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Ablehnung von homosexuellen Eheschließungen

EKD-Chef sieht "keinen Sinn" in Gleichbehandlung


Nach heftiger Kritik relativiert Nikolaus Schneider die Orientierungshilfe der EKD: Liebesbeziehungen unter Homosexuellen seien zwar in Ordnung, aber die Ehe soll ihnen weiterhin verschlossen bleiben (Bild: presse-nordelbien / flickr / by 2.0)

Rückzieher bei der Gleichbehandlung von Homo-Paaren: Der EKD-Chef ist kritisch gegenüber gleichgeschlechtlichen Ehen, weil diese keine Tradition hätten und kein Leben weitergeben würden.

In einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, er sei "zurückhaltend" bei der Frage, ob gleichgeschlechtliche Beziehungen mit heterosexuellen Ehen gleichgestellt werden sollen. Homo- und Hetero-Beziehungen seien "traditionell unterschiedliche Dinge".

Der Rheinländer sagte weiter: "Traditionen sollten wir nicht vorschnell über Bord werfen. Ich bin sehr dafür, alle Diskriminierungen zu beseitigen, aber ich sehe keinen Sinn darin, alle unterschiedlichen und unterscheidenden Begrifflichkeiten einzuebnen". Eine Ehe diene der "Weitergabe des Lebens". Diese Funktion habe in Homo-Beziehungen "ein anderes Gewicht".

Er kritisierte damit indirekt die hessische Landeskirche, die erst vor zwei Wochen die erste kirchliche Eheschließung eines schwulen Paares durchgeführt hatte (queer.de berichtete). Die Hälfte der 20 Landeskirchen bietet dagegen nicht einmal Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare an.

Homosexualität kann trotzdem "Ausdruck der Liebe" sein

Allerdings erklärte Schneider auch, dass die Bibel keine "intimen Liebesbeziehung zwischen zwei Partnern" verurteile. "Ich bejahe allerdings die Homosexualität als Ausdruck der Liebe zwischen zwei Partnern. Denn Sexualität dient nicht nur der Zeugung von Kindern, sondern auch dazu, Liebe auszudrücken und sich gegenseitig Lust zu schenken", so Schneider. "Homosexualität ist keine Krankheit. Um es fromm zu sagen: Der liebe Gott hat wenige Menschen so gemacht".

Erst im Juni hatte die evangelische Kirche eine Orientierungshilfe veröffentlicht, in der sie homosexuelle Beziehungen als "gleichwertig" bezeichnete (queer.de berichtete). Wenn sich Homosexuelle verpartnerten, erklärten sie wie Heterosexuelle "bei der Eheschließung öffentlich ihren Willen, sich dauerhaft aneinander zu binden und füreinander Verantwortung zu tragen", hieß es in dem Text. Schneider begrüßte damals, dass die Kirche die Wirklichkeit zur Kenntnis nehme, "wie sie ist". Das Papier wurde jedoch scharf von Evangelikalen und Katholiken kritisiert. Ein katholischer Bischof drohte den Protestanten sogar mit Kosequenzen für die Ökumene (queer.de berichtete). Die konservativen Gläubigen argumentieren, dass die Gleichbehandlung von Schwule und Lesben heterosexuelle Eheschließungen entwerte. (dk)



#1 timpa354Ehemaliges Profil
  • 23.08.2013, 17:13h
  • Wenn die evangelische Kirche sich nicht eklatant von der katholischen unterscheidet, macht sie sich überflüssig. Für Benedikt war sie eh nur eine Sekte, daher können katholische Bischöfe, die mit Ökumene Konsequenzen drohen, sowieso gestohlen bleiben.Für die konservativen evangelischen Kirchenmitglieder; geht doch bitte zu den Katholiken, dort seit ihr mit eurer Menschenverachtung genau richtig!
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#2 TheDadProfil
  • 23.08.2013, 17:16hHannover
  • ""Traditionen sollten wir nicht vorschnell über Bord werfen. Ich bin sehr dafür, alle Diskriminierungen zu beseitigen, aber ich sehe keinen Sinn darin, alle unterschiedlichen und unterscheidenden Begrifflichkeiten einzuebnen""..

    Und wann begreift der Herr Schneider das es genau diese Traditionen sind, die die Diskriminierung erst ermöglichen ?

    Niemand will Unterschiede einebnen..
    Aber "unterscheidende Begrifflichkeiten" gehören "eingeebnet", denn Begrifflichkeiten entstehen aus Anspruchshaltungen heraus..
    Diese Anspruchshaltungen sind aber definitiv genau die Gründe die zu Diskriminierung führen..

    ""Eine Ehe diene der "Weitergabe des Lebens""..

    FALSCH Herr Schneider !

    FICKEN führt zur Weitergabe des Lebens !

