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  • 19.08.2013           36      Teilen:   |

Homo-Hass

Russischer Jugendminister: Schwule sind wie Alkoholiker

Artikelbild
Sport- und Jugendminister Witali Mutko behauptet, Schwule und Lesben seien generell eine Gefahr für Jugendliche

Nach der Leichtathletik-WM hadert die russische Regierung mit der westlichen Kritik an homofeindlichen Gesetzen und vergleicht sexuelle Minderheiten mit Alkoholikern – ein Vergleich, der offenbar auch beim Deutschen Olympischen Sportbund geläufig ist.

Der russische Sport- und Jugendminister Witali Mutko hat am Sonntag erneut das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" verteidigt, indem er Schwule und Lesben mit Alkoholikern und Drogenabhängigen gleichsetzte. Bei einer Pressekonferenz anlässlich des Abschlusses der Leichtathletik-WM in Moskau sagte der Minister nach Angaben von russischen Nachrichtenagenturen: "Wir wollen unsere junge Generation schützen, deren Psyche sich noch nicht geformt hat", so der 54-Jährige im Luschniki-Stadion in Moskau. "Wir wollen sie vor der Propaganda für Betrunkensein, Drogen und nicht traditionelle sexuelle Verhältnisse schützen. Wenn sie zu Erwachsenen heranwachsen, müssen sie definieren, was sie für sich selber wollen."

Mutko, der auch im 27-köpfigen Vorstand des Weltfußballverbandes FIFA sitzt, hat abgestritten, dass Homosexuelle in seinem Land benachteiligt werden: "Ich musste die Frage schon oft beantworten. Lassen Sie mich noch einmal klarstellen: Dieses Gesetz diskriminiert niemanden, auch nicht Ausländer, weder Athleten, Teilnehmer oder Organisatoren von Sportevents oder irgend jemand, der Russland besucht".

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"Bei einem Sportfestival redet man nur über Sport"

Bereits vor dem Start der Leichtathletik-WM, die am Sonntag zu Ende gegangen ist, hatte der Minister erklärt, dass homosexuelle Teilnehmer nicht diskriminiert werden würden, solange sie nicht über ihre sexuelle Orientierung sprechen würden. "Bei einem Sportfestival redet man nur über Sport", so Mutko damals lapidar (queer.de berichtete).

Die Weltmeisterschaft war das erste internationale Sportevent, das nach der Einführung des Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" Ende Juni stattgefunden hat. In Russland ist im kommenden Februar die nächste sportliche Großveranstaltung geplant: die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Zudem soll das Land 2018 die Fußball-Weltmeisterschaft austragen.

Auch DOSB vergleicht Homosexualität mit Alkohol-Missbrauch

Der Vergleich zwischen Homosexuellen und Alkohol-Missbrauch ist offenbar auch unter deutschen Sportfunktionären verbreitet. So hat Christian Klaue, der Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), im am Montag erschienenen "Spiegel" erklärt, man müsse sich an lokale Gesetze halten. Das sei "wie bei Trunkenheit am Steuer: Manchmal ist bei 0,8 Promille die Grenze, manchmal bei 0,0". Er verwies auf die Regel des Internationalen Olympischen Komittees, wonach politische Demonstrationen an Sportstätten verboten seien – dazu zählt er offenbar auch das Zeigen einer homosexuellen Identität.

Mit dem Gesetz gegen Homo-"Propaganda" ist in Russland jede öffentliche positive Darstellung von Homosexualität verboten worden, angeblich aus Gründen des Jugendschutzes (queer.de berichtete). Ausländer können bei einem Verstoß gegen das vage Gesetz für bis zu 15 Tage in Arrest genommen oder ausgewiesen werden.

Bislang wurden Sportler oder Zuschauer im Rahmen der WM jedoch für das Zeigen der Regenbogenfahne oder ähnliche Aktionen nicht festgenommen. Allerdings wurden in St. Petersburg im Juli mehrere Niederländer verhaftet, weil sie eine Dokumentation über Homo-Rechte gedreht haben. Gegen die Ausländer wurde daraufhin ein dreijähriges Einreiseverbot ausgesprochen (queer.de berichtete).

Das Gesetz wurde von Politikern aus westlichen Ländern scharf kritisiert. Auch während der WM gab es zahlreiche Zwischenfälle: So hat etwa der amerikanische Mittelstreckenläufer Mark Symmonds seine Silbermedaille Schwulen und Lesben gewidmet. Am Sonntag hat auch ein gleichgeschlechtlicher Kuss zwischen zwei russischen Sprinterinnen für Aufmerksamkeit gesorgt (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: russland, witali mutko, sport, leichtathletik-wm, homo-propganda
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Reaktionen zu "Russischer Jugendminister: Schwule sind wie Alkoholiker"


 36 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
19.08.2013
16:06:07


(+10, 10 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Die Jugend Russlands muss vor Heuchlern wie ihm und der russisch orthodoxen Kirche geschützt werden. Alkoholismus ist ein Problem, das Russland auch ohne Homosexuelle schon lange Zeit hat und nicht in den Griff bekommt. Ich möchte nicht wissen wie viele Kinder in Russland schwer alkoholgeschädigt auf die Welt kommen und dies sind nicht Kinder von Homosexuellen. Aber wie immer guter Trick, zeig mit dem Finger auf andere, damit niemand zu dir schaut, klappt ja so gut.


