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Alexander Dilger bei einer AfD-Wahlkampfkundgebung in Dortmund (Bild: Jürgen Schmitz)

Zu Update springen: taz korrigiert und entschuldigt sich

Mit einer Unterlassungserklärung geht Alexander Dilger, NRW-Vorsitzender der Alternative für Deutschland, gegen die Behauptung vor, ein "bekennender Schwuler" zu sein.

Ein Bericht der alternativen Tageszeitung "taz" vom vergangenen Donnerstag über "Antifeminismus in der AfD" hat ein juristisches Nachspiel. Der in dem Artikel von Simone Schmollack als schwul geoutete NRW-Landessprecher der Alternative für Deutschland, Alexander Dilger, teilte in seinem Blog mit, einen Anwalt eingeschaltet zu haben, um die "taz" abzumahnen und zur Abgabe einer Unterlassungserklärung sowie zur Veröffentlichung eines Widerrufs zu verpflichten.

Die "taz"-Inlandsredakteurin hatte in ihrem Artikel über die AfD den Soziologen Andreas Kemper mit den Worten zitiert, "Aber die Orientierung auf die traditionelle Familie grenzt unter anderem Alleinerziehende und Homosexuelle aus", und daraufhin geschrieben: "Das durfte Alexander Dilger, AfD-Landessprecher in Nordrhein-Westfalen und bekennender Schwuler, am eigenen Leib erleben. Dilger, der früher mal FDP-Mitglied war und dem liberalen Flügel der AfD zugerechnet wird, fordert die Homo-Ehe. Auf dem schwul-lesbischen Straßenfest im vergangenen Juni in Berlin sammelte er Unterschriften für die AfD – mit dem Hinweis, dass die Partei 'ohne Vorbehalte' zur Homo-Ehe stehe. So steht es zumindest in einer Presseerklärung."

"Sexuelle Orientierung ist Privatsache"


Am 10. September spricht Alexander Dilger in Münster über den Euro

Dilger selbst wehrt sich in seinem privaten Blog gegen diese "Unwahrheiten in der taz": "Dazu stelle ich fest, dass ich weder homosexuell bin noch gar ein 'bekennender Schwuler'. Ich war nicht '[a]uf dem schwul-lesbischen Straßenfest im vergangenen Juni in Berlin' und habe dort dementsprechend auch keine 'Unterschriften für die AfD' gesammelt. Ich habe auch nie behauptet, dass die Partei 'ohne Vorbehalte' zur Homo-Ehe stehe. Schließlich gibt es auch keine dementsprechende Presseerklärung."

Der Wirtschaftswissenschaftler Dilger vermutet eine Verwechslung mit Berliner Parteimitgliedern, die tatsächlich im Juni auf dem schwul-lesbischen Stadtfest Unterstützungsunterschriften für die AfD gesammelt und dazu eine Pressemitteilung herausgegeben hatten, in der u.a. eine steuerliche Gleichstellung eingetragener Lebenspartner gefordert worden war (queer.de berichtete). Der Name Alexander Dilger taucht darin zwar nicht auf, allerdings hatte der NRW-Landessprecher eine Distanzierung des AfD-Bundesvorstands auf Facebook von dieser Pressemitteilung öffentlich kritisiert: "Dafür gibt es keinen Parteitagsbeschluss", schrieb er am 23. Juni 2013 in seinem Blog. "Man kann daraus sogar eine Missachtung des Grundgesetzes und des jüngsten Verfassungsgerichtsurteils herauslesen. Hinzu kommt, dass der Bundesvorstand das gar nicht beschlossen hat, so dass ich eine direkte Distanzierung von dieser Distanzierung verlange."

Prof. Dr. Alexander Dilger, Jahrgang 1968, leitet das Institut für Organisationsökonomik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Bis zum Frühjahr 2013 war er 23 Jahre lang Mitglied der FDP und leitete dort den Landesfachausschuss für Innovation, Wissenschaft und Forschung. Seit April 2013 ist er Landesvorsitzender der Alternative für Deutschland. Er führt die NRW-Landesliste zur Bundestagswahl am 22. September an und ist darüber hinaus AfD-Direktkandidat in Dortmund. Anders als seine drei Stellvertreter im Landesvorstand macht Dilger auf der Partei-Homepage keine Angaben zu seinem Familienstand.

In seinem Blog schreibt Dilger: "Die sexuelle Orientierung von Menschen halte ich übrigens für deren Privatsache. Es sollte in der Politik keine Rolle spielen, ob jemand hetero-, homo- oder transsexuell ist. Anders stellt es sich bei den vertretenen politischen Positionen dar." (cw)

 Update  9.9.: "taz" entschuldigt sich
Die "taz" hat eine Richtigstellung veröffentlicht und sich entschuldigt. Die Behauptungen seien "falsch" gewesen. Dilgers Rechtsanwalt hatte zuvor von der "taz" 2.000 Euro Schmerzensgeld verlangt.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 So freifreifreiAnonym
  • 08.09.2013, 14:03h
  • "Bis zum Frühjahr 2013 war er 23 Jahre lang Mitglied der FDP und leitete dort den Landesfachausschuss für Innovation, Wissenschaft und Forschung."
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#3 Rüdiger v SteinAnonym
#4 SchwuletteAnonym
#5 AfD-schwulAnonym
#6 BravoAnonym
  • 08.09.2013, 14:51h

  • Ist doch gut zu wissen, das sich die AfD für homosexuelle Belange einsetzt und sogar auf schwulen Straßenfesten mitmacht.
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#7 ZeitfensterAnonym
  • 08.09.2013, 14:55h
  • Es hätte schlimmer kommen können! Man stelle sich vor, die taz hätte behauptet, Herr Prof. Dilger sei heterosexuell und habe Kinder. Ungeheuerlich!!!
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#8 FaktencheckAnonym
  • 08.09.2013, 14:57h
  • Antwort auf #6 von Bravo
  • "das sich die AfD für homosexuelle Belange einsetzt"

    Das tut sie nicht.
    Es gibt keine einzige offizielle Stellungnahme der Partei, die über das hinausgeht, was vom Verfassungsgericht angemahnt wurde.
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#9 Harry1972Profil
  • 08.09.2013, 15:04hBad Oeynhausen
  • Völlig egal, ob der mit Männern oder Frauen fickt. Seine Reaktion finde ich erbärmlich und sie zeigt überdeutlich, daß er LGBT eben nicht als ebenbürtig ansieht.
    Somit sind seine Äusserungen zur Gleichstellung lediglich Lippenbekenntnisse.

    So...und jetzt kann auch dieser Thread gerne zu einem Schlachtfeld für AFD-Propagandanutten werden. Nur zu, es wird euch nichts helfen.
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#10 BravoAnonym