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  • 12.08.2013           69      Teilen:   |

Streit um "Propaganda"-Gesetz

Westerwelle lehnt Olympia-Boykott ab

Artikelbild
Bundesaußenminister Guido Westerwelle glaubt, dass ein Boykott der Olympischen Spiele kontraproduktiv ist (Bild: Foreign and Commonwealth Office / flickr / cc by-nd 2.0)

Während russische Politiker weiter Stimmung gegen Homosexuelle machen, gibt es in Deutschland mehr Stimmen gegen einen Olympia-Boykott.

Nach US-Präsident Barack Obama und dem britischen Premierminister David Cameron hat auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) einen Boykott der Olympischen Winterspiele im Februar 2014 in Sotschi abgelehnt. "Ich halte die Diskussion über Olympia-Boykotte für falsch", erklärte Westerwelle am Sonntag während einer Nahostreise nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amtes. "Das schadet dem berechtigten Anliegen des Minderheitenschutzes mehr, als es ihm nutzt." Westerwelle sagte weiter, dass die Behandlung von Schwulen und Lesben in Russland nicht akzeptabel sei. "Der russische Staat muss den Schutz von Homosexuellen sicherstellen."

Zuvor hatten Homo-Aktivisten und vereinzelt Politiker gefordert, dass die homosexuellenfeindliche Politik Russlands Auswirkungen auf die Olympiade haben müsse. Der SPD-Politiker Johannes Kahrs schlug etwa vor, die Spiele ins kanadische Vancouver zu verlegen oder russische Athleten von den Spielen auszuschließen (queer.de berichtete).

Mit dem Gesetz gegen Homo-"Propaganda", das seit Ende Juni in Kraft ist, ist in Russland jede öffentliche positive Darstellung von Homosexualität verboten worden, angeblich aus Gründen des Jugendschutzes (queer.de berichtete). Ausländer können bei einem Verstoß gegen das vage Gesetz für bis zu 15 Tage in Arrest genommen werden.

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Leutheusser: Russland auf dem Weg in die Diktatur

Ungewöhnlich scharf griff Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Wochenende Russlands Präsidenten Wladimir Putin an: "Mit der Ausgrenzung von Homosexuellen geht Russland einen weiteren großen Schritt in Richtung einer lupenreinen Diktatur", sagte die Ministerin und spielte dabei auf eine Aussage vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an, der Putin 2004 bescheinigt hatte, ein "lupenreiner Demokrat" zu sein.

Leutheusser-Schnarrenberger hatte bereits vor gut einer Woche mit einem Boykott der Spiele sympathisiert (queer.de berichtete).

Russischer Politiker: Homo-Sex ist wie Sex mit Tieren

Vitali Milonow kann keinen Unterschied zwischen Homosexualität und Sex mit Tieren sehen
Vitali Milonow kann keinen Unterschied zwischen Homosexualität und Sex mit Tieren sehen

In der russischen Politik wird die Debatte im Westen mit Unverständnis verfolgt. So setzte der St. Petersbruger Stadtrat Vitali Milonow, der das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" in der Metropole im vergangenen Jahr initiiert hatte, Homosexualität mit Sodomie gleich: "Homosexualität ist eine Schande und eine Sünde, aber auch eine persönliche Entscheidung. Es ist nicht normal, aber in Russland kann eine Person nicht dafür bestraft werden, homosexuell zu sein oder mit einem Hund, einem Pferd, einem Schaf oder was auch immer zusammenzuleben." Wie Sex mit Tieren sei Homosexualität "eine der Sünden, die wir nicht unseren Kindern beibringen sollten."

Er kritisierte auch den britischen Schauspieler Stephen Fry als "krank". Fry hatte ihn im März in St. Petersburg besucht und nun eine Verlegung der Spiele in ein liberaleres Land gefordert. Im Interview sagte Milonow: "Wer ist dieser Stephen Fry? Ich weiß, er ist eine kranke Person, weil er schon ein mal einen Selbstmordversuch unternommen hat."

Das Internationale Olympische Komitee hat am Wochenende von Russland weitere Klarstellungen verlangt, ob auch homosexuelle Sportler im Land sicher seien. IOC-Präsident Jacques Rogge betonte, dass dies Voraussetzung für das Abhalten der Spiele sei: "Die Olympische Charta ist da klar. Sport ist ein Menschenrecht, das allen zugänglich sein sollte – ungeachtet der Ethnie, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung". (dk)

Wochen-Umfrage: Die Diskussion um Olympia 2014 im russischen Sotschi reißt nicht ab. Was denkst Du darüber? (Ergebnis)

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Tags: homo-propaganda, russland, guido westerwelle, sabine leutheusser-schnarrenberger, vitali milonow
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Reaktionen zu "Westerwelle lehnt Olympia-Boykott ab"


 69 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
12.08.2013
13:42:42


(+11, 13 Votes)

Von Kle82
Aus Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 05.07.2013


Einfach nur eine traurige Vorstellung!
Aber es geht um Geld und da ist alles andere egal, genau wie die WM in Katar ist dies einfach nur lächerlich. Aber 1936 hat es ja auch niemanden interessiert also erhält Russland mit den Olympischen Spielen, sowie Katar mit der WM genauso wie Hitler-Deutschland die Gelegenheit sich vor der Welt in Szene zu setzten.

Ob ein Boykott wirklich die richtige Lösung ist keine Ahnung, kann man diskutieren, aber kann man sich nicht mal für die Zukunft überlegen solche Länder von vorne rein auszuschließen, sich als Austragungsort, für solch große Ereignisse zu bewerben?


