Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 25.09.2013           13      Teilen:   |

"Klänge des Verschweigens"

Der schwule Onkel saß im KZ

Artikelbild
Vor der Hinrichtung des Häftlings Hans Bonarewitz im KZ Mauthausen spielt eine Häftlingskapelle; in der Mitte Willi Heckmann mit kleinem Akkordeon (Bild: Wiki Commons / Michelop / CC-BY-SA-2.0)

Für seine Doku "Klänge des Verschweigens" recherchierte Klaus Stanjek zehn Jahre lang. Die Familie versuchte das Schicksal seines Onkels Wilhelm Heckmann zu verheimlichen.

Ab 26. September wird der Film "Klänge des Verschweigens" in Berliner Kinos gezeigt. Es handelt sich um ein historisches Dokumentarprojekt zur Homosexuellenverfolgung im Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt steht die Biografie des Sängers und Pianisten Wilhelm Heckmann. Er war ausgebildeter Konzertsänger und trat seit 1923 bis in die 1960er Jahre hin in ganz Deutschland und der Schweiz auf.

Ausgebildet als Konzertsänger und Pianist hatte Heckmann ein breites Repertoire anspruchsvoller Arien, Chansons und romantischer Lieder bis hin zur Unterhaltungsmusik aus den UFA-Filmen und populären Schlagern. Seine Homosexualität wurde ihm zum Verhängnis. Nach Denunziation und Verhaftung wurde er 1937 ins Konzentrationslager Dachau deportiert, später von da ins Konzentrationslager Mauthausen.

Fortsetzung nach Anzeige


Als Mitglied der Häftlingskapelle das KZ überlebt

Werbepostkarte von Willi Heckmann aus dem Jahr 1936 - Quelle: Carl Linke (Privateigentum Klaus Stanjek)
Werbepostkarte von Willi Heckmann aus dem Jahr 1936 (Bild: Carl Linke (Privateigentum Klaus Stanjek))

Trotz der extrem harten Umstände konnte Willi Heckmann bis zum Kriegsende und der Befreiung überleben. Vermutlich hat seine besondere Musikalität sein Leben gerettet, als Musiker eines Lagertrios und späterer Mitwirkender des Gefangenenorchesters wurde er als Funktionshäftling behandelt und hat leichtere Aufgaben übertragen bekommen.

Der Initiator des Projektes und Autor des Dokumentarfilms, Klaus Stanjek, ist der Neffe von Wilhelm Heckmann. In seiner Familie regierte das Gesetz des Schweigens. Eine Reihe von Umständen verhinderte bis zu Heckmanns 90. Geburtstag das offene Gespräch über sein Schicksal – unter anderem wegen der (lange verborgenen) Parteinahme der Mutter für die Nationalsozialisten. Insgesamt zehn Jahre dauerten die Recherchen und die Herstellung dieses Films.

"Wegen der aufgeladenen Familientabus war die Geschichte dieses Mannes nie offen zugänglich", erklärt Stanjek zu seinem mühsamen Projekt "Entsprechend basiert das Material des Films vor allem auf sekundären Quellen wie Erzählungen von Verwandten und Augenzeugen, meinen eigenen Erinnerungen, aufgespürten Dokumenten und auf vielen Fotos." Seine Spurensuche führt den Zuschauer in die belastete, widersprüchliche Vergangenheit der deutschen Geschichte – und macht die Dynamiken des Verdrängens und Verdrehens der Wahrheit emotional nachvollziehbar. (cw/pm)

Youtube | Trailer zum Film
  Infos zum Film
"Klänge des Verschweigens" wird ab Donnerstag, den 26. September 2013 in folgenden vier Berliner Kinos gezeigt: Hackesche Höfe Kino, Moviemento, Eva-Lichtspiele und Filmkunst 66. Am Samstag, den 28. September 2013 um 19.00 Uhr findet eine Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion im Moviemento statt. Das Podium ist mit Klaus Stanjek und Dr. Alexander Zinn, Mitglied im Internationalen Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, besetzt.
Links zum Thema:
» Homepage zum Film
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 13 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 28             4     
Service: | pdf | mailen
Tags: wilhelm heckmann, klaus stanjek, rosa winkel, homosexuellenverfolung, schwule im dritten reich
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Der schwule Onkel saß im KZ"


