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Erfolg nach zwei Jahrzehnten

Hawaii will Ehe öffnen


Der demokratische Gouverneur Neil Abercrombie, seit 2010 im Amt, möchte die Fehler der Vergangenheit wieder gut machen

Vor 20 Jahren versetzte Hawaii konservative Amerikaner in Aufregung, weil der Staat als erster über die Öffnung der Ehe debattierte – mit einiger Verspätung will der Gouverneur die Gleichstellung jetzt endlich umsetzen. Die Chancen stehen gut.

Im US-Bundesstaat Hawaii wird sich diese Woche die demokratische Parlamentsfraktion treffen, um die Öffnung der Ehe zu beschließen. Der demokratische Gouverneur Neil Abercrombie nannte es "sehr wahrscheinlich", dass die Abgeordneten im Herbst über ein Gesetz abstimmen können: "Ich denke, wir können etwas formulieren, mit dem wir eine solide Mehrheit erzielen können", so Abercrombie gegenüber dem "Star-Advertiser" aus Honolulu. Damit reagiere der Staat auch auf den Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA, der im Juni den homofeindlichen "Defense of Marriage Act" (DOMA) für ungültig erklärt hatte, der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert hatte (queer.de berichtete).

Vereinzelt lehnen zwar moderate Demokraten nach wie vor die Ehe-Öffnung ab, allerdings verfügt die Partei in beiden Parlamentskammern über Super-Mehrheiten: So kontrolliert sie das Repräsentantenhaus mit 44 Abgeordneten gegenüber sieben Republikanern. Im Senat sind sogar 24 der 25 Sitze von Demokraten besetzt.

In Hawaii begann der Kampf für die Ehe-Öffnung

Im Kampf um die Ehe-Öffnung spielte Hawaii Anfang der 1990er Jahre eine zentrale Rolle: 1991 verklagten drei gleichgeschlechtliche Paare den Bundesstaat, weil er gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoße, wenn er Homosexuelle generell verbietet zu heiraten.

Eine knappe Richtermehrheit entschied zwar 1993 zugunsten der Kläger, allerdings führte das nicht zur Ehe-Öffnung, sondern zu einer harschen Reaktion der Homo-Gegner: In mehr als der Hälfte der Bundesstaaten wurde in Regionalverfassungen die gleichgeschlechtliche Ehe verboten, 1998 auch in Hawaii. Konservativen Aktivisten hatten erfolgreich die Gleichstellung als Angriff auf die heterosexuelle Institution der Ehe gewertet und konnten damals mit dieser Ansicht mehr als drei Viertel der US-Amerikaner überzeugen. Selbst im liberalen Hawaii stimmten damals 70 Prozent der Wähler bei einem Volksentscheid dafür, Homosexuellen das Eherecht nicht zu gewähren.

Reaktion der Homo-Gegner: DOMA

Bundesweit wurde 1996 DOMA eingeführt, das Gesetz schränkte die Anerkennung von Homo-Ehen stark ein. Es besagte, dass Bundesstaaten die Eheschließungen anderer Staaten nicht anerkennen müssen, wenn es sich dabei um gleichgeschlechtliche Paare handelt. Außerdem durfte Washington dem Gesetzestext zufolge Homo-Paare nicht anerkennen. Das führte etwa dazu, dass die ausländischen Partner von homosexuellen Amerikanern keine Green Card erhielten, die Partner von Heterosexuellen aber sehr wohl.

DOMA war in den USA fast zwei Jahrzehnte das Symbol für politisch verordnete Homophobie. In beiden Kammern des US-Parlaments stimmten damals über 80 Prozent der Parlamentarier für das Gesetz, das am Ende von Präsident Bill Clinton unterschrieben wurde. Vor zwei Monaten wurde es teilweise für verfassungswidrig erklärt (queer.de berichtete). Clinton ist das Engagement für das Gesetz – ebenso wie vielen anderen demokratischen Politikern und einigen Republikanern – inzwischen peinlich.

In den USA haben bislang 13 der 50 Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Es gibt jedoch gegenwärtig Initiativen in mehr als einem halben Dutzend Staaten, Homo-Paare in naher Zukunft gleichzustellen. Zudem gibt es in sieben Bundesstaaten eingetragene Lebenspartnerschaften, darunter auch in Hawaii. Der Aloha-Staat führte diese "Ehe-light" erst 2011 ein (queer.de berichtete). (dk)



#1 timpa354Ehemaliges Profil
  • 21.08.2013, 18:56h
  • . Konservativen Aktivisten hatten erfolgreich die Gleichstellung als Angriff auf die heterosexuelle Institution der Ehe gewertet und konnten damals mit dieser Ansicht mehr als drei Viertel der US-Amerikaner überzeugen.

    Das zeigt eindrucksvoll wie beeinflussbar die Bevölkerung ist und dass deshalb Menschenrechte nicht über Volksentscheide zu regeln sind. Wer am aggressivsten und am bösartigsten agiert, dem glaubt das Volk, siehe auch Frankreich und die katholische Kirche.
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#2 TanjaAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 LucaAnonym
  • 22.08.2013, 09:36h
  • Ich hoffe sehr, dass Hawaii bald die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet! Ohne jede Einschränkung!

    Je mehr Staaten, desto besser...
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#5 Foxie
#6 TheDadProfil
#7 Foxie