten haben. Ein tolerantes Klima sieht anders aus. Diversity Management im Übrigen auch. Da geht die Leitung von sich aus auf die Zielgruppe zu. Im deutschen Sport, wie man sieht, Fehlanzeige.


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#6
10.08.2013
18:26:08


(+12, 12 Votes)

Von Felix


" Doch kein Einziger im deutschen Team ist offen lesbisch oder schwul."

Auch Heteros dürfen sich gegen Menschenrechtsverletzungen engagieren.

Wenn Nazis gegen Schwarze hetzen solidarisieren sich ja auch Weiße...

Und für die versteckten Schwulen und Lesben wäre das der ideale Zeitpunkt, dieses unwürdige, selbstverleugnende Versteckspiel endlich zu beenden.


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#7
10.08.2013
18:32:43


(+10, 12 Votes)

Von widerlich


dass die geschäftetreiber der teilnehmenden nationalen verbände keinen finger rühren, um den notwendigen sichtbaren protest der teilnehmerInnen zu organisieren.

und die verlogenen versteckschwulen unter den leichtathleten interessieren sich, wie man sieht, ohnehin nur für ihren "marktwert". nicht zuletzt weil die medien das perverse spiel der sexuellen apartheid auch noch befeuern und weiterhin keine namen nennen.

Link zu www.zeit.de


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#8
10.08.2013
19:12:10


(+10, 10 Votes)

Von Finn
Antwort zu Kommentar #7 von widerlich


Tja, auch im Sport geht es doch längst nicht mehr um irgendwelche sportlichen Ideale.

Da zählt nur noch Kohle.

Sieht man ja auch an Doping, etc.

Mit Sport hat das alles nichts mehr zu tun!


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#9
10.08.2013
19:14:17


(+3, 7 Votes)

Von XDAS


Ich schlage vor, die beiden kommen so lange in Beugehaft, bis sie auch alle anderen Köpfe hinter kreuz.net verraten haben...

Übrigens:
in Knast könnten die dann auch zahlreiche praktische Studien über das Thema, das die so sehr beschäftigt, erleben.


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#10
10.08.2013
19:36:49


(-1, 9 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Danke für die ermunternden Worte, Balian!


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