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Der Journalist Glenn Greenwald beschuldigt die britischen Behörden, seinen Partner aus Rache für seine Berichterstattung interniert zu haben

Eine Racheakt der Behörden? Neun Stunden befragte die britische Polizei einen Mann ohne rechtlichen Beistand, weil sein US-Lebenspartner Dokumente von Edward Snowden veröffentlicht hatte.

Der amerikanische "Guardian"-Journalist Glenn Greenwald hat am Montag in einem Artikel erklärt, dass sein Lebenspartner, der Brasilianer David Miranda, bei der Durchreise durch Großbritannien neun Stunden aufgrund eines Antiterrorgesetzes am Flughafen London-Heathrow festgehalten wurde. Greenwald wirft den britischen Behörden nun "despotische" Einschüchterungsversuche vor.

Der Journalist wurde mit seinem Treffen mit US-Whistleblower Edward Snowden im Januar weltberühmt. Er veröffentlichte auf Grundlage des zur Verfügung gestellten Materials mehrere Artikel.

Die Arbeit seines Partners wurde Miranda zum Verhängnis: Er war aus Berlin nach London geflogen und wollte nach Rio de Janeiro weiterreisen. In der britischen Hauptstadt wurde der 28-Jährige von der Polizei aufgehalten und neun Stunden lang befragt. Die Beamten beriefen sich dabei auf ein Antiterrorgesetz, nach dem Reisende neun Stunden lang ohne Recht auf einen Anwalt befragt werden dürfen. Ihnen steht dabei kein Schweigerecht zu; wer die Fragen nicht beantwortet, würde sich strafbar machen.

Die Polizisten beschlagnahmten auch Mirandas Handy, Laptop und Kamera sowie Speicherkarten und DVDs. Es ist unklar, ob Miranda diese Gegenstände zurückerhält.

Nach den gesetzlich festgeschriebenen neun Stunden wurde Miranda freigelassen. Das völlige Ausschöpfen der Befragungsdauer ist in Großbritannien höchst unüblich: 97 Prozent der nach dem Antiterrorgesetz festgehaltenen Personen werden bereits nach einer Stunde oder weniger wieder freigelassen.

"Sogar die Mafia hat ethische Regeln"

Greenwald bezeichnet das Festhalten seines Partners als "Eskalation gegen die Berichterstattung und den Journalismus": "Es ist schlimm genug, Informanten zu verfolgen oder zu inhaftieren. Es ist schlimmer, Journalisten einzusperren, die die Wahrheit berichten. Aber Familienmitglieder oder Journalisten nahe stehende Personen zu internieren ist wahrhaft despotisch. Sogar die Mafia hat ethische Regeln und geht nicht auf Familienmitglieder von Menschen los, die sie als Bedrohung ansieht."

Amnesty International hat die Aktion der britischen Polizei als "Racheakt" bezeichnet, der ausschließlich darauf beruhe, dass der Brasilianer eine Beziehung mit dem Journalisten unterhält.

Auch die brasilianische Regierung kritisierte Großbritannien scharf: "Diese Maßnahme ist nicht gerechtfertigt, weil sie jemanden betrifft, gegen den es keine Vorwürfe gibt, die die Anwendung dieser Gesetzgebung rechtfertigen würden", heißt es in einer ersten Reaktion.

Der konservative schwule US-Blogger Andrew Sullivan übte ebenfalls scharfe Kritik am Vorgehen der britischen Behörden: "Der Gedanke, dass [Miranda] von der britischen Polizei neun Stunden lang festgehalten wurde, weil sie Lebenspartner die amerikanische Regierung in Verlegenheit gebracht hat, macht mich krank." (dk)



#1 sperlingAnonym
#2 moralesAnonym
#4 Ronald PofallaAnonym
#5 FelixAnonym
#6 GregorsAnonym
#7 DerChristophAnonym
#8 sperlingAnonym
  • 19.08.2013, 21:04h
  • Antwort auf #7 von DerChristoph
  • das hier ist kein portal, das sich allem "politisch wichtigen" verschrieben hat. das kann die tagesschau besser.

    die betreffende person ist offenbar schwul. prima. ich finde aber keinen hinweis darauf, dass diese tatsache für das verhalten der behörden eine rolle gespielt hat. wenn ich da was übersehen habe, lasse ich mich ja gerne aufklären. aber dass man für eine frage schon angepampt wird - was soll das?
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#9 PopeyeAnonym