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Kinostart "Albert Nobbs"

Butler Albert ist eine Frau


Albert Nobbs (Glenn Close) träumt von einem besseren Leben mit dem jungen Hausmädchen Helen Dawes (Bild: Edition Salzgeber)

Dublin im 19. Jahrhundert: Der Kinofilm "Albert Nobbs" erzählt die Geschichte einer Crossdresserin, die sich in ein Zimmermädchen verliebt.

Von Peter Fuchs

Zu Beginn bietet der Film das Vergnügen, wie man es in der TV-Serie "Downton Abbey" genießt. Mit intimen Geheimnissen vertraute Dienstboten tratschen über ihre reichen Arbeitgeber – oder wie in diesem Fall über die betuchten Gäste eines extravaganten Hotels. Albert Nobbs ist ein engagierter Diener in diesem Dubliner Hotel des 19. Jahrhunderts. Er macht seit vielen Jahren seinen Job unauffällig, also gut. Korrekt und mit unbewegter Miene schenkt er den illustren Gästen beim Dinner den Wein ein oder bringt nach allerlei Ausschweifungen diskret das Zimmer in Ordnung.

Doch Albert Nobbs hat ein Geheimnis. Albert ist eine Frau (Glenn Close), die sich die Brüste mit einem Korsett abbindet, die Haare kurz schneidet und mit tief-heiserer Stimme spricht. Alleinstehende Frauen hatten es zu dieser Zeit schwer, und so wusste sie nach traumatischen Erfahrungen als Waise keine andere Lösung, als sich ihren Lebensunterhalt in der Verkleidung zu verdienen. Natürlich hat sie beim Crossdressing ständig Angst davor, entdeckt zu werden und ihren Job zu verlieren.

Auch Alberts neuer Zimmergenosse entpuppt sich als Frau


Limitierter Kinostart ist am Donnerstag, den 26. September 2013

Doch anfangs läuft alles gut. Täglich versteckt Albert – einen weiblichen Vornamen erfahren wir nicht – das angefallene Trinkgeld unter dem Fußboden ihres Zimmers. Irgendwann soll es für einen kleinen Laden reichen. Doch dann quartiert die Hotelbesitzerin ausgerechnet in Alberts kargem Zimmer einen Anstreicher ein und die Verkleidung fliegt auf. Die Überraschung ist jedoch eine doppelte, denn auch dieser Handwerker ist eine Frau (Janet McTeer). Im Gegensatz zu Alberts Schmallippigkeit und Wunsch unsichtbar zu sein, genießt sie aber ihre Verkleidung und frönt als sinnliche Butch sogar einem Leben mit offizieller Ehefrau. Diese ist diesmal auch unten drunter, was sie nach außen vorgibt.

"Sie ist echt", entfährt es Albert, als sie sich kennenlernen – und plötzlich tut sich eine Welt neuer Möglichkeiten auf. Möglichkeiten, die anzudenken sich Albert zuvor niemals erlaubt hätte. Mit einem Mal sieht sie sich nicht nur als Ladenbesitzerin, sondern auch mit dem hübschen Zimmermädchen des Hotels als Ehefrau. Doch die ungelenke Fixierung auf diese Phantasie und weitere Komplikationen der Handlung lassen dieses Historienstück in eine vorhersehbare Tragödie umschlagen.

Die Leistung von Glenn Close, die für diese Rolle zum sechsten Mal für einen Oscar nominiert war, ist zwar bemerkenswert, aber auch ein Nachteil. Allzu rasch macht sich Langeweile breit, da helfen auch die Hingucker Jonathan Rhys Meyers als bisexueller Graf Yarell oder Aaron Taylor-Johnson als kräftiger Hausbursche nicht. Zu sehr bleibt die Geschichte an der Oberfläche, zu wenig entwickelt sich die Hauptfigur weiter. Glenn Close lässt bei dieser perfekten Performance mit starrer Maske keine emotionale Investition beim Zuschauen zu. Zwar kann man den tragischen Charakter der Figur intellektuell erfassen, aber nicht emotional begreifen.

Irgendwie scheint der Film die ganze Zeit etwas vom Fließenden der sexuellen Identität erzählen zu wollen. Allein was, wird nicht klar.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Infos zum Film

Albert Nobbs. Drama. USA 2011. Regie: Rodrigo Garcia. Darsteller: Glenn Close, Janet McTeer, Mia Wasikowska, Aaron Taylor-Johnson, Jonathan Rhys Meyers. Laufzeit: 113 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. Limitierter Kinostart: 26. September 2013. Verleih: Edition Salzgeber
Galerie:
Alfred Nobbs
10 Bilder


#1 DavidJacobEhemaliges Profil
  • 25.09.2013, 08:19h

  • Wann war Glenn Close denn für ihre Rolle in diesem Film für einen Oscar nominiert?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 suspektAnonym
  • 25.09.2013, 09:47h

  • "Allzu rasch macht sich Langeweile breit, da helfen auch die Hingucker Jonathan Rhys Meyers als bisexueller Graf Yarell oder Aaron Taylor-Johnson als kräftiger Hausbursche nicht."

    Lol.... also mit der Kritikerbrille, muss der Film ja langweilig wirken.

    Mann, das ist kein Porno.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.09.2013, 10:03h
  • Glenn Close ist eine tolle Schauspielerin und mit diesem Film beweist sie ihre Vielseitigkeit und Professionalität!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AndreasAnonym