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Die gläubigen Kleins sehen sich als Opfer der Homo-Mafia

In christlich-konservativen US-Fernsehsendern gibt es derzeit nur ein Thema: Homosexuelle sollen Schuld sein, dass eine Bäckerei und Konditorei in der Großstadt Gresham (Bundesstaat Oregon) schließen musste.

In den USA haben schwul-lesbische Aktivisten in den vergangenen Jahren einen Erfolg nach dem anderen gefeiert. Die Ehe wurde inzwischen in 13 Staaten geöffnet – Ende 2008 waren es lediglich zwei Staaten. Außerdem wird die gleichgeschlechtliche Ehe nach einer Gerichtsentscheidung im Juni bundesweit von Washington anerkannt (queer.de berichtete).

Die lautstärksten Gegner der Gleichstellung, fundamentalistische Christen, blasen nun mehr denn je zum Angriff auf sexuelle Minderheiten. Nun wollen sie die Botschaft an den Mann bringen, dass Homosexuelle die Religionsfreiheit mehr und mehr einschränken.

Als Beispiel für diese Entwicklung führen sie eine Backstube in Oregon an. Das Christian Broadcasting Network, das auch Programme für den deutschen Sender Bibel-TV erstellt, schießt sich auf die Gegner ein. In einer "Nachrichten"-Sendung erklärt der Moderator trocken:

Die Bäckerei, die wegen der religiösen Überzeugungen der Besitzer keine gleichgeschlechtliche Hochzeitstorte backen wollte, musste schließen. […] Diejenigen, die die Bäckerei am Sonntag besucht haben, haben nur leere Verkaufstische vorgefunden. Am Fenster hat ein Schild des "Oregon Family Council" erklärt: "Die Religionsfreiheit ist in Gresham unter Beschuss".

Hintergrund: In Oregon gilt seit 2007 ein Gleichbehandlungsgesetz, das die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung beim Zugang zu Dienstleistungen verbietet. Christliche Bäcker können als Schwule und Lesben genauso wenig abweisen wie rassistische Bäcker Schwarze.

Bei CBN dürfen sich natürlich die Bäcker Melissa und Aaron Klein zu Opfern der bösen Homos erklären. So hat der TV-Kanal ein Interview mit den Beiden folgendermaßen zusammengeschnitten:

Aaron: Ich wollte nicht Teil dieser Hochzeit werden, von der ich denke, dass sie falsch ist.

Melissa: Ich bin, wer ich bin. Und wissen Sie, ich will mein Leben leben, wie ich mein Leben lebe. Ich habe mir ausgesucht, Gott zu dienen.

Aaron: Das ist eines der Dinge: Wir haben viel Arbeit in das Geschäft gesteckt. Jetzt ist es aus. Aber auf der anderen Seite vertraue ich dem Herrn. Er wird sich ab jetzt um uns kümmern. Ich bin sicher, dass er das in Zukunft tun wird.

Das Video:

Melissa und Aaron wollen jetzt ihr Geschäft von zu Hause aus weiter führen – und wohl ihre neue Berühmtheit nutzen, um in der Fundi-Szene ihre Zuckerbomben abzusetzen. Das Paar spart derzeit nicht mit medienwirksamen Erklärungen.

Übrigens: Laut Aaron und Melissa unterdrücken Homosexuelle im 100.000 Einwohner zählenden Gresham die christliche Mehrheit. Ein Paradies für Schwule und Lesben ist das Städtchen aber keineswegs: In diesem Jahr gab es etwa bereits einen bewaffneten homophoben Überfall, wie dieses Video zeigt:

Zudem wurde dort ein langjähriger Schulrektor gefeuert, nur weil seine Homosexualität bekannt wurde:

Für Aaron Klein sind die Homos allerdings generell Feinde, die "eine gemeine Mafia-Taktik" anwenden, wie er gegenüber CBN erklärte. Und gegenüber einem Lokalsender begründete der christliche Aktivist seine Engagement so: "Ich möchte, dass meine Kinder sehen, dass ihr Dad sich für etwas einsetzt, an das er glaubt". (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 GottesstaatenAnonym
#3 mstuAnonym
  • 05.09.2013, 18:06h
  • Manche Kunden oder Dienstleistungen muss man ablehnen, manchmal ist es sogar besser wenn man nicht jeden Auftrag macht.

    Man muss es dann anders Verpacken und nicht beleidigend oder diskriminierend rüberbringen.
    z.B. Man ist im Urlaub, der Azubi kann das noch nicht, die Termine sind ausgebucht oder unsere Kompetenz ist für den Auftrag nicht ausreichend.

    Die Betriebsinhaber können schon selber entscheiden können ... wen sie bedienen.
    Der Türvorsteher lässt ja auch nicht jeden in die Disco.
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#4 David77Anonym
  • 05.09.2013, 18:22h

  • Ach nee. Aber am sonntag arbeiten + gegen die 10 gebote brechen.
    diskriminierend wäre es dort NICHT einzukaufen. Aber vielleicht sollte man den spieß umdrehen + schilder aufhängen "gays kauft hier nicht ein".
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#5 SmileyEhemaliges Profil
  • 05.09.2013, 18:31h
  • Ulkig. Dabei hätten sie doch zur höheren Ehre Gottes für die Hochzeitstorte zwei Dollar mehr verlangen und ein paarmal kräftig in den Zuckerguß spucken können, die bösen Homos zu züchtigen.

    Unkreativ, diese Christen.
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#6 timpa354Ehemaliges Profil
  • 05.09.2013, 19:09h
  • Tja wie ich aus der amerikanischen Presse weiss, waren die Kunden überhaupt nicht zufrieden mit dieser Bäckerei. Schlechte Hygiene, trockene cubcakes und unfreundliches Verhalten den Kunden gegenüber, der Laden ging kaputt wegen schlechter Leistungen. Passt allerdings zu diesem "frommen" Heuchlerpack, das anderen in die Schuhe zu schieben. Sie werden auch von zu Hause aus keinen Erfolg haben, denn in Kleinstädten sprechen sich minderwertige Waren rum.
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#7 FelixAnonym
  • 05.09.2013, 20:12h
  • Auch religiöse Menschen haben sich an Recht und Gesetz zu halten! Religionen stehen nicht über dem Gesetz!

    Wenn denen das nicht passt und sie ihr Geschäft schließen müssen, weil sie gegen geltendes Recht verstoßen, ist das deren eigene Schuld und von niemandem sonst...
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#8 mstuAnonym
#9 FennekAnonym
  • 05.09.2013, 20:35h
  • Es ist typisch für totaligäre Fundamentalisten, dass sie meinen, sie stünden über dem Gesetz.

    Übrigens:
    Hass ist nicht christlich! Liebe ist christlich!!
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#10 MiroAnonym
  • 05.09.2013, 22:06h
  • Ich verabscheue Scheinheiligkeit.

    Sind nun alle gleich? Haben alle die gleichen Rechte? Darf man einen unliebsamen Menschen abweisen und mit ihm kein Geschäft machen, wenn man das nicht will, oder ist das Diskriminierung?

    Wer bestimmt, welche Diskriminierung toll ist und welche pfui?

    Diese Diskriminierung finden hier sicher viele toll:
    www.keinebedienungfuernazis.de/

    Dann aber auch dem Ehepaar oben das Recht zugestehen, keine schwule Hochzeitstorte machen zu müssen, wenn sie das nicht wollen, bitteschön.
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