    Mit der Ehe hat das überhaupt nichts zu tun !
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#3 Harry1972Profil
  • 23.08.2013, 17:17hBad Oeynhausen
  • Dieses ständige Geblöke aus der klerikalen Ecke ist ja auch anstrengend.
    Wie oft denn noch?
    Nur Gelaber, aus dem am Ende ja doch wieder hervorgeht, daß auch dieser Kirchenmann ein Faschist ist.
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#6 SmileyEhemaliges Profil
  • 23.08.2013, 17:30h
  • Was hat Ehe mit Religion zu tun?

    Nix.

    Die Ehe ist eine zivilrechtliche Verbindung zwischen zwei Menschen. Genau so sollte das im Gesetz stehen. Wird es auch.

    Das hat mit spirituellen Fieberträumen geistig herausgeforderter Kirchenmänner nichts zu tun.

    > ich sehe keinen Sinn darin, alle unterschiedlichen und unterscheidenden Begrifflichkeiten einzuebnen<

    Da stimme ich ihm zu. Man kann einen Arsch schminken bis er aussieht wie ein Gesicht. Aber es bleibt immer ein Arsch. Ein lutherscher.
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#7 WissenschaftAnonym
  • 23.08.2013, 17:32h
  • Antwort auf #2 von TheDad
  • Ficken?

    Du meinst heterosexuellen Geschlechtsverkehr?

    Nö.

    Ist für die biologische Fortpflanzung ebenso wenig notwendig wie die Erde eine Scheibe ist.

    Intelligente, mündige und selbstbestimmte Menschen wissen und verstehen das.

    Und vor allem, dass der ach so heilige Akt der Fortpflanzung nur der allerallerkleinste Teil der "Weitergabe von Leben" - unter menschenwürdigen Bedingungen - ist.
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#8 goddamn liberalAnonym
#9 bastapapsta
  • 23.08.2013, 17:45h
  • Der rechte Konservative, braune Flügel wird sich bezüglich der Trunkenheitsfahrt und den darauf folgenden Rücktritt und die anschließende Wahl von Nikolaus Schneider gefreut haben. Einiges, was er in der Vergangenheit sagte, dürften die schwarzen (CDU) Schaafe wohl genüsslich verfolgt haben

    "Den ersten Entwurf der Architekten für die DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld kritisierte er als imperial und anmaßend.[13] Der Entwurf solle mehr den integrierenden, dienenden Charakter von Religion zum Ausdruck bringen. Es müsse auch nicht sein, dass die Minarette den Turm einer nahe gelegenen evangelischen Kirche überragten. Die Gestaltung solle sich danach ausrichten, was die Menschen in ihrer Mehrheit hinzunehmen bereit sind.[14]"

    de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Schneider


    Was "die Mehrheit" in den Augen von Schneider nicht hinzunehmen bereit ist, soll, wenn man seiner Predigt folgt also kleingemacht werden, damit man nu ja nicht gezuwungen ist dem oder denen auf Augenhöhe zu begegne. Erinnert mich irgendwie an Jörg Haider und Co. Alle die zur "Minderheit" gehören sollen, wenn man nach Leuten wie Herrn Schneider geht abgeschottet werden. Die evangelische Kirche müsste sich eigentlich schämen, solch eine Egoisten als Ratsvorsitzenden zu haben.

    Schaut man sich die Geschichte an, so wurden schon ähnlich Praktiken wie die von Herrn Schneider angewendet und dies einst in übelsten Taten.

    www.theologe.de/euthanasie.htm
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#10 FelixAnonym
  • 23.08.2013, 17:48h
  • "Rückzieher bei der Gleichbehandlung von Homo-Paaren: Der EKD-Chef ist kritisch gegenüber gleichgeschlechtlichen Ehen, weil diese keine Tradition hätten und kein Leben weitergeben würden."

    1.
    Gleichgeschlechtliche Beziehungen haben sehr wohl Tradition. Bis zum Beginn der Menschheit. Nur wurden sie zu vielen Zeiten unterdrückt und verfolgt.

    Und gleichgeschlechtliche Ehen haben nur deshalb keine Tradition, weil sie uns verwehrt wurden. Das ist eine besonders bekloppte Argumentation: uns zuerst Gleichstellung verwehren und dann behaupten, wir wären ja noch nie gleichgestellt gewesen.

    2.
    Zum Thema "Leben weitergeben":
    Menschen sind doch keine Gebärmaschinen. Oder sollen wir jetzt wieder das Mutterkreuz einführen.

    Menschen können sich durchaus auch lieben ohne Nachwuchs zu zeugen. Und es gibt keinen Grund diese zu diskriminieren. Im übrigen gibt es ja auch Heteros die keine Kinder haben wollen oder können.

    Und würde man Volladoption, künstliche Befruchtung, etc. für Schwule und Lesben erlauben, könnten wir auch Leben weitergeben.

    Auch hier wieder: uns Dinge verwehren und das dann als Argument fürs weitere Diskriminieren nehmen.
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