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#2
12.08.2013
13:56:42


(+14, 18 Votes)

Von carolo


So ist das, wen man statt eines Außenministers einen Außenhandelsminister hat.


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#3
12.08.2013
14:03:22


(+7, 11 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


Minderheitenschutz läßt sich also besser umsetzen wenn man demjenigen dessen Politik den Minderheiten massiven Schaden zufügt erlaubt mit schönen Sportbildern Werbung für diese Politik zu treiben. Unter tätiger Beihilfe von Sportverbänden die es ohne Staatsgeld gar nicht gäbe. Und Athleten, oh, Athleten ... wozu soll ich mir die Mühe machen ...

Mens sana in corpore sano ... sed parvus.

Wem man dieses Staatsgeld aus der Tasche leiert und schlimmer noch wem man das in Form halbwegs menschenwürdiger Sozialleistungen vorenthält, muß ich das noch erwähnen?

Westerwelle ... Depp.

Wie hyperkrank muß denn dieses Rußland sein, das mit wachsender Begeisterung, mit Motivation und Verve den kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen, moralischen Selbstmord vollzieht. Trauriges Land, arme Menschen.


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#4
12.08.2013
14:08:10


(-4, 14 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Auch schwule russische Aktivisten lehnen einen Boykott aus guten Gründen strikt ab, wie im Moma-report zu sehen ist, von daher hat Westerwelle wohl absolut recht.
Link zu www.daserste.de


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#5
12.08.2013
14:41:34


(-5, 11 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


IOC-Präsident Jacques Rogge betonte, dass dies Voraussetzung für das Abhalten der Spiele sei: "Die Olympische Charta ist da klar. Sport ist ein Menschenrecht, das allen zugänglich sein sollte ungeachtet der Ethnie, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung".

Danke, Herr Rogge!


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#6
12.08.2013
14:46:24


(+8, 8 Votes)

Von Hemez
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Bei all dem gut gemeinten Aktionismus sollte man nicht vergessen wer hinterher die Suppe auslöffeln muss. Nämlich die russischen LGBTs.

Was bringt ein Boykott oder eine Verlegung der Spiele? Nichts - außer das der Focus der Weltpresse von der dramatischen Situation in Russland abgelenkt wird.

Wir haben es bisher geschafft, das die Situation in Russland weltweit ein Thema ist. Und es liegt an uns das dies ein Thema bleibt! Nur so können wir Politiker zwingen zu handeln, nur so können wir Konzerne vor Investitionen in Russland abschrecken.

Das schlimmste was passieren kann ist, das das Leiden der russischen LGBTs in Vergessenheit gerät. Wenn das passiert sind unsere russischen Brüder und Schwestern verloren.

Die Olympischen Spiele müssen wie geplant stattfinden. Wenn das mediale Interesse genutzt werden kann um über die Menschenrechtsverletzungen in Russland aufzuklären, dann ist das eine einmalige Chance.

Nur bis dahin müssen wir dafür sorgen das dies ein Thema bleibt.

Politischer Druck prallt von Russland ab und erzeugt nur Trotzreaktionen. Das hat sich in der Vergangenheit oft genug gezeigt. Was nötig ist ist wirtschaftlicher Druck. Der Imageverlust bei Investitionen in Russland muss teurer sein als der zu erwartende Gewinn. Russland hat zur Zeit erhebliche Probleme und braucht dringend Investoren. Das ist ein Ansatzpunkt.

Wir müssen aber um jeden Preis die Diskussion am Laufen halten. Für die russischen LGBTs ist das überlebenswichtig.


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#7
12.08.2013
14:47:04
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von tutu


...die russen werden ihr gestörtes Verhältnis zu schwulen nicht ändern, ich erwarte daher von Deutschland entsprechende äußerungen in der Öffentlichkeit, hier ist Gauck und Merkel gefragt, aber, wie immer, hält man schön das maul und die Medien enpören sich weiter, das wars mal wieder, Selbstverständlich müssen die Spiele boykottiert werden bzw, an einen anderen Ort verlagert werden, was ist das für ein Signal wenn man nichts unternimmt?


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#8
12.08.2013
14:50:15


(+9, 11 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von carolo


Stimmt.

Und die kulturlosen russischen Reaktionäre sollten die Aufführung von Tschaikowsky-Werken verbieten. Und sofort das Bolschoi-Ballett als Hort der Unzucht auflösen.


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#9
12.08.2013
15:00:20


(+6, 8 Votes)

Von -hw-


Laut Medienberichten hatte der russische Verlag Algoritm den ersten und einzigen Roman von Joseph Goebbels, dem Hauptpropagandisten des Dritten Reichs aus der nächsten Umgebung von Adolf Hitler, in russischer Sprache herausgegeben. Der 1923 geschriebene Roman Michael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern war im Jahr 1929 beim Franz-Eher-Verlag in München erschienen.

Link:
de.rian.ru/culture_and_sport/20130812/266653328.ht
ml


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#10
12.08.2013
15:13:24


(+11, 13 Votes)

Von Sankt Peter
Antwort zu Kommentar #9 von -hw-


Das Kirchengeläut unter Zar Putin:

Homophobie, Xenophobie, Anti-Semitismus....

Die Fremdenfeindlichkeit in Russland grassiert, die Politik reagiert und schürt sie an.

Link zu www.heise.de


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