Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?20001

LGBT-Aktion mit Blick auf den Aussichtsturm Taipei 101: Die 120 Tische auf dem Ketagalan-Boulevard waren am Abend vollbesetzt (Bild: Martin Aldrovandi)

Mit einem traditionellen Bankett in Taipeh forderten LGBT-Aktivisten eine Öffnung der Ehe, die Einführung eingetragener Partnerschaften sowie die Anerkennung von Gemeinschaften mehrerer Personen.

Von Martin Aldrovandi

Auf dem Ketagalan-Boulevard in der Hauptstadt Taipeh haben die Organisatoren 120 Tische aufgestellt, über 1.000 Gäste sind gekommen. Hier vor dem Präsidialamt feierten sie am Samstag ein traditionelles taiwanisches Hochzeitsbankett im Freien.

"Politik und Gesellschaft sollen sehen, dass es auch andere Beziehungsformen gibt, nicht nur die klassische Ehe zwischen Mann und Frau", sagt Gay-Aktivist Chiwei Chen. Chen ist der Sprecher der "Taiwan Tongzhi Hotline", die telefonische Beratung für Homosexuelle anbietet. Die NGO ist eine der Mitbegründer der "Allianz zur Förderung der Rechte von zivilen Partnerschaften", kurz TAPCP.

Die Organisation hat vor einem Jahr mit einer Unterschriftensammlung begonnen. Das Ziel: ein Gesetzesentwurf zur Öffnung der Ehe für Homosexuelle sowie eingetragene Partnerschaften und Gemeinschaften zwischen mehreren Personen. Es wolle schließlich nicht jeder gleich heiraten, sagt Chiwei Chen. Diese Paare könnten ihre Beziehung als Partnerschaft eintragen lassen. Mit der Gemeinschaft mehrerer Personen, soll es Menschen die sich nahe stehen, ermöglicht werden, eine Familie zu bilden – auch wenn sie nicht blutsverwandt sind.

Unterstützung von Showgrößen und dem Oppositionsführer


Auch Taiwans einziges gleichgeschlechtliches Ehepaar Abbygail Wu und Jiji Wu nahm an der Aktion teil,. Eine der Frauen war bei der Hochzeit rein rechtlich noch ein Mann (Bild: Martin Aldrovandi)

Unterschrieben haben neben Showgrößen auch mehrere Politiker, unter anderem der Vorsitzende der Oppositionspartei Su Tseng-chang. Noch diesen Monat soll der Entwurf im Parlament eingereicht werden. In Umfragen spricht sich regelmäßig über die Hälfte der befragten Taiwaner für die Öffnung der Ehe aus queer.de berichtete). Verglichen mit der eingetragenen Partnerschaft oder der Gemeinschaft mehrerer Personen habe die Ehe wohl am ehesten eine Chance, sagt Chiwei Chen, da sie sich am traditionellen Bild der Beziehung orientiere.

"Wir sind hier, um andere Paare zu unterstützen", sagt Abbygail Wu, die mit ihrer Ehefrau am Bankett teilnimmt. Die zwei Frauen konnten heiraten, weil eine der beiden zum Zeitpunkt der Eheschließung noch als Mann eingetragen war. Nachdem beide ihre Geschlechtsanpassung hinter sich hatten, wollten die Behörden die Heirat erst rückwirkend annullieren, gaben dem öffentlichen Druck jedoch nach. Seither sind die beiden Frauen offiziell miteinander verheiratet.

Abgesehen von dieser Ausnahme dürfen Taiwans Homosexuelle jedoch nicht heiraten, mehrere Versuche sind bisher gescheitert (queer.de berichtete). Ein Männerpaar, das vergangenes Jahr mit seiner Klage gegen das Taipeher Verwaltungsgericht für Aufsehen sorgte, gab Anfang dieses Jahres entnervt auf. Der LGBT- und Aids-Aktivist Chi Chia-wei, der daraufhin gegen die Stadt klagte (queer.de berichtete), wartet noch immer auf einen Gerichtstermin. Vor 27 Jahren versuchte Chi das erste Mal, seinen damaligen Partner zu heiraten. Man wolle nicht nochmals so lange warten, heißt es bei der TAPCPR, und hofft, dass in naher Zukunft alle Familien in Taiwan gleich behandelt werden.

Youtube | Video unseres Autoren vom queeren Bankett


#1 SuhiAnonym
  • 08.09.2013, 19:51h
  • Ich würde mich freuen, wenn es in Ostasien endlich ein Land gibt, das Homosexuelle wirklich gleichberechtigt behandelt und nicht nur ignoriert. In Taiwan sehe ich aufgrund der relativ liberalen Mentalität gute Chancen für eine Reform.

    Das Video ist übrigens gut gemacht! So etwas könntet ihr ruhig öfters machen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 tippAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.09.2013, 00:09h
  • Eine gelungene Aktion in Taipeh, der Hauptstadt des menschenrechtsfreundlichen Taiwan und ich hoffe, es bewegt sich jetzt endlich etwas!

    Das gilt auch dafür, daß Taiwan auch endlich von der internationalen Gemeinschaft als souveräner und selbständiger Staat anerkannt wird! Das gilt besonders für unsere Bundesregierung! Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit VR China sowie Schließung der Botschaft und Ausweisung des Botschafters sowie seines Gesindels und zu unerwünschten Personen erklären!
  • Antworten » | Direktlink »