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  • 16. November 2004, noch kein Kommentar

Alison Moyet ist berühmt für ihre ausdrucksstarke Stimme. Mit "Voice" veröffentlicht sie nun ein Album mit Standards und Chansons.

Von Jan Gebauer

Alison Moyets Ruf beruht darin, eine fantastische, ausdrucksstarke Stimme zu haben. Umso logischer, dass irgendwann ein Album mit dem Titel "Voice" erscheinen würde. Zum ersten Mal in ihrer Karriere hat Moyet keinen der enthaltenen Songs selber geschrieben.

"Ich wollte einfach ein Album mit klassischen Songs machen. Und das ist nicht der Stil, in dem ich schreiben würde. Das Album ist ein Experiment, ich will mich einmal nur als Sängerin beweisen", sagte die Sängerin kürzlich dem Mediendienst "Teleschau".

Die unauffällige Instrumentierung der Songs auf "Voice" unterstreicht die zentrale Stellung, die die Stimme von Alison Moyet auf dem Album einnimmt. Sanfte Klavierklänge sind präsent, ebenso Cello, Streicher und Violinen, ausnahmslos zurückhaltend eingesetzt, ohne jedoch zu reiner Background-Musik zu verkommen. Arrangement und Instrumentierung wirkt eher wie das wärmende Licht einer Kerze, die sachte, aber doch beständig scheint. Alison Moyet selbst nimmt sich stellenweise ganz zurück - einige Melodiepassagen sind rein instrumental. Ob "Windmills Of Your Mind" (berühmt in der Version von Dusty Springfield), "Cry Me A River" (ein 50er-Jahre-Klassiker, den Julie London oder auch Barbra Streisand zu einem Jazz/Pop-Standard machten) oder die George-Gershwin-Komposition "The Man I Love" - Alison Moyet findet für jeden Song die richtigen Nuancen und vor allem auch die richtige Dramaturgie. Sie interpretiert die Songs mit viel Gefühl - nie übertrieben theatralisch oder mit zuviel Pathos. Außerordentlich interessant sind die erneuten Interpretation französischer Chansons wie "Je crois entendre encor" oder "Chanson des vieux amants", eine starke Jacques-Brel-Komposition. Produziert wurde die CD von Anne Dudley, die 1997 für ihren Score zum Kinofilm "Ganz oder gar nicht/The Full Monty" einen Oscar erhielt. Alles in allem ist "Voice" eine sehr harmonische, ruhige Scheibe, die es in sich hat.

Portrait:

Alison Moyet wurde am 18. Juni 1961 in Basildon, England geboren. Die Sängerin und Songautorin sang in örtlichen Punk- und R&B-Gruppen, bevor sie 1982 mit Ex-Depeche-Mode-Mitglied Vince Clarke das Duo Yazoo formierte. Moyets bluesige Stimme und Clarkes überschäumende Synthiepop-Klangwelten bildeten einen interessanten und erfolgreichen Kontrast. Es folgten die internationalen Hits "Only You", "Don't Go" (1982), "Nobody's Diary" (1983) bevor sich das Duo im Sommer 1983 trennte. Das Solo-Debüt von Alison Moyet - "Alf" (1984) - verkaufte sich über drei Millionen mal und enthielt etliche Hits wie "All Cried Out" (1984, von den No Angels gecovert), "Love Resurrection" und "For You Only" (1985). 1985 wurde ihr der Brit Award (UK-Pendant zum Grammy) als 'bester weiblicher Künstler' verliehen. Ihre überraschende Aufnahme von Billie Holidays Klassiker "That Ole Devil Called Love" war im gleichen Jahr ein Nummer-zwei-Hit in Großbritannien. Bis 1987 war sie regelmäßig in den Single-Charts vertreten. Danach pausierte die Künstlerin des öfteren, veröffentlichte aber sporadisch erfolgreiche Alben (die Best-of-Compilation "Singles" war 1995 eine Nummer eins in England). Ihre aktuelle CD "Voice" ist ihre erste Top-Ten-Platzierung seit zehn Jahren.

16. November 2004