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  • 04.09.2013           22      Teilen:   |

"Spiegel" gegen AHA

Berliner Homo-Gruppe wehrt sich gegen Pädo-Vorwürfe


Auszug aus dem Artikel im aktuellen "Spiegel": Die FDP und eine Homo-Gruppe wollten Anfang der 80er mit "Lesben und Liberalen, Schwätzern und Schwestern, Prominenten und Päderasten" feiern.

Der "Spiegel" schreibt, die Allgemeine Homosexuelle Arbeitsgemeinschaft (AHA) sei in den achtziger Jahren eine "Lobby-Gruppe für Pädophilie" gewesen – als Reaktion kritisiert der Berliner Verein die "unsägliche Verknüpfung von Homosexualität und Pädophilie".

Auch in dieser Woche beschäftigt sich der "Spiegel" wieder mit dem politischen Verhältnis zur Pädophilie Anfang der 1980er Jahre. Letzte Woche klagte das Magazin allgemein "die Schwulenbewegung" an und verlangte eine Rechtfertigung vom Lesben- und Schwulenverband, obwohl dieser erst in den Neunzigern gegründet wurde (queer.de berichtete).

Diese Woche attackierte das Hamburger Nachrichtenmagazin die FDP, in der es in den frühen Achtzigerjahren "Toleranz und Unterstützung für pädophile Positionen" gegeben habe. Dabei ging der "Spiegel" mit harschen Worten auch auf eine Homo-Gruppe los, die es heute noch gibt:

Außer für ehrenhafte Projekte wie das Beratungszentrum für Schwule und Lesben in Kreuzberg sorgte die FDP auch dafür, dass die Allgemeine Homosexuelle Arbeitsgemeinschaft (AHA) öffentliche Gelder bekam. Die AHA setzte sich damals nicht nur für die dringend notwendige Entkriminalisierung von Homosexualität ein – sie war auch eine Lobbygruppe für Pädophilie.

So bekam eine Organisation Steuergelder, deren "Arbeitsgruppe Pädophilie" die Reform des Sexualstrafrechts forderte, sich für vor Gericht stehende Pädophile starkmachte und entsprechendes Gedankengut in Zeitschriften veröffentlichte. Olaf Stüben, einer der bekanntesten und umtriebigsten Pädophilen jener Zeit, war [damals] Koordinator der AHA.



Die AHA wehrt sich nun in einer Pressemitteilung dagegen, durch "ungerechtfertigte Pauschalisierungen in der aktuellen Berichterstattung einem Generalverdacht" ausgesetzt zu werden. In ihrer Geschichte sei die AHA "niemals auf einen solchen Vereinszweck ausgerichtet [gewesen], noch toleriert oder unterstützt sie heute entsprechende Positionen". Die "AG Pädophilie" habe es zwar gegeben, man habe sich aber bereits vor Jahrzehnten von ihren Zielen distanziert:

Aus einem (aus heutiger Sicht falschen) Toleranzgedanken heraus gab es leider auch in der AHA – wie in vielen Organisationen der Schwulen- und Bürgerrechtsbewegung jener Zeit – eine Gruppe offen pädophiler Männer, die u.a. die Abschaffung des §176 StGB (Verbot des sexuellen Missbrauchs von Kindern, Red.) forderten. Die sogenannte "AG Pädophilie" existierte von 1979 bis Mitte der Achtzigerjahre. Danach finden sich keine Hinweise mehr auf ein Fortbestehen. Auch haben wir keine Hinweise darauf, dass sich der Gesamtverein den Forderungen dieser AG nach einer völligen Legalisierung von pädophilen Betätigungen angeschlossen hätte.

Mitte der Neunzigerjahre wurde dieses Kapitel der Vereinsgeschichte erstmals aufgearbeitet, was 1995 in einem Beschluss der Mitglieder mündete, eine klare Distanzierung zur Pädophilie in ein Grundsatzprogramm des Vereins aufzunehmen. Diese Distanzierung wollen wir als heute in der AHA Aktive deutlich wiederholen. Aus heutiger Sicht bedauern wir, dass unser Verein vor 30 Jahren einer Gruppe von Pädophilen ein Forum gegeben hat und arbeiten im Hinblick auf das vierzigjährige Bestehen unseres Vereins im Jahr 2014 diesen dunklen Punkt der Vereinsgeschichte, soweit unsere Quellen es zulassen, weiter auf.



