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  • 06.09.2013           30      Teilen:   |

Hoher Besuch in St. Petersburg

Obama traf russische LGBT-Aktivisten

Artikelbild
Obama am Freitag mit Igor Koschetkow (ganz links) und Olga Lenkowa (rote Haare) von "Coming Out", die man in diesem Sommer beim Berliner CSD und dem Straßenfest im Nollendorfkiez erleben konnte (Bild: US Embassy in Moscow)

Der US-Präsident setzte sich am Freitag nach dem G-20-Gipfel in St. Petersburg mit Vertretern mehrerer Bürgerrechtsorgansisationen zusammen.

Von Norbert Blech

US-Präsident Barack Obama hat am Freitag mehrere Vertreter von russischen Menschenrechtsgruppen getroffen. Bei dem Treffen nach Abschluss des G-20-Gipfels in St. Petersburg waren auch zwei LGBT-Aktivisten dabei.

"Die hier versammelten Aktivisten sind unentbehrlich für die Entwicklung Russlands und ich bin sehr stolz auf ihre Arbeit", sagte der Präsident laut der Agentur "Interfax", was auch in russischen Medien erwähnt wurde. "Auf ihre Weise tragen Sie dazu bei, die russische Gesellschaft zu stärken und Fortschritte für alle Menschen zu erzielen."

Unter den neun Aktivisten waren Igor Kotschetkow vom russischen LGBT Network, das diverse Projekte im ganzen Land vertritt, und Olga Lenkowa von der St. Petersburger Organisation "Coming Out".

"In Russland, in den USA und überall auf der Welt hat eine gute Regierung die Aufgabe, Raum für eine funktionierende Zivilgesellschaft zu schaffen", sagte Obama. Dies schließe die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit ein.

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Eine Stunde Gespräche

Igor Koschetkow bei einem Protest gegen das örtliche "Propaganda"-Gesetz in St. Petersburg im letzten Jahr
Igor Koschetkow bei einem Protest gegen das örtliche "Propaganda"-Gesetz in St. Petersburg im letzten Jahr

Koschetkow sagte nach dem Treffen, das Gespräch sei "sehr gut gewesen", der Präsident habe sich viel Zeit genommen und sei auf Fragen und Wünsche der Aktivisten eingegangen. Zugleich habe er aber betont, dass er in Gesprächen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin auch weitere Interessen zu vertreten habe. Er tue aber, was er könne; dazu zählte er auch den Einsatz für Schwule und Lesben in seinem Land und über die Vereinten Nationen.

Bei dem Treffen, das rund eine Stunde dauerte, waren auch der US-Botschafter in Moskau, Michael McFaul, und Obamas Sicherheitsberaterin Susan Rice anwesend. Weitere Bürgerrechtsgruppen waren eingeladen, konnten aber wie die "Helsinki Group" aus Moskau wegen mehrerer Terminverschiebungen nicht teilnehmen.

Nicht auf der Gästeliste stand hingegen der zunehmend umstrittene Moskauer CSD-Organisator Nikolai Aleksejew. Dafür hat dieser um ein Treffen bei Russlands Präsidenten gebeten; Putin hatte in dieser Woche in einer Art Ablenkungsmanöver in einem TV-Interview gesagt, dass Homosexuelle nicht diskriminiert würden und er sich mit ihnen an einen Tisch setzen könnte (queer.de berichtete).

Youtube | Bericht von Euronews zu dem Treffen

Demo in St. Petersburg, Kritik an Merkel

Der Aktivist Daniil Gratschew forderte am Donnerstag statt Olympischer Spiele ein Menschenrechtstribunal für Putin. Dann wurde er angegriffen.
Der Aktivist Daniil Gratschew forderte am Donnerstag statt Olympischer Spiele ein Menschenrechtstribunal für Putin. Dann wurde er angegriffen.

Am Nachmittag hatte es eine Demonstration von schwulen und lesbischen Aktivisten auf dem Marsfeld in St. Petersburg gegeben – trotz Gegendemonstranten und Münzwürfen auf die Aktivisten aus der Ferne blieb es dabei halbwegs friedlich, die Polizei lies die Veranstaltung überraschenderweise laufen und sorgte für einen Schutz der Teilnehmer (queer.de berichtete). Wenige Monate zuvor hatte sie an gleicher Stelle einen CSD abgebrochen und war nicht eingeschritten, als Teilnehmer verprügelt wurden (queer.de berichtete). Stattdessen wurden diese damals verhaftet.

Mehr zu der Demonstration sowie zu einem Protest des Aktivisten Daniil Gratschew, der am Vortag in der Innenstadt dabei mit einer Torte geschlagen wurde, in diesem Bericht. Dort findet sich auch Kritik von deutschen Oppositionsparteien an Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin hatte die homophobe Gesetzgebung in Russland – allein diese Woche wurde ein neuer Gesetzentwurf bekannt, der schwulen oder lesbischen Elternteilen das Sorgerecht entziehen könnte – offenbar nicht zum Thema gemacht. Der britische Premier David Cameron hingegen in der Nacht mit Wladimir Putin über LGBT-Rechte gesprochen haben.

