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G20-Gipfel und Homo-Rechte

Proteste in St. Petersburg


Der heterosexuelle Aktivist Daniil Gratschew protestiert gegen die schwul-lesbische Menschenrechtspolitik der russischen Regierung

Im Rahmen des G20-Gipfels gibt es weitere Proteste für und gegen Homo-Rechte in Russland – die deutsche Opposition bemängelt unterdessen das Schweigen der Bundeskanzlerin.

Am Freitagnachmittag haben schwul-lesbische Aktivisten und Homo-Gegner anlässlich des G20-Gipfels in St. Petersburg demonstriert. Hunderte Bereitschaftspolizisten hielten auf einer innerstädtischen Grünfläche, dem Marsfeld, mehrere Dutzend Schwule und Lesben sowie rechtsradikale und religiöse Demonstranten auseinander. An der gleichen Stelle, bei der es beim CSD Gewalt und Verhaftungen gegeben hatte (queer.de berichtete), kam zu keinerlei Ausschreitungen, auch weil die Behörden anders als in der Vergangenheit die Protestaktion nicht auflösten. Die Homo-Aktivisten trugen Plakate mit Aufschriften wie "Keine Homophobie in Russland", während die Gegner mit lautstarken Gesang oder einem Massengebet versuchten, lauter zu sein.

In der Innenstadt gab es eine weitere Aktionen: So hat der Aktivist Daniil Gratschew von der "Heterosexuellen Allianz für LGBT-Rechte" am Donnerstag öffentlich ein Schild mit der Aufschrift "Nürnberger Prozesse statt Sotschi-Olympiade" getragen. Ein Homo-Gegner hat ihm in Anwesenheit der Polizei eine Torte ins Gesicht gedrückt und so die Aktion beendet, die Beamten nahmen später eine Anzeige des jungen Aktivisten entgegen.

"Die Sotschi-Olympiade ist nichts anderes als die Legitimierung des augenblicklichen illegalen Regimes in den Augen der Weltgemeinschaft", begründete Gratschew die Aktion. Er erklärte, die Winterspiele könnten die "autoritären Tendenzen" im Land noch erhöhen und verglich die Situation mit der in Deutschland 1936, bevor die Nazi-Olympiade in Berlin eröffnet wurde. Eines Tages werde sich Putin aber wie die Nazis bei den Nürnberger Prozessen verantworten müssen, so Gratschew.

Im Laufe des Tages sollen mehrere Homo-Aktivsten noch Präsident Barack Obama treffen (queer.de berichtete). Westliche Staaten hatten in den letzten Monaten immer wieder homophobe Gesetze in Russland kritisiert, so wie das im Juni eingeführte Gesetz gegen Homo-"Propaganda" (queer.de berichtete).

Youtube | Video der Aktion von Daniil Gratschew

Irland droht mit Maßnahmen

Am Freitag erklärten weitere westliche Politiker, dass sie ihren Einfluss in Russland geltend machen wollen. So twitterte der britische Premierminister David Cameron am Freitagmorgen, er habe bei einem Gespräch mit Putin nicht nur offen über Syrien debattiert, sondern "auch Bedenken über Homo-Rechte" angesprochen. Zudem erklärte ein Sprecher des irischen Außenministers Eamon Gilmore, dass sein Land das homophobe Gesetz "kategorisch ablehnt" und "mit den EU-Partnern darüber verhandeln wird, welche Maßnahmen wir ergreifen können."

Kritik an Merkel


Schwusos-Chef Ansgar Dittmar

Deutsche Oppositionspolitiker forderten mehr Einsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich wegen des G20-Gipfels in St. Petersburg aufhält. "Entweder fehlt ihr der Mut oder die Kraft oder das Interesse", erklärte Ansgar Dittmar, der Chef der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos). "Jeder der möglichen Gründe wäre einer deutschen Bundeskanzlerin nicht würdig!", so Dittmar weiter. Die westliche Welt dürfe bei derartigen Menschenrechtsverstößen nicht wegschauen.

Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck erklärte am Freitag, dass Putins Reich "totalitäre Züge" annehme: "Das Maß an Gewalt und die Einschränkung der Meinungsfreiheit ermöglicht für Lesben und Schwule kein sicheres Leben in Russland", Daher müsse die deutsche Bundesregierung anerkennen, dass verfolgte Schwule und Lesben Asyl finden können. "Dazu ist eine klare Ansage nötig und kein ignorantes Wegducken", forderte Beck. (dk)

Youtube | Die russischen Nachrichten berichten über den Protest am Marsfeld
Protestaktionen am Sonntag

Weltweiter Aktionstag am 8.9. mit Aktionen u.a. in Berlin, Bonn, Hamburg, Frankfurt, Mainz, München und Stuttgart


#1 GretelAnonym
  • 06.09.2013, 16:52h
  • unsere bundesmutti hat doch wichtigeres zu tun!
    sie muss ihr "geburten-und familienfreundliches becken" auf ihrem hintern ausruhen lassen, denn schliesslich ist "wahlkrampf"!
    sie macht das, was sie immer macht und offenbar am besten kann : sie sitzt aus!!!
    bestenfalls führt sie bei einem abendlichen empfang ihr "bayreuther dekollete" aus, um vladi zu beeindrucken?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Simon HAnonym
  • 06.09.2013, 16:58h

  • "die deutsche Opposition bemängelt unterdessen das Schweigen der Bundeskanzlerin."

    Mal ganz abgesehen davon, dass Frau Merkel zu keinem Thema etwas sagt (denn nur wenn man meinungslos ist und immer schwammig bleibt, klamm kann man auf maximale Zustimmung kommen).

    Aber dazu kommt noch, dass Frau Merkel gerne bei Homohassern spricht und denen versichert, mit ihr gebe es keine Gleichstellung.

    Da wird die ganz sicher nichts zu solchen Menschenrechtsverletzungen sagen.

    Frau Merkel ist eine Opportunistin, die aus reinem Machtkalkül handelt.
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#4 LucaAnonym
  • 06.09.2013, 17:03h

  • "bemängelt unterdessen das Schweigen der Bundeskanzlerin."

    Wundert doch keinen.

    Frau Merkel sieht bei sowas immer gerne weg. Sie fischt halt gerne am rechten Rand.
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#5 AlexAnonym
#6 Hemez
  • 06.09.2013, 19:44h
  • Wenn die Konrad-Adenauer-Stiftung in Moskau durchsucht wird und Computer beschlagnahmt werden, dann wird Merkel biestig. Oder wenn es um Beutekunst geht.....
    Merkel kann, wenn sie will!

    Es liegt also nicht an mangelnden Mut oder Kraft - nein - sie will einfach nicht!
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#7 Tobi CologneAnonym
  • 06.09.2013, 20:01h
  • Antwort auf #6 von Hemez
  • Richtig!

    Erst vor ein paar Tagen stand doch hier auf queer.de ein Bericht, dass Frau Merkel wieder mal bei fanatischen Fundamentalisten versprochen hat, dass sie nichts für Schwule und Lesben tun wird.

    Der ist auch scheißegal, was mit Schwulen und Lesben im Ausland passiert. Sie sagt das nur nicht so offen, damit sie mit ihrer extremen Meinung keine gemäßigten Wähler verschreckt.

    Zum Hetzen schickt sie dann Leute wie Norbert Geis, Erika Steinbach, Laschet, Laumann, etc. vor...

    Diese Strategie macht die immer:
    nie selbst Farbe bekennen, sondern im Hintergrund die Strippen ziehen, aber sie ist dennoch für alles verantwortlich.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.09.2013, 20:14h
  • Statt Reden zu schwingen, sollte Volker Beck mal bei einer der Protestveranstaltungen mitmachen oder hat er aus wahlkampfterminlichen Gründen keine Zeit dafür?
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#9 der ZahnfeeAnonym
#10 TimonAnonym