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Kein zukunftsfähiges Konzept

Outgames in Antwerpen: Nichts für die Ewigkeit


Bei der offiziellen Outgames-Disziplin "Kampfsport" ging es friedlicher zu als bei anderen Wettbewerben (Bild: Word Outgames 2013)

Unter dem Motto "Love United" trafen sich 5.000 schwul-lesbische Sportler in Antwerpen – doch bei einem Wettkampf flogen auch die Fäuste. Ein Kommentar.

Von Dirk Leibfried

Antwerpen galt bislang nicht unbedingt als Hotspot der LGBT-Touristen. Die 500.000-Einwohner-Stadt im Norden Belgiens begründet ihren Weltruf vor allem durch die Verarbeitung und den Handel von Diamanten. Diesen wiederum sagt man nach, sie seien für immer.

Die World-Outgames in Antwerpen sind am Wochenende mit dem Gay Pride und einem Konzert von Boy George zu Ende gegangen. Doch im Gegensatz zu den Diamanten legt niemand dafür die Hand ins Feuer, dass diese Veranstaltung für die Ewigkeit ausgelegt ist.

Keine Konsequenzen für prügelnde Amerikaner


Der Wettbewerb fürs Auge: Synchronschwimmen (Bild: Word Outgames 2013)

Es waren die dritten Outgames nach Montréal (2006) und Kopenhagen (2009), 2017 treffen sich die Sportler in Miami. Unter dem Motto "Love United" kamen in der vergangenen Woche mehr als 5.000 Athleten aus der ganzen Welt nach Flandern. Dass ein Veranstaltungsmotto ganz schnell zu Schall und Rauch verkommen kann, bewiesen einige Spieler und Zuschauer aus Florida, die ihren Gegner und späteren Turniersieger aus Mailand auch mit Fausthieben besiegen wollten. Übrigens ganz ohne Konsequenzen: Die prügelnden Amerikaner durften weiterspielen.

Die meisten Sportler zählte wieder einmal Deutschland, gefolgt von Belgien, den Niederlanden, England und den Vereinigten Staaten. Insgesamt haben sich die Teilnehmer in 31 Sportarten, im Schach ebenso wie im gleichgeschlechtlichen Tanzen, gemessen. Erstmals nahm auch ein Team aus Israel an einer schwul-lesbischen Großveranstaltung teil. Auf großes Interesse stieß das Frauen-Team aus Russland, das auch die aktuelle Entwicklung im Heimatland zwischen den Spielen mit Zuschauern und Gegnerinnen diskutierte.

Die inoffizielle "LGBT-Olympiade" hat an Bedeutung verloren


Bei Schwulen in aller Welt beliebt: Volleyball (Bild: Word Outgames 2013)

Fußball ist nach wie vor die meist frequentierte Sportart bei den Outgames, noch vor den olympischen Kerndisziplinen Leichtathletik und Schwimmen. Dass ausgerechnet die Fußballnation Deutschland mit dem eigenwilligen Cream-Team aus Köln nur mit einer Mannschaft in der belgischen Hafenstadt vertreten war, mag auch mit der Vielzahl schwul-lesbischer Sportveranstaltungen weltweit zusammen hängen. Denn hier verliert man schnell mal den Überblick. Nachdem es 2006 zu einer Abspaltung kam und seitdem neben den seit 1982 stattfindenden GayGames auch die Outgames ausgetragen werden, sinkt die Bedeutung der beiden Veranstaltungen als inoffizielle "LGBT-Olympiade".

Wenn sich darüber hinaus auch noch bei den meisten Veranstaltern finanzielle Defizite auftürmen, muss man sich ernsthafte Sorgen über die Zukunft der beiden Großereignisse machen. Ob die unterschiedlichen Verbände, die maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen haben, irgendwann doch noch ein zukunftsfähiges Konzept auf die Beine stellen, darf im Moment zumindest bezweifelt werden.

Outgames? GayGames? Nichts ist für immer. Im Gegensatz zu den Diamanten in Antwerpen.



#1 AlexAnonym
  • 11.08.2013, 12:17h
  • Was die Beteiligung deutscher Fußball-Mannschaften angeht, kann ich für Startschuss bzw. die Ballboys Hamburg nur sagen, dass die Outgames leider sehr teuer sind. Reisekosten, Unterkunft und Verpflegung fallen natürlich sowieso an, darum ist die Teilnahme an mehr als einem Auslandsturnier im Jahr für eine Mannschaft von vornherein schwierig. Turniere, die wie in Antwerpen dann auch noch Teilnahmegebühren von rund 140 Euro pro Spieler (!) aufrufen, fallen dann leider als erstes raus. Ich will mir kein Urteil darüber erlauben, ob das nun im Fall der Outgames angemessen oder gerechtfertigt ist, sondern das ist einfach eine neutrale Feststellung.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.08.2013, 13:48h
  • Es war auch das erste Mal, daß deutsche Sportler in Antwerpen teilnahmen. Als die Stadt 1920 die Olympischen Sommerspiele ausrichtete, durften deutsche Athleten wegen des verlorenen Ersten Weltkrieges gar nicht dabei sein.
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#3 SoleilProfil
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 SoleilProfil
#7 AUSTRIAProfil
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 AUSTRIAProfil
#10 FennekAnonym
  • 12.08.2013, 09:45h
  • "Dass ein Veranstaltungsmotto ganz schnell zu Schall und Rauch verkommen kann, bewiesen einige Spieler und Zuschauer aus Florida, die ihren Gegner und späteren Turniersieger aus Mailand auch mit Fausthieben besiegen wollten. Übrigens ganz ohne Konsequenzen: Die prügelnden Amerikaner durften weiterspielen."

    Dass sich die Amis nie benehmen können...

    Und die Organisatoren machen sich völlig unglaubwürdig und ruinieren den Ruf so einer Veranstaltung, wenn das keine Konsequenzen hat. Dieses Land hätte sofort von der Teilnahme ausgeschlossen werden müssen...

    Schön, dass die Opfer der Prügelattacke wenigstens gewonnen haben.
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