Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?19830

US-Sportler für Homo-Rechte

Homo-"Propaganda" bei Leichtathletik-WM


Nick Symmonds widmet seine Silber-Medaille den schwulen und lesbischen Freunden zu Hause – werden ihm andere Sportler folgen?

Erstmals hat sich ein Sportler bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau für Homo-Rechte ausgesprochen.

Endlich bricht einer das Schweigen: Am Dienstag hat US-Mittelstreckenläufer Nick Symmonds die Silbermedaille beim 800-Meter-Rennen gewonnen – und den Erfolg trotz des russischen Maulkorb-Gesetzes zu Homo-"Propaganda" seinen schwulen und lesbischen Freunden gewidmet. Im Stadion sagte er nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti:

Soweit ich das offen sagen kann, bin ich der Ansicht, dass alle Menschen Gleichberechtigung verdienen, wie auch immer Gott sie geschaffen hat. Egal ob du schwul, hetero, schwarz oder weiß bist, wir alle verdienen dieselben Rechte. Wenn es etwas gibt, das ich dazu beitragen kann, diese Message weiterzutragen, werde ich das tun.

RIA Novosti weist in dem Artikel natürlich darauf hin, dass derlei Aussagen in Russland erst für ein Publikum ab 18 Jahren geeignet sind.

Nun wird spannend, ob die russischen Behörden auf diesen Gesetzesverstoß reagieren. Immerhin können Ausländer bis zu 15 Tage eingesperrt oder ausgewiesen werden, wenn sie in der Öffentlichkeit etwas Nettes über Homosexuelle sagen. Dass Russland vor den Olympischen Spielen ein Exempel an dem Amerikaner statuieren will und damit einen internationalen PR-Alptraum vom Zaun bricht, ist aber wohl unwahrscheinlich.

Symmonds, der beim Rennen seine persönliche Bestleistung gelaufen ist, hatte bereits vor der WM angekündigt, das russische Gesetz missachten zu wollen. In seinem Blog schrieb er am 6. August:

Wenn ich im Rennen gegen eine russischen Athleten antreten muss, werde ich seine Hand schütteln, ihm für die Gastfreundschaft in seinem Land danken und dann – nachdem ich ihn im Rennen geschlagen habe – werde ich meinen Sieg meinen schwulen und lesbischen Freunden zu Hause widmen. Wenn ich zurückkehre, werde ich weiter für ihre Rechte kämpfen.

Symmonds war übrigens beim 800-Meter-Lauf schneller als alle Russen. Geschlagen wurde er nur vom Äthiopier Mohammed Aman. (dk)

Hier ist ein Video des knappen Rennens:



#1 TomBerlinProfil
#2 lesMam
#3 LorenProfil
  • 14.08.2013, 14:51hGreifswald
  • Über 800 Meter reichte es für Silber, für das Interview gebührt ihm Gold. Thank you, Mr. Symmonds.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KMBonnProfil
  • 14.08.2013, 14:53hBonn
  • Das ist eine schöne Art des Protestes und ich hoffe, daß noch viele Sportler dieser Geste folgen. Und was noch schöner wäre, wenn die Olympischen Winterspiele verlegt werden würden, wie es Johannes Kahrs gefordert hat.

    Den Sportlern sind ihre Spiele zu gönnen, auf die sie sich jahrelang vorbereitet haben. Viele Karrieren hängen davon ab und durch eine Absage diesen Athleten in ihr Leben zu pfuschen, das geht meiner Ansicht nach nicht.

    Aber der Olympische Geist weht in Rußland nun mal nicht, dort herrscht ein Klima der Angst, des Hasses, der Intoleranz und der Bigotterie. Da wäre es zu wünschen, daß eine andere Stadt einspringt und sich mutig zu diesem Geist bekennt.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Sabelmann
  • 14.08.2013, 14:59h
  • Toller Mann dieser Nick!Gratulation zu Silber im Rennen und Gold für seine Reaktion!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 timpa354Ehemaliges Profil
#7 m123Anonym
  • 14.08.2013, 15:40h
  • Solange solche Aussagen keine große mediale Verbreitung und Unterstützung erfahren, und solange nur einer oder eine geringe Zahl von Athleten vorsichtig etwas formulieren, solange wird es den Homosexuellen in Russland nichts bringen.

    Es muss schon richtig offensichtlich sein, dass nach russischem Recht das Gesetz massiv verletzt wurde, d. h. dass Regenbogenfahnen von mehreren Athleten in die Fernsehkameras gehalten werden und viele Athleten sich für gleiche Rechte für Homosexuelle in Russland aussprechen, vor Fernsehkameras. Denn DANN muss Russland erst wirklich zeigen, ob es das Gesetz anwendet oder nicht. Und solange Russland das Gesetz nicht anwendet, sollten die Athleten ihre Aussagen und Aktionen zu Homosexuellenrechten verstärken. Wenn Russland das Gesetz dann trotz Ankündigung doch nicht anwendet, dann steht eigentlich einem großen Protest fast aller Athleten nichts mehr im Weg. Und wenn Russland das Gesetz dann irgendwann anwendet, dann wird das sehr wohl mediale Aufmerksamkeit bekommen und ein PR-Desaster für Russland und Putin sein.

    Es muss einfach viel mehr passieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 sperlingAnonym
  • 14.08.2013, 16:10h
  • Antwort auf #7 von m123
  • ja, es wäre mehr wünschenswert, um wirklich etwas zu bewirken. aber ein einzelner hätte es kaum besser machen können als symmonds es getan hat. ich freue mich über diese meldung und hoffe wie du, dass sie nicht nur in queeren medien verbreitet wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 realo timeAnonym
  • 14.08.2013, 16:11h
  • Antwort auf #7 von m123
  • "Am Vortag hatte die Sprecherin des US-Außenministeriums Marie Harf darauf verwiesen, dass die USA gegen das russische Gesetz zum Verbot von Homosexuellen-Propaganda unter Minderjährigen auftreten. Dies hätte US-Präsident Barack Obama vorige Woche bereits erklärt.

    Die USA hätten vor, herauszufinden, ob dieses Gesetz in Bezug auf die Teilnehmer und Gäste der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 angewandt wird. Wir werden dies auf einer recht hohen Ebene klären und (mit den Russen) weiter daran arbeiten, um Klarheit darüber zu schaffen, wie genau das umgesetzt wird, hieß es.

    Ungeachtet der Vorschläge einiger US-Senatoren haben die USA nicht vor, die Olympischen Winterspiele 2014 zu boykottieren, fügte sie an."

    de.rian.ru/politics/20130814/266667205.html
  • Antworten » | Direktlink »
#10 m123Anonym
  • 14.08.2013, 16:19h
  • Die Athleten müssen irgendwas machen, was Putin so richtig ärgert.

    Symmonds soll gesagt haben er wolle das Thema öffentlich nicht weiter ansprechen, aus Respekt vor dem Gastgeberland. Das ist traurig. Wie kann man Respekt vor einem Gastgeberland haben was Homosexuellen das Leben zur Hölle macht???
  • Antworten » | Direktlink »