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Moskau sei Lesbenhauptstadt Europas, sagt Wiktor Jerofejew.


Auf eine Zigarette mit Wiktor Jerofejew

Gaga-Grüße aus Moskau: Im neuen "Spiegel" behauptet der russische Schriftsteller Wiktor Jerofejew:

"Russlands Frauen haben genug von uns Männern, viele werden lesbisch. Moskau ist die Lesbenhauptstadt Europas. Deswegen ist es auch lächerlich, wenn der Kreml den Homosexuellen mit einem neuen Gesetz den Krieg erklärt."

Nach der ungläubigen Rückfrage des Magazins, "Russlands Frauen werden lesbisch, weil die Männer nichts taugen?", antwortet er:

So ist es. Was sollen sie machen? Unsere sowjetischen Männer haben bei der Arbeit zu viel gelogen und zu Hause zu viel gesoffen. Deswegen sind unsere Frauen das stärkere Geschlecht. Und deshalb wählen moderne Frauen hier oft andere Frauen als Partner. Wenn jemand in Russland heute wirklich frei ist, dann sind es diese Mädchen.

Wiktor Wladimirowitsch Jerofejew, der vor allem in den 90ern mit dem Roman "Die Moskauer Schönheit" bekannt wurde und dessen neuestes Buch "Die Akimuden" gerade bei Hanser erschienen ist, bietet den Redakteuren noch eine weitere steile These:

Putin ist wahrscheinlich liberaler als 80 Prozent der russischen Bevölkerung – die Mehrheit hier im Land will ja einen härteren Kurs gegen Ausländer, die Mehrheit will auch die Wiedereinführung der Todesstrafe. Und deshalb wäre ein starker politischer Wille gefragt, um Demokratie durchzusetzen. Alexander Puschkin hat im 19. Jahrhundert gesagt, der einzige Europäer in Russland sei die Regierung. Das gilt bis heute. Leider.

Auch hier könnte man widersprechen, doch dem Spiegel fällt erneut nur eine ungläubige Nachfrage ein: "Nicht Putin, sondern das Volk ist das Problem?"? Die Antwort: "Wenn der ganze Westen Putin als Diktator oder als Halbdiktator ansieht, er aber liberaler als 80 Prozent der Russen ist, dann sind wir in einer verzweifelten Lage." Tja, da kann man wohl nichts machen. (nb)

Foto: Anton Nossik, cc by 3.0



#1 RegenAnonym
  • 09.09.2013, 17:09h

  • Betrifft die Gesetze der "Homopropaganda" nicht auch homosexuelle Frauen?
    In Russland wird es einem zurzeit extrem schwer gemacht sich als schwul oder lesbisch zu bekennen, daher sind solche Aussagen ein sehr schlechter Witz.

    Das man auch nicht homosexuell wird, sondern es ist, verstehen viele Heterosexuelle nicht oder wie kommt man zu der bescheuerten Fragen, die man auch in einigen Interviews liest: was hat dich schwul gemacht?/ seit wann bist du schwul? usw
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#2 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 09.09.2013, 17:09h
  • Für bisexuelle Frauen könnte es zutreffen, doch natürlich kann niemand lesbisch gemacht werden. Dass die Bevölkerung reaktionärer ist als Putin, mag ich nicht beurteilen, aber es in der Tat wahr, das faschistoide Parolen in weiten Teilen auf fruchtbaren Boden stoßen. Das gilt nicht nur für Homofeindlichkeit wie es auch Jeroejew korrekt feststellt.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.09.2013, 17:24h
  • Auf solche Aussagen war die Politpostille aus dem schönen Hamburg wohl nicht vorbereitet...
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#4 Leo GAnonym
  • 09.09.2013, 17:39h
  • Wie albern. Erstens sind die russischen Männer viel zu sexy, als dass die Frauen lesbisch würden, siehe zb. Hottie Nawalny. Zweitens habe ich bei Moskauer Lesben ein sehr erotisches Bild vor Augen, von dem sich die hiesigen dringend und mit Nachdruck inspirieren lassen sollten.
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#5 gefundenAnonym
  • 09.09.2013, 17:46h
  • Die Russen sind bei vielen Fragen konservativ eingestellt. Die Mehrheit der Russen (66 Prozent) halten eine Wehrdienstverweigerung für unzulässig. Zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten betrachten Abtreibungen als unvertretbar. 68 Prozent sind überzeugt, dass die Todesstrafe zulässig sei. Laut der Leiterin der Studie, Jekaterina Koschewina, räumen die Bürger dem Staat das Recht ein, die Todesstrafe zu verhängen. Der Staat ist der Kern für die Entwicklung der sozialen Werte der bürgerlichen Mehrheit, so Koschewina.
    In Russland gilt ein Moratorium auf die Todesstrafe. Einige Politiker setzen sich jedoch für eine Wiedereinführung der Todesstrafe ein.
    [...]
    Die Umfrageerhebungen deuten ihm zufolge darauf hin, dass sich das Bewusstsein der Russen verändert. Die neue Generation kommt. Sie betrachtet viele Dinge anders. Nur bei festen Werten sind die Russen weiterhin konservativ, so Byzow.

    de.ria.ru/zeitungen/20130905/266814260.html
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#6 antisexistaAnonym
  • 09.09.2013, 17:50h
  • Antwort auf #4 von Leo G
  • und warum zur hölle sollten sich frauen oder irgend jemand, völlig unabhängig vom geschlecht, einen teufel darum scheren, welche gesellschaftsdiktierten bilder du "vor augen" hast?
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#7 nachbereitetAnonym
  • 09.09.2013, 18:11h
  • Antwort auf #3 von FoXXXyness
  • Die haben dort überhaupt Wahrnehmungsstörungen.

    Da kontrolliert eine Bundesbehörde, die Kleiderordnung, den Benimm und die Schnüffelpraxis von Gästen und das ehemalige Nachrichtenmagazin titelt:

    "NSA-Affäre
    Verfassungsschutz späht US-Konsulat mit Helikopter aus."

    Lustig sind auch immer Artikel zu Sachthemen von irgendwelchen ehemaligen XXX-istik-Studenten. Wobei die "istik" oft wenig bis nichts zu Erkenntnissen beitragen kann.

    Seit geraumer Zeit leiste ich mir den Spaß, zuerst nach der Schlagzeile über das Kürzel am Artikelende im Spiegel-Impressum, das Ausmaß von Inkompetenz einschätzen zu können.
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#8 timpa354Ehemaliges Profil
  • 09.09.2013, 21:02h
  • Versoffenheit ist das größte Problem russischer Männer, das weiß auch die Politik in Russland.Er hat in sofern recht, es gibt wirklich nichts abtörnerendes wie besoffene Männer für Frauen.Lesbisch kann man aber nicht werden, man ist es oder eben nicht, die einzigen die eine Wahl haben sind die bisexuellen Frauen und die entscheiden sich dann doch tatsächlich lieber für Frauen bei diesem Männerangebot.
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#9 IcefoxxProfil
  • 09.09.2013, 21:47hBerlin
  • Das Einzige, worin ich diesem Mann zustimme, dass Putin nicht das einzige Problem ist. Ich glaube auch eher, dass er Stimmungen im Volk zu seinem Gunsten nutzt, um seine Position zu halten. Ohne Putin wären die Russen weiterhin homophob, es sei denn, man leiste endlich mal Aufklärungsarbeit, dass man Jugendliche nicht zur Homosexualität verführen kann.
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#10 userer