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  • 12.08.2013           53      Teilen:   |

Rom

14-jähriger Schwuler begeht Selbstmord nach Mobbing

Artikelbild
Schwul-lesbische Aktivisten in Italien beklagen, dass Mobbing ein schwerwiegendes Problem ist, insbesondere an Schulen - sie fordern seit Jahren Gesetze zum Schutz von Homosexuellen

Aus Verzweiflung über seine homophobe Umwelt hat sich ein schwuler Schüler in Rom das Leben genommen – Aktivisten und linke Politiker fordern nun Gesetzesänderungen.

Der Selbstmord eines 14-Jährigen hat am Wochenende in den italienischen Medien für Entsetzen gesorgt. Der Junge hat sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ANSA am Freitagmorgen vom Balkon seines Elternhauses in 20 Meter Höhe gestürzt. Er war sofort tot.

Ermittler fanden zwei Abschiedsbriefe des Jungen, auf denen er sich bei seinen Eltern entschuldigte: "Ich bin ein Homosexueller. Niemand versteht, was ich durchmache und ich weiß nicht, wie ich das meiner Familie beibringen kann." Vor seinem Sturz hat er sich selbst Schnittwunden an Armen und in der Leistengegend zugefügt.

Die Polizei hat erklärt, dass der Schüler wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt worden sei. Dazu zählten auch Drohanrufe und abfällige SMS-Nachrichten. Nun wird ermittelt, ob gegen die mobbenden Personen ein Strafverfahren eröffnet werden kann. Dazu würden noch das Handy und der Computer des Opfers durchsucht.

Ein ähnlicher Fall erschütterte die Öffentlichkeit in Rom bereits vor knapp einem Jahr: Damals nahm sich ein 15-Jähriger, nachdem er öffentlich von Mitschülern und Lehrern wegen seiner Homosexualität gemobbt worden war (queer.de berichtete).

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Bessere Gesetze zum Schutz von Homosexuellen gefordert

Wie beim letzten Fall fordern auch heute Politiker und Aktivisten eine bessere gesetzliche Grundlage zum Schutz von Homosexuellen. Flavio Romani, der Chef der Gruppe Arcigay, forderte die Politiker auf, sich endlich von der katholischen Kirche zu emanzipieren und Gesetze gegen Homophobie einzuführen: "Es sind solche Kinder, an die ihr beim Thema Homophobie denken müsst", so Romani in Richtung Regierung. Erst 2011 hatte das Parlament jedoch ein Gesetz zur Bekämpfung von Homophobie abgelehnt (queer.de berichtete).

Mitte-Links-Politiker forderten ebenfalls Gesetze gegen Homophobie, wie sie in anderen europäischen Ländern üblich seien: "Ich vertraue auf das Parlament, dass es richtig reagiert und seine Gesetze mit anderen EU-Ländern in Einklang bringt", erklärte die sozialdemokratische Parlamentspräsidentin Laura Boldrini. Außenministerin Emma Bonino von der linksliberalen Partei Radicali Italiani sagte: "Es ist möglich, dass dieses Land mehr Aufmerksamkeit auf die Rechte derer richtet, die anders sind als wir."

In Italien regiert derzeit eine Große Koalition aus Mitte-Links-Bündnis und Silvio Berlusconis konservativer Partei. Die Mehrheit der Konservativen hat bislang jegliches Gesetz zur Anerkennung von Homo-Paaren oder zum Schutz von Homosexuellen verhindert. (dk)

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Tags: italien, mobbing, schule, selbstmord, rom
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Reaktionen zu "14-jähriger Schwuler begeht Selbstmord nach Mobbing"


 53 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
12.08.2013
16:58:09


(+17, 17 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Tja, da geht jetzt wahrscheinlich bei den Mitschülern und Lehrern wieder das große Heulen und Zähneklappern los. Alle sind betroffen, aber niemand wills gewesen sein, das war ja nur Spaß und wenn der Loser sich das so zu Herzen genommen hat, selber schuld.
Es wird noch so manche Meldung dieser Art geben, weil der Haß gegen schwule Jungs aus vielen Ecken geschürt wird.
Ob es die konservativen und ewig rechten Spinner oder sonstige Klerikalfaschisten sind, das Lager derer, die gegen Schwule hetzen, ist immer noch groß.
Es sind Meldungen wie diese, die mich ohnmächtig vor Wut die Faust in der Tasche ballen lassen, die mich dazu bringen, den Wunsch zu spüren, dem nächsten homophoben Hetzer mal so richtig eins auf die Fresse zu geben.
Angefangen bei den vom ach so bescheidenen Franziskus angeführten "gnädigen" Katholen, die jetzt auf einmal Brüder in uns sehen, die zwar ein Lebensrecht haben, aber kein Recht auf eine glückliche Partnerschaft.
Scheißt dieses gottverdammte Pack zu, bis es sich nicht mehr rührt.


