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Protest soll dennoch stattfinden

"Olympischer" LGBT-Protest in Moskau verboten


Nikolai Aleksejew bei einer seiner zahlreichen Verhaftungen

Eine Demo in der nächsten Woche vor den Büros der Sotschi-Veranstalter wurde wegen des "Propaganda"-Gesetzes nicht genehmigt.

Die Moskauer Stadtverwaltung hat es schwulen und lesbischen Aktivisten nicht erlaubt, am 26. September einen Protest vor dem Moskauer Büro der Veranstalter der Olympischen Winterspiele in Sotschi abzuhalten.

An dem Tag sind Verantwortliche des Internationalen Olympischen Komitees in der Stadt, um sich über die letzten Vorbereitungen zu informieren und eine Pressekonferenz abzuhalten. Nach Auskunft der Organisation GayRussia, das den Protest angemeldet hatte, begründete die Stadtverwaltung das Verbot mit dem neuen landesweiten Gesetz gegen Homo-"Propaganda".

In der Ablehnung heißt es, das Ansinnen der Demonstranten sei es offensichtlich, durch das Abhalten von öffentlichen Veranstaltungen die "homosexuelle Kultur zu verbreiten" und psychologisch auf die Bevölkerung einzuwirken. Darunter auch auf Kinder, "die ungewollt dazu gezwungen werden", diese Aktionen zu sehen und zu hören und innerlich aufzugreifen.

Protest soll trotzdem stattfinden

Der GayRussia-Aktivist Nikolai Aleksejew wurde gewarnt, dass er für eine solche Aktion rechtlich haftbar sei. Der Organisator des Moskauer CSDs, dessen Proteste immer vorab verboten wurden, auch, als es das "Propaganda"-Gesetz noch nicht gab, hat angekündigt, dass er trotzdem demonstrieren will. Das war in der Vergangenheit immer in Verhaftungen und teilweise in Gewalt durch Gegendemonstranten geendet.

Aleksejew hatte auch in Sotschi selbst einen Protest angemeldet, für den Tag der Eröffnung der Olympischen Winterspiele. Durch ein Dekret Putins wurden allerdings alle Demonstrationen in weiten Teilen der Stadt während der Spiele verboten. Auch die Einrichtung eines "Pride House", eine Versammlungsstätte für LGBT-Athleten, wie es sie bei einigen Spielen gab, war nicht genehmigt worden.

Der Protest in der nächsten Woche sei nur eine von vielen Möglichkeiten, um die Olympischen Spiele zu nutzen, um auf die Situation von LGBT in Russland hinzuweisen, sagte Aleksejew. Einen Boykott der Spiele lehnte er erneut ab, wie viele andere russische Aktivisten.

Aktivist zunehmend umstritten

Einen entsprechenden Boykott hatten vor allem US-Aktivisten in den letzten Wochen ins Spiel gebracht und sich auch ansonsten häufig über die Wünsche von russischen Aktivisten gestellt. Auch wurde Nikolai Aleksejew wegen einiger Äußerung zu Unrecht als "Schoßhund Putins" kritisiert.

Der Aktivist konterte mit teils berechtigter Gegenkritik, aber auch mit unwürdigen Beschimpfungen und antisemitischen Äußerungen. Das hat zu einer weiteren Isolierung des schon immer umstrittenen Aktivisten geführt, so hat Mitstreiter Nikolai Baew – nicht zum ersten Mal – die Zusammenarbeit eingestellt. Hinter GayRussia stehen allerdings weitere Aktivisten, die unumstritten sind, und einige Proteste der Organisation werden auch von anderen Gruppen und Aktivisten mitgetragen.

Aus Deutschland heraus läuft gerade ein Online-Protest gegen die Sponsoren der Olympischen Winterspiele (queer.de berichtete). (nb)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 draganProfil
#3 David77Anonym
#4 katzekloAnonym
  • 19.09.2013, 17:30h
  • Antwort auf #2 von dragan
  • Zitate von Nawalny, dem derzeitigen Liebling der transatlantischen Elitejournalisten deutscher Sprache:

    Wissen Sie, dass Moskau die Stadt mit den weltweit meisten Migranten ist. Ist das in Ordnung?

    40 Prozent aller männlichen Tadschiken wohnen in Moskau. Fast ganz Tadschikistan ist nach Moskau gefahren. Ist das richtig?

    Wenn die Zeit gekommen ist, wann man die Bengalos anzünden und Autos umwerfen muss, werde ich es ihnen sagen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 SebiAnonym
  • 19.09.2013, 17:55h
  • Das einzige, was wirklich ein Zeichen setzt, ist Boykott!

    Alle anderen Formen von Protest und Kritik werden ja eh unterdrückt und unmöglich gemacht.

    Also bleibt nur noch der Boykott, wenn man nicht tatenlos wegsehen will...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 den SpielenAnonym
#7 porokusiAnonym
#8 SurenhohnAnonym
#9 ScurrilitasAnonym
  • 19.09.2013, 18:50h
  • Antwort auf #7 von porokusi
  • Aus Berlin:

    Die Russische Filmwoche in Berlin wird von der russischen Generaldirektion für internationale Filmfeste Interfest in Kooperation mit der Berliner Agentur Interkultura Kommunikation und mit freundlicher Unterstützung des Kulturministeriums der Russischen Föderation und des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur in Berlin veranstaltet.
    Das Festival steht unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, und des Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafters der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland, Vladimir M. Grinin.

    Auch in diesem Jahr ist Hauptförderer die GAZPROM Germania GmbH, die dem Festival seit seinen Anfängen ein zuverlässiger Partner ist.

    www.russische-filmwoche.de/
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