Die AHA warnt davor, dass in Medien wieder der "der unsäglichen Verknüpfung von Homosexualität und Pädophilie das Wort geredet wird, von der wir, nach fast 40 Jahren im Kampf gegen Diskriminierung und Stigmatisierung hofften, dass sie allmählich überwunden wäre".

Heute sei die Gruppe "personell und inhaltlich eine andere" als in den 80ern, mit der Berichterstattung würden Ehrenamtler durch "ungerechtfertigte Pauschalisierungen" einem Generalverdacht ausgesetzt.

Anders als bei dem Bericht der Vorwoche wird das Magazin allerdings konkreter und benennt einen ehemaligen AHA-Koordinator als "einen der bekanntesten und umtriebigsten Pädophilen jener Zeit", worauf der Verein nicht näher eingeht. (dk)

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Tags: spiegel, aha, berlin, pädophilie
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Reaktionen zu "Berliner Homo-Gruppe wehrt sich gegen Pädo-Vorwürfe"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
04.09.2013
14:24:41


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Sexuellen Missbrauch mit einer liberalen Einstellung gegenüber "Päderasten" gleichzusetzen, bewegt sich auf NPD-Niveau.
Einvernehmlicher Sex zwischen Menschen ist kein sexueller Missbrauch, auch wenn eine(r) der beiden noch keine 18 ist. Doch der #Spiegel setzt das abermals gleich. Das ist widerlich. Ich bin eh dafür, dass nicht Sexualität, sondern Missbrauch bestraft gehört. In einem verleumderischen Klima, ist das aber schlecht zu diskutieren, dass man etwa das Schutzalter endlich auf 14 begrenzt. Das NPD-Niveau ist dann erreicht, wenn nicht zwischen "Kinderschändern", Homosexuellen, "Perversen", Päderasten und Pädophilen unterschieden wird. Das ist hetzerisch. Die feige Reaktion von #AHA ist allerdings ebenso beschämend, zudem verräterisch und duckmäuserisch.


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#2
04.09.2013
15:58:00


(+1, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Im Lügen verbreiten ist der Spiegel ja immer ganz weit vorne gewesen!


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#3
04.09.2013
17:00:08
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von yomen


Nach der Argumentationskette des Spiegel, müssten auch alle Hereros mit dem Pädo-Thema verquickt werden.

FDP/Grüne etc. sind doch Hetero-Einrichtungen, oder...?

Ach ja, sowas gibt es ja gar nicht. Nur Homo-Einrichtungen gibt es.

Wie noch dieses pseudo intellektuelle Schmierblatt ankotzt. Dumm genug um nicht konsequent Gruppierungen durchzusetzen.

Oder warum ist alles bei den Homos pauschal für alle Homos gültig. Bei den Hereros gelten aber andere Maßstäbe?


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#4
04.09.2013
17:25:24


(+2, 6 Votes)

Von XDAS


Wie mittlerweile bekannt ist, hat die FDP bzgl. Verharmlosung von Kindesmissbrauch viel mehr aufzuarbeiten als die Grünen.

Aber Hauptsache, die FDP wettert weiterhin gegen die Grünen. So macht die FDP das immer: von sich selbst ablenken, indem man mit dem Finger auf andere zeigt.


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#5
04.09.2013
18:48:39


(+4, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von reiserobby


""dass man etwa das Schutzalter endlich auf 14 begrenzt.""..

Faktisch haben wir ein Schutzalter von 14..

Es ist aber an der Zeit auch dieses infrage zu stellen, denn es kriminalisiert weiterhin sexuelle Beziehungen zwischen Jugendlichen..

Es gibt keinen vernunftbegabten Grund eine Beziehung zwischen einem 12-jährigem und einem 14-Jährigen mit Strafe zu bedrohen..

Daher muß dringend die Veränderung dieser "starren" Grenzen diskutiert werden..

