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Regierung versus Opposition

Australien: Wahlkampf mit Ehe-Öffnung


Die Australier haben die Wahl: Kevin Rudd (Labor Party) unterstützt die Ehe-Öffnung, Herausforderer Tony Abbott (Liberal Party) glaubt, dass in ein paar Jahren niemand mehr über Homo-Rechte spricht

Anders als in Deutschland ist die Ehe-Öffnung bei den Wahlen in Australien ein großes Thema: Der Premierminister verspricht die Gleichstellung binnen 100 Tagen, der Oppositionsführer sieht Homo-Rechte als "Modeerscheinung" an.

Gut drei Wochen vor der Wahl verspricht der australische Premierminister Kevid Rudd von der sozialdemokratischen Labor-Parei, dass er bei einem Wahlsieg innerhalb von 100 Tagen die Ehe für Schwule und Lesben öffnen würde. Die Gleichstellung sei ein "Zeichen von Anstand gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren im ganzen Land. Viele wünschen sich die gleiche liebevolle Beziehung, die ich beispielsweise mit meiner Frau Therese seit 32 Jahren habe. Sie wollen, dass das auch formal anerkannt wird."

Das Thema Homo-Rechte ist jedoch umstritten: Die oppositionelle "Coalition", die aus mehreren Mitte-Rechts-Parteien besteht, lehnt mehrheitlich die Ehe-Öffnung ab. Premierminister-Kandidat Tony Abbott von der Liberal Party zerstreute am Dienstag Gerüchte, er könne sich eine Gleichbehandlung von Homosexuellen im Eherecht vorstellen.

Im Radiosender 2SM auf die Ehe-Öffnung angesprochen, sagte Abbott: "Ich sage nicht, dass unsere Kultur und unsere Traditionen perfekt sind, aber man muss sie respektieren". Er unterstütze zwar evolutionäre Veränderungen, die Ehe-Öffnung ginge aber viel zu weit: "Ich bin nicht jemand, der sich radikale Veränderungen nach der Modeerscheinung des Tages wünscht", so Abbott. Später erklärte er, dass die Gleichstellung im Eherecht nicht "unausweichlich" sei und man sich in Zukunft wahrscheinlich wieder mehr über andere Themen unterhalten werde.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Derzeit liefern sich die Labor-Partei und die "Coalition" in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. So sieht das Meinungsforschungsinstitut "Essential" unter Ausschluss der kleinen Parteien Labor bei 49 Prozent, die konservative Opposition bei 51 Prozent. Labor führt seit drei Jahren eine Minderheitsregierung an, die von den Grünen und regionalen Abgeordneten geduldet wird.

Rudd war von 2007 bis 2010 australischer Premierminister und hat das Amt wieder im Juni diesen Jahres in einer Kampfabstimmung gegen die ungeliebte Regierungschefin Julia Gillard übernommen. Anders als Gillard unterstützt Rudd die Ehe-Öffnung, will aber trotzdem nach der Wahl seine Abgeordneten ohne Fraktionszwang über das Thema abstimmen lassen.

Eine entsprechende offene Abstimmung zur Ehe-Öffnung scheiterte im Jahr 2012, weil viele Labor-Abgeordnete ihrer damaligen Premierministerin folgten und die konservative Opposition den Fraktionszwang nicht aufgehoben hatte (queer.de berichtete). Daher könnte es selbst bei einem knappen Labor-Wahlsieg nicht für eine Mehrheit im Parlament für die Ehe-Öffnung reichen. Die Wahlen finden am 7. September statt. (dk)



#1 stephan
  • 14.08.2013, 16:44h
  • "Zeichen von Anstand gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren im ganzen Land. Viele wünschen die gleiche liebevolle Beziehung, die ich beispielsweise mit meiner Frau Therese seit 32 Jahren habe. Sie wollen, dass das auch formal anerkannt wird."

    Klare Worte und ein deutliches Bekenntnis zu Anstand und Menschenrechten!

    Allein schon die Tatsache, dass die Ehe-Öffnung ein wichtiges Thema im Wahlkampf darstellt, ist ein großer Unterschied zur Politik hierzulande, wo man dieses Thema gerne als Randnotiz abtut!

    "der Oppositionsführer sieht Homo-Rechte als "Modeerscheinung" an."

    Die 'Mode' besteht einzig und allein darin, dass die Menschheit (besser Teile der Menschheit) im dritten Jahrtausend und zweihundert Jahre nach der Aufklärung immer mehr zu der Auffassung kommt, dass die individuellen Rechte der Menschen und die Rechte von Minderheiten der Markstein sind, an dem sich Politik messen lassen muss.

    Wer Homorechte für eine 'Mode' hält, hält - davon bin ich überzeugt - auch die Gleichberechtigung der Rassen, der Frauen und die Abschaffung der Sklaverei für eine Modeerscheinung!
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#2 gay rightsAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.08.2013, 18:02h
  • Daumen drücken, daß die Labour Party die Wahlen gewinnt und Rudd Premierminister bleibt!
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#4 anomeAnonym
  • 14.08.2013, 18:43h
  • Wenn die Homo-Ehe bei einer Wahl eines der Hauptthemen wird, obwohl es die Mehrheit gar nicht betrifft, finde ich das schon etwas befremdlich. Es gibt auch noch wichtigere Themen. Dennoch hoffe ich auf einen Wahlsieg der Labor-Partei.
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#5 Linu86Profil
#6 David77Anonym
#7 alexander
  • 14.08.2013, 22:32h
  • Antwort auf #4 von anome
  • na wenn es die mehrheit nicht betrifft, dann frage ich mich warum, ausgerechnet diese mehrheit über die belange und die formelle anerkennung für schwule und lesben, "das sagen" haben sollte???
    ich finde es schon etwas "befremdlich", wenn menschen, die mit der materie überhaupt nichts tun tun, also keine ahnung haben, in einem sinne "der ihren eigenen interessen dient", entscheidungen treffen sollten???
    das hat was von aufsichtsräten? siehe "mainzer hauptbahnhof", da müssen sich ca. 20 "ganz wichtige vorstandsmitglieder treffen, um stuss zu reden, denn mit praxis haben sie nichts zu tun, um zu beraten warum 2-3 "angestellte" fehlen, die ahnung von ihrem job haben!!!
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#8 FelixAnonym
  • 14.08.2013, 22:52h
  • Hoffentlich gewinnt der Premierminister und setzt sein Versprechen um...

    Und zu dem Kontrahenten:
    jemand, der Menschenrechte als "Modethema" abtut, darf kein Land regieren...
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#9 stephan
  • 14.08.2013, 23:13h
  • Antwort auf #4 von anome
  • " ... obwohl es die Mehrheit gar nicht betrifft, finde ich das schon etwas befremdlich."

    Die ethischen Grundsätze sind eben von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Kommt eben darauf an, ob man sich gerne erstrecken möchte, wenn man in den Spiegel schaut.

    Außerdem geht das Thema 'Gerechtigkeit und Gleichberechtigung von Minderheiten' u.v.a. jeden Menschen in einer Gesellschaft an! "Es ist keine freie Gesellschaft, solange nicht jede einzelne Person anerkannt und akzeptiert wird für das, was sie ist." (Desmond Tutu)

    Wenn Du es aber befremdlich findest, dass immer noch so viele Menschen gegen die Rechte von Minderheiten kämpfen, dann kann ich Dein Befremden vollauf verstehen! Diese Missgunst befremdet mich auch und es eine Karikatur, ein Zerrbild dessen, was der Mensch sein könnte!
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