Youtube | Ein neues Video von den Protesten am Morgen. Mehr dazu hier.
  Protestaktionen am Sonntag
Weltweiter Aktionstag am 8.9. mit Aktionen u.a. in Berlin, Bonn, Hamburg, Frankfurt, München und Stuttgart
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Tags: barack obama, russland, st. petersburg, homo-propaganda, igor kotschetkow, olga lenkowa
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Reaktionen zu "Obama traf russische LGBT-Aktivisten"


 30 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
06.09.2013
21:48:34


(+6, 10 Votes)

Von Rassolnik


"Behandelt wurden mehrere Themen", teilte Tschikow RIA Novosti telefonisch mit. "Wir diskutierten über die Lage der Zivilgesellschaft und über Menschenrechte in Russland, über die Lage von Nichtregierungsorganisationen, über die Situation um Schwule und Lesben in Russland, über den Umweltschutz und über die Lage der Unternehmer." Behandelt worden seien auch Probleme der Pressefreiheit.
Tschikow sagte ferner, Obama habe versprochen, die Schließung des Guantanamo-Gefängnisses auf Kuba früher oder später durchzusetzen.

Link:
de.ria.ru/russia/20130906/266827903.html


1980 waren in den USA 220 von 100 000 Einwohnern im Gefängnis, 2009 waren es schon 760.

Bild-Link:
1175148_10151879679104402_1709208512_n.jpg


Link zu www.facebook.com

Link zu www.queer.de


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#2
06.09.2013
22:09:59


(+3, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Barack Obama hätte Bundesmutti auf das Treffen gleich mitzerren sollen!


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#3
06.09.2013
22:39:45


(+5, 7 Votes)

Von small
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Bei allem Verständnis für unsere Rechte, aber ich glaube, da steht grad der Weltfriede zur Debatte...

Die beiden sollten doch in der Lage sein, sich zusammen zu setzen und ein Lösung finden....


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#4
06.09.2013
22:49:11


(+8, 10 Votes)

Von Harvey Milk
Antwort zu Kommentar #3 von small


Unsere Rechte sind Weltfrieden.

Dropping out of Wall Street, Milk grew out his hair and burned Bank of America card to protest the Vietnam War. Moving to San Francisco in 1972, Milk opened a camera store on Castro Street.


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#5
07.09.2013
08:23:05
Via Handy


(+2, 6 Votes)

Von LedErich
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Hey, das ist wirklich eine großartige Entwicklung, dass ein US-Präsident solche Themen zur Chefsache macht. Die LGBT-Community kann stolz sein, das erreicht zu haben.


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#6
07.09.2013
11:22:17


(+5, 5 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


da überschlägt sich ja momentan die freie welt...

Zitat des Tages
"Ich denke, daß wir alle aufstehen müssen und sagen: »Hey, du Russe. Wir haben keine Angst vor dir, keine Angst vor deinen Hunden, keine Angst vor deinen Spielchen.«"
Franz Josef Wagner am Freitag in seiner Bild-Kolumne über Rußlands Präsidenten Wladimir Putin und seine Politik

Hoffentlich denkt hier keiner im Barbarossa-konzept.


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#7
07.09.2013
13:17:57


(+4, 6 Votes)

Von Erika Steinbach
Antwort zu Kommentar #6 von stromboli


Franz Josef Wagner (* 7. August 1943 in Olmütz, Protektorat Böhmen und Mähren) ist ein deutscher Boulevard-Journalist.


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#8
07.09.2013
13:37:02


(0, 8 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von LedErich


"Die LGBT-Community kann stolz sein, das erreicht zu haben."

Hochmut kommt vor dem Fall.

Aber die mutigen Akivisten in Russland brauchen Mutmacher wie Obama.

Und keine kleinmütigen Russlandverstehen, die nicht Russland, sondern nur seine repressive Oligarchenklasse verstehen, die sich seit jeher gerne von Popen beweihräuchern lässt.


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#9
07.09.2013
14:38:39


(+4, 10 Votes)
 
#10
07.09.2013
14:49:51


(+2, 8 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #9 von zoom


Link:
de.wikipedia.org/wiki/Haus_Romanow-Holstein-Gottor
p


Rasputin hin, Rasputin her.

Das russisch-rauschebärtige (früher antisemitische, heute homophobe) Gefrömmel war schon vor 1917 eine Potemkinsche Kulisse, hinter der sich das nüchtern kalkulierende protestantische Erwerbsstreben einer weitgehend deutschstämmigen Herrenkaste verbarg.

Der 'Clash of civilisations' zwischen dem 'Westen' und der russischen Säääle ist nichts als ein Fake.


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