Eine Lösung wie etwa in der Schweiz die eine Art "flexible Altersgrenze" eingeführt haben, könnte ich mir vorstellen..
Danach könnte ein 12-Jähriger straffrei Sex mit einem bis zu 16-Jährigem haben..

Sexualität gehört nicht in Paragraphen des Strafgesetzes gepresst..

Das so genannte Sexualstrafrecht gehört deshalb meiner Meinung nach aus dem StGB gestrichen..

Der Begriff "sexueller Missbrauch von Kindern" "verniedlicht" den Vorgang einer brutalen Vergewaltigung zur nächtlichen Fummelei..

Eine Zusammenfassung unter dem Begriff Vergewaltigung würde dem abhelfen und gleichzeitig eine höhere Strafandrohung mit einer Mindeststrafe von 4 Jahren ermöglichen..

Bislang werden diese Fälle nämlich nur mit 1 Jahr, oder sogar nur Geldstrafe bedroht..
Ein vollkommen unhaltbarer Zustand der Kinder und Jugendliche zu einer anderen Qualität von Opfer herabwürdigt, als etwa eine erwachsene Frau die eine Vergewaltigung erleben muß..

Daher sollte unter anderem der Inzest-§ 173 gestrichen werden, und alle anderen Paragrphen die sich mit "Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung" richten unter dem Vergewaltigungs-Paragraphen 177 zusammengefasst werden..

Daneben ist vor allem der § 180 ""Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger"" zu streichen, der in seinem Charakter ähnliche Auswirkungen einfaltet wie die russichen Gesetze "gegen Homopropaganda"..

Alles was Zwei Menschen einvernehmlich miteinander treiben geht einen Dritten nichts an..

Und so lange keinerlei Gewalt dabei eine Rolle spielt schon gar nicht..

Der erneute Artikel des Spiegel der sich nun mit der AHA beschäftigt ist offensichtlich aus der gleichen Intention heraus verfaßt worden :

Den Vorreitern der Diskussion um die Veränderung der Schutzaltersgrenzen und deren Angleichung an Hetero-Standards nachträglich diffamierend die Nähe zu Pädosexuellen anzulasten..

Das ist mehr als unlauter und zeigt erneut das sich die Autoren nicht mit Fakten belastet, sondern aus rein populistischen Motiven heraus im Wahlkampf auf das Pferd aufspringen, das Leute wie Dobrindt und Geis gesattelt haben..


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#6
04.09.2013
19:30:23


(+6, 6 Votes)

Von Hugo


Der Spiegel droht, bei mir auf meinen persönlichen Index zu kommen.
Aber was läse ich dann? Denn alle anderen sind rechs von meinen Meinungen.


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#7
04.09.2013
21:46:00


(+7, 7 Votes)

Von StefM


Was will der Spiegel mit dieser Kampagne eigentlich bezwecken, noch dazu so kurz vor der Wahl?

Soll Personen das Wort geredet werden, die sich bis hin zur Wieder-Kriminalisierung der Homosexualität einsetzen?


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#8
05.09.2013
10:15:49


(+1, 5 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


Das Schutzalter in Deutschland hat diesen flexiblen Rahmen. In der Regel gilt:
Für unter 18 jährige ist 14 die untere Grenze, für über 18 jährige 16, für Personen in Abhängigkeitsverhältnissen 18.
Bei Bedarf ist da aber Spielraum drin wenn etwa die sehr reife 15 jährige einem 18 jährigen erzählt sie wäre älter bzw. bei jemandem eine mangelnde Reife ausgenutzt wurde.
Die Zahl der Anzeigen ist aber meines Erachtens nach gering und das System funktioniert. Falls es zwischen einem 14 und 12 jährigen wirklich einvernehmlich ist dürfte das weder jemand erfahren und noch stören.


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#9
05.09.2013
10:17:46


(-5, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #8 von seb1983


Ein einheitliches Schutzalter muß her! 18 Jahre sind angemessen.


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#10
05.09.2013
10:50:03
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #9 von FoXXXyness


So wie etwa noch in österreich vor 10 jahren, wo ER mit 19 verurteilt wurde, weil ER - der partner 16 war? Und bei einer SIE das nicht der fall gewesen wäre?


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