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
25.09.2013
16:20:40


(+10, 12 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Ich hoffe , dass ich diese Dokumentation auch als Nicht Berliner zu sehen bekomme, denn die Geschichte klingt sehr interessant.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
25.09.2013
18:50:22


(+8, 16 Votes)

Von goddamn liberal


Entrechtung und Vergessen über '45 hinaus.

Vera Lengsfeld (CDU) begründet ivor dem Bundestag hre Ablehnung für ein Mahnmal für unsere Verfolgung:

"Aber warum soll unsere Geschichte allein im Schatten der nationalsozialistischen Vernichtungslager gesehen werden? Wenn wir über Denkmale für weitere Opfergruppen im Gefolge des Nationalsozialismus sprechen, ist zu fragen: Wann wird ein zentrales Mahnmal für die Opfer des terroristischen Bombenkrieges errichtet? Wann erhalten wir eine Gedenkstätte für die Millionen Opfer der Vertreibung? Wann gibt es eine Ehrenpension für die Opfer des SED-Staates?

Vizepräsident Dr. Norbert Lammert:

Frau Kollegin, Sie denken bitte an Ihre Zeit.

Vera Lengsfeld (CDU/CSU):

Ich sage noch einmal: Geschichte ist unteilbar.

Wir glauben an das freie und verantwortliche Individuum. Wir wissen um den Unterschied zwischen individueller und unabweisbarer politischer Schuld sowie der daraus erwachsenden Verantwortung. Aber wir werden uns das Vertrauen in die freiheitlichen Traditionen Deutschlands nicht nehmen lassen. Erinnerungskultur ist ein heikles Unterfangen. Stabile und freiheitliche Formen politischer Ordnung lassen sich nicht auf ein kollektives Schuld- oder Schandebewusstsein begründen."

Wir sehen an diesem Beispiel und an Reiche u. Co.: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Nach dem Motto: Sollen sie doch in Tel Aviv ein Mahnmal für deutsche Volksschädlinge errichten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
26.09.2013
10:29:54


(+8, 12 Votes)
 
#4
26.09.2013
17:12:22


(+9, 11 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


Guter Grund für einen Besuch in B-Stadt.

Es zeigt auch, wie sehr die sogenannte Nachkriegszeit noch Nazizeit war, die Biedermännerei der Brandstifter und Mitläufer.

Wär's nicht auch ein guter Versuch mal dem so gern bemühten Bildungsauftrag nachzukommen, für die gebührenbezuschussten unter den werbefinanzierten Rundfunk Anstalten, diese Dokumentation zu senden?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
26.09.2013
19:38:44


(+9, 11 Votes)

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von goddamn liberal


"Erinnerungskultur ist ein heikles Unterfangen. Stabile und freiheitliche Formen politischer Ordnung lassen sich nicht auf ein kollektives Schuld- oder Schandebewusstsein begründen."

Immer wieder gibt Lengsfeld unglaubliche Dummheiten von sich; dieser Fauxpas [in unserer zivilisierten Debattenkultur haut ihr dafür ja zum Glück niemand eine rein] wäre doch ein schöner Anlass für sie, fortan den Mund zu halten und still 'freiheitliche Formen politischer Ordnung' zu erforschen. Ach nein, Moment, muss sie nicht, sie kennt sie ja alle!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
26.09.2013
23:20:16


(+9, 11 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von antos


Nette Debattenkultur.

'Bombenterror' ist übrigens Originalton 'Doitsche Wochenschau'.

Das Widerlichste an völlig schamlosen Gestalten wie Lengsfeld ist ja, dass Sie nicht nur nicht schweigen, sondern noch andere über die westliche Demokratie und ihre Werte belehren wollen.

