Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?19867

Ein Bild von Brett Williams aus seiner aktiven Polizeilaufbahn

Umgerechnet mehr als eine halbe Million Euro erhält ein amerikanischer Ex-Beamter, weil er bei einem Bewerbungsgespräch erst als schwul geoutet und dann nicht eingestellt wurde.

Ein Gericht in Denver hat dem 45-jährigen Brett Williams eine Entschädigung von 768.000 Dollar (570.000 Euro) zugesprochen, weil der ehemalige Polizeihauptmann nach einem Outing keinen Job bei der Polizeibehörde "Colorado State Patrol" erhalten hatte.

Williams hatte zuvor mehrere Jahre für die Polizeibehörde gearbeitet, bis er sich 2010 als Helikopter-Pilot ausbilden lassen wollte. Ein paar Monate später entschied er sich aber dazu, seinen alten Job wieder anzunehmen. Für die Wiedereinstellung ordnete sein früherer Vorgesetzter ein Lügendetektortest an, der für Wiedereinstellungen in der Regel nicht üblich ist.

Williams erklärte, während des Vorstellungsgesprächs sei er gefragt worden, ob er sich bei einem Thailand-Besuch von einem Mann oder einer Frau habe massieren lassen. "Ich habe wahrheitsgemäß geantwortet, dass die Person männlich war", erklärte Williams gegenüber dem Lokalsender Fox31 Denver. "Mein Gegenüber hat dann in sich hinein gelächelt und ich wusste, dass etwas falsch gelaufen ist. Die haben mich gezwungen, mich zu outen." Anschließend sei er noch gefragt worden, ob er Pornografie konsumiert oder gar Kinder missbraucht habe.

Homophobe Arbeitsatmosphäre

Laut den Gerichtsunterlagen erklärte Williams, dass es "homosexuellenfeindliche Vorurteile" in der Behörde gegeben habe. Deshalb habe er seine sexuelle Orientierung während seiner aktiven Laufbahn immer verstecken wollen und es habe auch sonst keinen einzigen Kollegen gegeben, der offen homosexuell war. Williams erklärte, er habe früher sogar ein Bild mit einer Frau auf seinem Schreibtisch gehabt, damit seine Kollegen keinen Verdacht schöpfen.

Richterin Mary McClatchey erklärte, dass sich Williams nur dem Lügendetektortest unterziehen musste, um seine Wiedereinstellung zu verhindern. Das verstoße gegen das Gesetz. Die Richterin wies die Polizeibehörde auch an, sofort den Posten eines Ansprechpartners für lesbische oder schwule Mitarbeiter einzurichten.

Die "Colorado State Police" erklärte jedoch, dass die sexuelle Orientierung von Williams nicht der Grund für seine Nichtanstellung war. Die Behörde wird voraussichtlich Berufung gegen die Entscheidung einlegen. (dk)