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#2
12.08.2013
17:34:49


(+15, 15 Votes)

Von Kein Zufall


Was viele Menschen - darunter auch Schwule und Lesben - verdrängen ist, dass eine heterosexistische Gesellschaft eben nicht nur Stoff für abgehobene akademische Diskussionen über eine rechtliche Gleichberechtigung ist, sondern dass ein solches System ganz konkret Menschenleben kostet. Tätliche Angriffe auf Homo- und Transsexuelle, Mobbing in Schule und Beruf, rechtliche Benachteiligung, Selbstmorde - nicht nur von Jugendlichen. Jeder klar denkende Mensch kann erkennen, dass Homo- und Transphobie systemimmanente Aspekte unserer Gesellschaft sind. Leider wird man belächelt, wenn man darauf hinweist. Es heißt dann, man solle sich das alles doch nicht so zu Herzen nehmen. Verharmlosung aufgrund von Unwissenheit und Ohnmachtsgefühl sind noch viel zu oft anzutreffen. Queere Jugendliche, die durch ihren Selbstmord auf die haarsträubende Lebenssituation hinweisen, gelten dann eben einfach als 'hypersensibel', 'labil' etc. Vielleicht sollten wir uns einmal ernsthafte Gedanken darüber machen, ob wir nicht wirklich in einem totalitären heterosexistischen Geschlechtersystem leben, das sich queerer Menschen - wenn es sie schon nicht direkt eliminieren kann - zumindest durch inoffizielle 'Säuberungsmechanismen' wie die oben genannten zu entledigen versucht. Länder, die noch nicht einmal den gesetzlichen Schutz sexueller Minderheiten für notwendig halten - und hier schließe ich Deutschland natürlich nicht aus -, zeigen damit ihre menschenverachtende Einstellung. Morde und Selbstmorde werden hier ganz bewusst in Kauf genommen. Den Krokodilstränen sollte man daher nicht allzu viel Glauben schenken...


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#3
12.08.2013
17:38:11


(+1, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wieder mal wurde durch Mobbing ein sehr junges Leben sinnlos beendet! Da das Berlustconiregime bisher sämtliche Antihomophobiegesetze leider verhindert hat, klebt Blut an deren Händen! Und die Mobber sollen ab sofort kein glückliches Leben mehr haben!!!


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#4
12.08.2013
17:39:37


(-19, 21 Votes)

Von Aus Bad Homburg


Und das - nur ein paar Wochen nach der Erklärung des Heiligen Vaters, daß er gar nichts gegen die Homosexuelle hat ... Wirklich schade, daß Italien ganz offensichtlich so unchristlich (bzw. unkatholisch) geworden ist.


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#5
12.08.2013
17:40:03


(+13, 13 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


Es macht mich fassungslos. Wieviel Angst und Schmerz der Junge erleben mußte um sich in den Tod zu flüchten. Wie einsam. Warum hat sich niemand zu ihm gesellt und ihm gezeigt daß er nicht allein ist. Irgendwer. Einer wenigstens. Ihn bei der Hand genommen und ihn vertrauen lassen darauf daß nicht alle Menschen solches minderwertige Geschmeiß sind.

Das ist das wahre Urteil über seine Peiniger: der Tod in all' seinem Terror und in aller Hoffnungslosigkeit ist weniger unerträglich als ihr, ihr selbstgerechten Mörder.

Über eine Welt die seine hätte sein sollen. Die Welt sollte für einen Vierzehnjährigen nicht kalt, abweisend und hart und schäbig sein, sondern sich von ihm erobern lassen, schön und bunt und glitzernd. Dafür war sie mal gemacht.

Sie haben die Welt für ihn zu einem bitteren und trostlosen Ort gemacht.

Verdammt.


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#6
12.08.2013
17:51:00


(+11, 13 Votes)

Von ehemaligem User Smiley
Antwort zu Kommentar #4 von Aus Bad Homburg


Falls es was bringt, ich wäre bereit Dir sagen wir mal 100,- zu zahlen wenn Du Deine Heiligevaterscheiße aus den Kommentarfunktionen zu solchen Artikeln heraushältst.


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#7
12.08.2013
17:55:41


(+12, 12 Votes)

Von Sebi


Wieviele Menschen müssen noch sterben, ehe die Politik mal aufwacht?!

Politik und Kirche haben so viel Blut an ihren Händen - das werden die NIE mehr abbekommen...


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#8
12.08.2013
17:57:36


(+8, 10 Votes)
 
#9
12.08.2013
18:12:42


(+9, 9 Votes)

Von Tim_Chris
Aus Bremen
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von KMBonn


Deinen Worten kann ich mich nur anschließen. In mir lodert die selbe Wut.


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#10
12.08.2013
18:16:57
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #4 von Aus Bad Homburg


Wie berechnend du bist.
Du würdest doch garantiert bei Günther Jauch bei der ersten Frage durchfallen, wenn die lautete, welcher Staat in Italien liegt + politischen Einfluss auf eine schwulenfeindliche Gesetzgebung nimmt. Das ist doch wohl nur Zufall, das das rückständigste Land in Westeuropa in LGTB Rechten am nächsten am Vatikan liegt, oder?
Komisch, das die Briten da weiter sind, wo doch noch unkatholischer als Italien sind, gell?


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