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#2
19.08.2013
16:10:04


(+3, 5 Votes)
 
#3
19.08.2013
16:16:28


(+4, 8 Votes)
 
#4
19.08.2013
16:25:22


(+7, 7 Votes)

Von andreberlin
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Also ich frage mich,was man sich noch alles angehören und gefallen lassen muß bzw.mit wem man so alles gleich gestellt wird...
Ich bin weder Drogensüchtig noch Alkoholabhängig...Beides sind schlimme und anerkannte Krankheiten!!!
Ich bin nur schwul...und genau das habe ich sehr früh erkannt..und so bin ich auch *groß*geworden..Niemand hat mich so "geformt"
Es wird höchste Zeit das man sich gegen solche naiv denkenden und ewig gestrigen zur Wehr setzt,den Arsch hoch kriegt und Flagge zeigt..Wir hier in Deutschland können uns das erlauben..In Russland hätte auch ich meine bedenken...man kann es auch Angst nennen..Aber genau deshalb gehe ich am 31.08. am Kuhdamm in Berlin zur Demo..Es ist endlich an der Zeit..


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#5
19.08.2013
16:36:07


(-11, 13 Votes)

Von Aus Bad Homburg


Somit setzt Herr Minister die Homo-Rechte und wieder einmal mit dem vielmals zitierten "Verfall der Sitten" gleich. Dabei sind ironischerweise eben die Menschen mit gewissen Manieren, guter Erziehung und religiösem Hintergrund immer die, die am meisten tolerant sind - und das aus einem einfachen Grund: weil die Schwulenfeindlichkeit bzw. -freundlichkeit immer nicht nur die Frage der Ethik, sondern auch und vor allem die des guten bzw. schlechten Geschmacks ist. Leute, die Niveau haben, sind selten homophob.


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#6
19.08.2013
16:43:42


(+7, 7 Votes)

Von andreberlin
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Antwort zu Kommentar #2 von martin stuch


Man will es eigentlich nicht wahr haben..aber die Bilder sprechen ihre eigene Sprache....Stelle dem was Du siehst einfach die bunten Bilder vom CSD in Berlin oder Köln oder Hamburg gegenüber und frag Dich dann,ob es Dir gut geht!


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#7
19.08.2013
16:44:11


(+9, 11 Votes)

Von Zeitfenster


Ganz nüchtern betrachtet -sofern das in Russland machbar ist- sollte sich der Herr Minister größere Sorgen um die Alkoholiker machen:

Link zu www.sueddeutsche.de

Russische Männer haben europaweit die niedrigste Lebenserwartung (ca. 60 J.)
Der Grund dafür hat nur 5 Buchstaben, aber 40 Umdrehungen: Vodka!

Und mit der kollektiven Trunksucht der männlichen Population lassen sich bestimmt auch merkwürdige Gesetze erklären....


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#8
19.08.2013
17:01:45


(+5, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von Zeitfenster


Ganz nüchtern betrachtet wird die russische Regierung niemals wirklich gegen das "Wässerchen" vorgehen, denn die niedrige Lebenserwartung russicher Männer ist "sozial-verträglich" und spart immense Rentenzahlungen und Krankenkosten..

Aber zurück zum Minister..

Der sollte dringend sein Amt aufgeben, denn eine blödere Ausrede für die althergebrachte Verführungstheorie habe ich selten gelesen..

Alleine die Tatsache das es ein Gesetz GEGEN Homo-Propaganda gibt, aber keines GEGEN Vodka-Konsum zeigt die Unvergleichbarkeit der beiden Sachen, und ist im Falle der LGBT ganz klar diskriminierend..

Wie so ein Mensch mit solchen Ansichten trotz gegenteiliger Antidiskriminierungsstatuten Angehöriger der FIFA sein kann, ist mir völlig unverständlich..

Daher sollte er und der russische Fußballverband auch ganz dringend aus der FIFA ausgeschlossen oder supendiert werden..

Wenn die russischen Vereine ab sofort an keinen internationalen Begegnungen mehr teilnehmen können, gehen denen Millionen verloren, und bei solchen Leuten hilft nur ein kräftiger Griff ins Portemaneaie..


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#9
19.08.2013
17:06:26


(0, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die wirklichen Alkis sitzen im Kreml und haben im wahrsten Sinne des Wortes ihren Verstand (sofern vorhanden) versoffen! Wie sonst kommen die wohl zu solch hanebüchenen Vergleichen???


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#10
19.08.2013
17:16:05


(+6, 6 Votes)

Von ehemaligem User Monster_Baby


Die Aussagen des sog. 'Jugendministers' suggerieren, dass Homosexuelle sich ihre sexuelle Ausrichtung aussuchen oder dazu verführt werden. Der direkte Vergleich mit Alkohol- oder Drogensüchtigen, stellt Homosexualität als Krankheit dar. Das sind dümmliche Klischees, die auch im Westen ihre Anhänger haben. Aber die symbolhafte Politik der russischen Diktatur zeigt auch, dass keine Bereitschaft besteht, sich den wirklichen gesellschaftlichen Problemen in Russland zu stellen: steigende Armut, Alkoholismus, Verschwendung von Resourcen, Autonomiebestrebungen einiger Regionen. Aber an diese komplexen Themen traut sich die russische Politik nicht ran - dafür müssen ua. Homosexuelle als Sündenböcke herhalten. Es ist durchschaubar aber dennoch findet dieser Quatsch Rückhalt in der russischen Bevölkerung. Aber so funktioniert Diktatur anscheinend. Die Mehrheit kann sich wertvoller fühlen als die 'Untermenschen', auch wenn sie von Wohlstand und Bildung abgekoppelt wird. Die Wut wird auf eine Minderheit fokussiert anstatt auf die Verursacher der Fehlentwicklungen.


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