Auf dass Lincoln und Roosevelt und Harvey Milk im Jenseits rotieren mögen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
27.09.2013
02:15:39


(+8, 10 Votes)

Von ehemaligem User Smiley
Antwort zu Kommentar #6 von goddamn liberal


>Bombenterror<

... Therapie. Meine Oma sagte "was bitter dem Mund, ist dem Herzen gesund". Sie ist selbst nachts in den nächsten Bunker gerannt, um ihr Leben.

Es haben 55573 Männer des RAF Bomber Command, von insgesamt rund 125000 Besatzungen, ihr Leben gegeben um das deutsche Nazigeschwür auszubrennen.

Youtube-Video:


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
27.09.2013
08:02:22


(+9, 11 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von Smiley


Da saß mancher im Bunker, der hoffte, dass er von der braunen Pest befreit wird, bevor er getötet wird - so oder so.

Für Lengsfeld aber lebt die doitsche Volksgemeinschaft weiter, aus der wir und viele andere ausgestoßen waren.

Deshalb muss für sie die Erinnerung an die Opfer ausradiert werden.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
27.09.2013
12:08:07


(+9, 11 Votes)

Von ehemaligem User Smiley
Antwort zu Kommentar #8 von goddamn liberal


Manchen war der Luftschutzraum verwehrt.

Victor Klemperer Tagebücher 2. Band 1942-1945, die Schilderung der Tage vom 12. bis 19. Februar '45. (Seiten 656-677; Aufbau-Verlag, 3. Auflage, 1995)

Lengsfeld lebt ihre Erinnerung an eigenes Verfolgtsein als Chauvinismus aus. Sie macht die Arbeit an der Rampe. Sie selektiert die für sie erträglichen wertkonservativ vereinnahmbaren Opfer von den ihr ritualuntauglich erscheinenden. Sie benutzt das sogennante Gedenken, die wohlbekannten und -feilen Sonntagsreden, zur Umgestaltung dieses Gedenkens im Sinne ihrer politischen Interessen - und noch mehr zur Selbstbeweihräucherung.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
27.09.2013
12:46:11


(+8, 10 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #8 von goddamn liberal


Oder so. Meiner Mutter sehe ich an, dass es wieder geschah. Diesen Gesichtsausdruck hat sie, wenn sie mich aufgeregt besucht, nachdem ihr Lebensgefährte zum Rauchen mal wieder auf der Terrasse stand und in die Wohngegend schrie "Drecks-Soze!", "Drecks-Türkenpack". Den ehemaligen Universitätsangestellten, CDU-Mitglied, gibt es überhaupt nur, weil die zum Katholizismus konvertierte jüdische Familie aus einer pfälzischen Kleinstadt während des Krieges auf dem Land in Lothringen versteckt wurde. Sie hatten nur Erfahrungen mit dem Lärm der Bomber-Staffeln am Himmel , aber nicht mit dem Wummern von Bombenteppichen in städtischen Gebieten und dem Geruch von Napalm.

"Da saß mancher im Bunker, der hoffte, dass er von der braunen Pest befreit wird, bevor er getötet wird - so oder so." Das hätte für meinen jüdischen und "halb-jüdischen" Teil der Familie gegolten, wenn meine "jüdisch-bolschewistische" Uroma nicht beschlossen hätte, nicht in die Bunker zu gehen. Sie befürchtete ein Absaufen (Leitungsbrüche) durch fluten der Keller. Das war dann bei zwei zentralen Großbunkern auch so.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 KULTUR - NEU IM KINO

Top-Links (Werbung)

 KULTUR



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Neue AfD-Hetze: Björn Höcke fürchtet sich vor Analverkehr Jetzt unterschreiben: Kein Schmusekurs mit Homo-Hassern in Bayern! Landtagsdebatte in Sachsen-Anhalt: Die AfD sagt der "Normabweichung" Homosexualität den Kampf an Volker Beck: Nicht vor Homophobie von Muslimen zurückweichen
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt