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Bonnie Clement (links) und Helen Thorgalsen (rechts) freuen sich, dass der ehemalige "Anführer der freien Welt" ihrer Liebe den Segen gibt (Bild: FB)

Der 41. US-Präsident gilt wie sein Sohn nicht als Anhänger der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben – dennoch zeigte er sich gut gelaunt bei der Hochzeit von zwei Freundinnen der Familie.
Der frühere amerikanische Staatschef George H.W. Bush hat bei einer lesbischen Hochzeit in Maine die Rolle des Trauzeugen übernommen. Am Sonntag haben sich die 55-jährige Helen Thorgalsen und die 60-jährige Bonnie Clement in der Nähe des Städtchens Kennebunkport das Ja-Wort gegeben. Die beiden Frauen betreiben im Nachbarort einen Laden und kennen den Ex-Präsidenten eigenen Angaben zufolge, weil er in der Region ein Anwesen besitzt.

Das lesbische Paar hat am Dienstag in sozialen Netzwerken ein Foto der Hochzeit veröffentlicht, in dem der prominente Gast zu sehen ist. Darunter schrieben sie: "Unser Trauzeuge unterschreibt den Trauschein."

Der 89-jährige Bush, der sein Land von 1989 bis 1993 regiert hatte, ist auf dem Bild gemeinsam mit dem Ehepaar leger im Rollstuhl sitzend zu sehen. Im Hintergrund befindet sich ein Personenschützer. Bei der Hochzeit war auch Bushs Ehefrau Barbara dabei.

Bush nahm als Privatmann teil

Ein Sprecher des Ex-Präsidenten wollte nicht kommentieren, ob Bush seine Meinung zur Gleichstellung von Homosexuellen geändert habe: "[Bush und seine Frau] haben als Privatleute der Zeremonie zweier Freundinnen beigewohnt", sagte Jim McGrath der "Washington Post".

Das Paar zeigte sich über die Teilnahme Bushs begeistert: "Wer wäre besser geeignet zu zeigen, wie wichtig uns die Hochzeit ist, als der ehemalige Anführer der freien Welt?", erklärte Clement. Die Frischvermählten sind inzwischen in ihren Flitterwochen angekommen, die sie in England verbringen.

In Maine ist die gleichgeschlechtliche Eheschließung erst seit wenigen Monaten erlaubt. Sie wurde letztes Jahr in einem Volksentscheid abgesegnet, der zeitgleich zur US-Präsidentschaftswahl abgehalten wurde (queer.de berichtete).

Während seiner Amtszeit betrieb Bush – auch auf Druck der damals bei Republikanern einflussreichen Fundamentalisten-Gruppe "Christian Coalition" – eine Kampagne für "Familienwerte". Dennoch galt er im Vergleich zu seinem Vorgänger Ronald Reagan als liberaler, insbesondere in Bezug auf den Kampf gegen Aids, den Reagan völlig ignoriert hatte. Sein Sohn George W. Bush, der von 2001 bis 2009 US-Präsident war, gab sich weit homofeindlicher: Seine Wiederwahl sicherte er sich 2004 durch einen homophoben Wahlkampf, in dem er Schwulen und Lesben vorwarf, die "heilige Institution" der Ehe zu beschädigen (queer.de berichtete).

Auch in Deutschland scheinen ehemalige Gegner der Gleichstellung auf ihre alten Tage sanfter zu werden: So wurde im Juli bekannt, dass Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl bei der Eintragung einer Lebenspartnerschaft in Bayern ebenfalls die Rolle des Trauzeugen übernommen hatte (queer.de berichtete). (dk)



#1 SebiAnonym
  • 26.09.2013, 10:52h
  • Das ist ja gerade das Verlogene an solchen Leuten:
    die bekämpfen jeden Fortschritt bis aufs Blut, aber wenn es dann um einen selbst oder den eigenen Freundeskreis geht, nimmt man das, was andere hart erkämpft haben, dann gerne an.

    Erinnert mich an Guido Westerwelle, der ja auch damals zu rot-grünen Zeiten im Bundestag eine flammende Rede gegen die eingetragene Partnerschaft gehalten hat und sogar dagegen geklagt hat.

    Und nachdem sie dann von Rot-Grün eingeführt wurde, hat er sie dann ein paar Jahre später für seinen Freund und sich doch gerne angenommen.
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#2 reiserobbyEhemaliges Profil
#3 goddamn liberalAnonym
  • 26.09.2013, 11:05h
  • Antwort auf #2 von reiserobby
  • ...oder sie sind stolz darauf, den Ollen soweit gebracht zu haben. Und seine reaktionären Gesinnungsgenossen damit zu verwirren.

    Gleichheit: Dialektik der Anpassung.

    Westerwelle muss an einer schwuler Trauung teilnehmen, wenn er heiraten will. Der alte Bush musste es nicht.
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#4 UlrichAnonym
#5 reiserobbyEhemaliges Profil
#6 TottoAnonym
  • 26.09.2013, 11:23h
  • Antwort auf #1 von Sebi

  • Das stimmt.
    Auf der anderen Seite gibt es aber genug Menschen die ihre Familienangehörigen und Freunde verstoßen würden wenn die sich homosexuell outen oder gar die Homoehe eingehen wollen.
    Manchmal kommt die Einsicht erst wenn es um die eigene Familie und Freunde geht.
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#7 TottoAnonym
#8 daVinci6667
  • 26.09.2013, 11:31h

  • Ich bin absolut kein Freund der beiden Bushs oder der Konservativen. Trotzdem finde ich, das lesbische Paar hat das toll gemacht. Genau so kommen wir weiter und so bröckelt bei den Konservativen langsam der Widerstand. Zumindest bei denen die noch lernfähig sind und kein Herz aus Stahl haben.

    Man siehts doch immer wieder, Nein, Nein und nochmals Nein! Ist dann der eigene Sohn schwul oder die Tochter lesbisch, ändert das sich langsam in ein eindeutiges Ja zu vollkommener Gleichstellung.

    Manchmal bewirkt dieser Meinungsumschwung auch nur schon wenn sich ein Freund oder ein guter Arbeitskollege outet. Deshalb ist es so enorm wichtig das wir alle sichtbar sind. Dann kann sich was ändern!
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#9 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 26.09.2013, 11:41h
  • Antwort auf #7 von Totto
  • Umso erbärmlicher... Womöglich schwadronierten sie stets, dass das Land wichtiger sei als private Vorlieben und machten sich über echte Lesben lustig, die Jahrzehntelang für Gleichberechtigung stritten. Dasselbe Phänomen der heuchlerischen Trittbrettfahrer beobachtet man ja auch in der neokonservativen Lesben- und Schwulen-Szene Deutschlands.
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#10 sperlingAnonym
  • 26.09.2013, 12:04h
  • Antwort auf #8 von daVinci6667
  • wenn es wirklich einen meinungsumschwung gegeben haben sollte, wieso ist es bush dann nicht möglich, diesen auch öffentlich zu verkünden?

    für mich geht das in richtung "mein kumpel ali ist in ordnung, aber die anderen türken sollten nach hause gehen".

    ich finde das sehr unsympathisch.
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