Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?20006

Wentworth Miller in einem Promo-Bild für "Prison Break". In der Fernsehserie stellte er in 81 Folgen den Bauingenieur Michael Scofield dar, eine Art MacGyver des neuen Jahrhunderts (Bild: FOX)

Gut zwei Wochen nach seinem Coming-out gesteht der amerikanische Schauspieler, dass er mehrfach versucht habe, sich das Leben zu nehmen.

Bei einer Benefizveranstaltung in Seattle erklärte Wentworth Miller, er habe mehrere Suizid-Versuche hinter sich, weil er nicht mit seiner sexuellen Orientierung zurecht kam. "Als ich aufgewachsen bin, war ich eine Zielscheibe", erklärte Miller am Samstag bei der Gala der Homo-Gruppe Human Rights Campaign. Er versuchte daher, nicht schwul zu wirken und sich möglichst männlich auszudrücken. "Tausendmal dachte ich, ich erfülle nicht die Erwartungen von anderen", so Miller.

Der 41-Jährige habe erstmals im Alter von 15 Jahren versucht, sich das Leben zu nehmen: "Ich habe gewartet, bis meine Familie weg und ich alleine im Haus war und schluckte eine Dose Pillen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was in den nächsten paar Tagen passierte, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Montagmorgen im Bus zur Schule saß und vorgab, alles sei in Ordnung". Der Suizid-Versuch sei kein Schrei nach Hilfe gewesen: "Man kann nur nach Hilfe schreien, wenn man denkt, dass man Hilfe kriegt."

Angst um Karriere

Seine Homosexualität einzugestehen, sei sehr schwierig gewesen: "Ich hatte viele Möglichkeiten, die Wahrheit zu sagen, dass ich schwul bin. Aber ich habe mich immer wieder entschieden, das nicht zu tun. Meine Familie und meine Freunde wussten es, aber nicht die Öffentlichkeit. Ich habe mich entschieden zu lügen. Als ich über die Möglichkeit des Coming-outs nachdachte und darüber, wie das meine Karriere beeinflussen könnte, war ich voller Angst."

Miller, der vor allem durch seine Hauptrolle in der Fernsehserie "Prison Break" bekannt wurde, hatte sich Ende August geoutet, um gegen die homophobe Politik Russlands zu protestieren (queer.de berichtete). "Ich bin sehr beunruhigt über die aktuelle Haltung der russischen Regierung zu homosexuellen Männern und Frauen und deren Behandlung", erklärte er auf der Website einer Homo-Gruppe. Anlass war die Einladung zu einem Filmfestival in St. Petersburg gewesen. Er müsse diese Einladung "als schwuler Mann" ablehnen, so Miller.

Studien zeigen seit Jahren, dass die Selbstmordrate unter jungen Schwulen und Lesben weit höher ist als in der Durchschnittsbevölkerung. Dafür werden vor allem schädliche äußere Einflüsse verantwortlich gemacht. So kam eine US-Studie 2011 zu dem Ergebnis, dass die Selbstmordrate unter schwulen Jugendlichen in konservativen Gegenden höher ist als in einer Umgebung, in der Homosexualität eher akzeptiert ist (queer.de berichtete). (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.09.2013, 15:00h
  • Gut, daß er nicht den Freitod wählte und den Mut und die Kraft dazu hatte, etwas aus seinem Leben zu machen!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 timpa354Ehemaliges Profil
  • 09.09.2013, 15:42h
  • Das wäre wirklich schade gewesen um diesen interessanten Mann, bin froh, dass es nicht geklappt hat einerseits und traurig andererseits, dass Jugendliche noch immer fürchten müssen nicht so akzeptiert zu werden wie sie sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 PetterAnonym
  • 09.09.2013, 16:46h
  • Da sieht man wieder mal, welche schlimmen Auswirkungen die Unterdrückung der eigenen Homosexualität hat und welche Narben das hinterlässt.

    Und unterdrückt wird das ja nur, aufgrund der gesellschaftlichen und politischen Diskriminierung. Wäre das völlig akzeptiert, würde das keiner unterdrücken müssen.

    Ein erster Schritt muss die volle rechtliche Gleichstellung sein. Das bringt zwar nicht automatisch gesellschaftliche Gleichstellung, ist aber eine Grundvoraussetzung dafür, dass das überhaupt in Gang kommen kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 insiderAnonym
  • 09.09.2013, 16:55h
  • Hm der wird jetzt sicherlich weg vom fenster sein um als vorbild zu dienen, wird keine rollen mehr kriegen. Schade. Zum glück gibs aber noch neil patrick harris, dem ja auch viele hysterische vollheten den schwanz lutschen würden. Aber selbst der wird nach how i met keine große karriere mehr machen oder?! Vielleicht noch ein zwei trashige kommödchen mit jennifer aniston oder so. Aber lange halten sich offen schwule schauspieler im filmbusiness nicht.

    Jetzt weiss wenigstens maria carey warum sie bei miller nicht landen konnte
    Die hatte bestimmt deswegen krasse komplexe lol.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 SmileyEhemaliges Profil
  • 09.09.2013, 16:57h
  • "Ich bedauere an meinem Schwulsein nur daß ich es so lange unterdrückt habe. Ich habe meine Jugend den Leuten die ich fürchtete ausgeliefert, während ich 'da draußen' hätte sein und jemanden hätte lieben können. Macht diesen Fehler nicht selbst. Das Leben ist zu verdammt kurz dafür".
    Armistead Maupin

    Eine bessere Aussage zum großen beschissenen Versteckspiel kenne ich nicht.

    Und, vielleicht etwas abgedroschen, darum aber nicht weniger richtig:

    "Angst essen Seele auf".

    Gut jedenfalls daß die Selbstmordversuche nicht geklappt haben und er draußen ist, glücklicher, wie ich hoffe.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 klatschmaulAnonym
#7 HeliosProfil
  • 10.09.2013, 21:00hWaren (Müritz)
  • es ist schade sowas zu lesen, jedoch kann ich durchaus nachvollziehn wieso und warum wentworth sich umbringen wollte oder warum er karrieresorgen hat... vllt sind durch ihn einige promis die immernoch ungeoutet sind (womit ich niemanden verdächtigen will ;) ) mutiger mit ihrer sexualität
  • Antworten » | Direktlink »