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Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (links) übergibt den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis 2013 an Kasha Jacqueline Nabagesera. Dani Karavan, Schöpfer der "Straße der Menschenrechte" in Nürnberg und Jury-Mitglied, beobachtet die Szene (Bild: Stadt Nürnberg - Christine Dierenbach)

In Nürnberg fand am Wochenende die internationale Konferenz "LSBTI-Rechte sind Menschenrechte – überall!" statt. Im Anschluss wurde Kasha Jacqueline Nabagesera ausgezeichnet.

Bei einem Festakt im Opernhaus des Staatstheaters Nürnberg ist am Sonntag vor 800 Gästen der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis an die ugandische LGBT-Aktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera verliehen worden. Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (SPD) überreichte die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung an, die von der Stadt zum zehnten Mal vergeben wurde.

Die 33-jährige Nabagesera ist Mitgründerin der Initiative "Freedom And Roam Uganda" (FARUG), die Lesben und Schwulen Schutzräume zur Verfügung stellt. "Dafür zahlt sie einen hohen Preis: Sie erhält Morddrohungen, wurde überfallen, man hat in ihr Haus eingebrochen, ihr Büro verwüstet. Sie musste mehrere Male umziehen", sagte Boris Dittrich von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in seiner Laudatio. Dennoch gebe sie nicht auf. "Sie lässt sich nicht mit einem Nein abspeisen, sie akzeptiert es nicht, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden." An der anschließenden traditionellen Friedenstafel in der Altstadt nahmen bei schönem Spätsommerwetter rund 4.000 Bürger teil.

Das Menschenrecht auf Eheschließung


"LGBTI-Rechte und Religionsfreiheit?!" lautete eines der Themen auf der Konferenz, die in einem katholischen Tagungshaus stattfand – Jesus schaute von hinten zu (Bild: gaycon.de)

Die Entscheidung der Jury, mit der Wahl der Preisträgerin erstmals die weltweite Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten sichtbar zu machen, war ein bewusstes politisches Signal: So stand bereits am Freitag und Samstag eine internationale Konferenz unter dem Motto "LSBTI-Rechte sind Menschenrechte – überall!". Die Veranstaltung, die bemerkenswerterweise in einem katholischen Tagungshaus in Nürnberg stattfand, war international besucht.

"Es ist nicht hinzunehmen, dass 47 Prozent der Befragten einer Studie der Europäischen Grundrechteagentur Diskriminierung am Arbeitsplatz oder im sozialen Umfeld erfahren haben, davon 26 Prozent sogar Beleidigung oder Gewalt", sagte Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, in ihrer Eröffnungsrede. "Auch Lesben und Schwule haben das Menschenrecht auf Eheschließung. Wie bei allen Menschenrechten geht es auch hier darum, die selbstbestimmte Lebensgestaltung zu sichern. Das hat der Staat zu respektieren und rechtlich zu schützen."

Menschenrechte zu Hause verwirklichen


Die Nürnberger Konferenz lockte Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland an (Bild: gaycon.de)

Nürnbergs Oberbürgermeister Maly nannte es eine Aufgabe von Politik, die gesellschaftliche Diskussion um Diskriminierung und um LGBT-Rechte stetig am Laufen zu halten. Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, forderte auf der Konferenz die Einrichtung von Antidiskriminierungsstellen auch in allen Bundesländern.

Allgemeiner Tenor der Konferenz war: Wer Menschenrechte ernst nimmt, müsse sie selbst zu Hause verwirklichen und sie auch von anderen Staaten einfordern. Gegenüber einer Politik der Ausgrenzung und Verfolgung ganzer Bevölkerungsgruppen, wie etwa in Russland, dürfe Deutschland nicht schweigen. Es gehe dabei nicht um westliche Werte, sondern um universelle Menschenrechte, zu deren Einhaltung sich die Bundesrepublik international verpflichtet hat. (uu/mize)



#1 SmileyEhemaliges Profil
#2 sperlingAnonym
  • 30.09.2013, 12:01h
  • Antwort auf #1 von Smiley
  • >"Mancher Preis ehrt den Ausgezeichneten. Hier ehrt die Ausgezeichnete den Preis."

    ich habe schon beim lesen nach worten gesucht, um meinen respekt vor dem mut dieser frau auszudrücken. aber schöner als du kann ich es nicht.
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#3 SmileyEhemaliges Profil
#4 TheDadProfil
  • 30.09.2013, 14:19hHannover
  • Eine mutige Frau die jede Unterstützung brauchen kann..

    Und die meiner Mienung nach auf die Liste der Friedensnobelpreiträger gehört..
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 HugoAnonym
  • 30.09.2013, 19:57h
  • Was ich schon lange sage, die Welt braucht eine Weltweite Menschenrechtsschutzpolizei.
    Sobald irgendwo auf einem Fleck der Welt, die Menschenrechte nicht eingehalten werden, sofort einmarschieren, die Menschenrechtsverletzer in Haft nehmen und schnell wie möglich aburteilen.

    Allen diejenigen, die meinen jetzt, sie könnten mich die auf die rechte Seite ziehen, sag ich mit aller Deutlichkeit, keine Chanche., ich bin kein fundamentalist irgendwelchem Culeur.
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#7 LucaAnonym
  • 01.10.2013, 20:43h
  • Herzlichen Glückwunsch!

    Gerade Menschen, die sich in solchen Staaten für Homorechte einsetzen, haben solche Auszeichnungen verdient, um zu sehen, dass sie Unterstützung finden. Das gibt unglaublich viel Kraft, wenn man auch mal positive Resonanz bekommt.
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#8 klauswernerAnonym
  • 08.10.2013, 13:48h
  • In der Nürnberger Presse, und auch auf der Internetseite des "Menschenrechtspreises" ist allerdings kein Hinweis zu finden, das es vor allem US-amerikanische christliche Prediger sind, die in Uganda massiv Einfluss gegen die Homosexuellen ausüben und sogar die Todesstrafe für Homosexuelle fordern?

    Eigentlich ist das ganz leicht herauszufinden:

    www.zeit.de/politik/ausland/2009-12/uganda-homosexualitaet-u
    sa


    Stand also schon 2009 in der "Zeit".

    So berichtete der Spiegel:
    Religiöse Hetzer, angeführt von dem US-Evangelikalen Scott Lively, hatten ab 2009 in Uganda Stimmung gegen Homosexuelle gemacht. Damit drangen sie bis in höchste Kirchen- und Politikerkreise vor. 2010 wurde ein Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Todesstrafe für Homosexualität vorsah.

    sagt Malika Zouhali-Worrall. Sie hat zusammen mit Katherine Fairfax Wright den Dokumentarfilm "Call me Kuchu" gedreht, der die Situation der Homosexuellen in Uganda beleuchtet. "Sie verklagen den Minister für Ethik und Integrität und haben in den USA eine Klage gegen den Hetzer Scott Lively eingereicht.
    (
    www.spiegel.de/politik/ausland/homosexuelle-in-uganda-kaempf
    en-gegen-hass-und-unterdrueckung-a-863198.html)


    Hier wird mit viel amerikanischen christlichen Spendengeld gegen Homosexuelle vorgegangen.
    Das ist mittlerweile in den USA ein Thema. In Nürnberg ist es das wohl eher nicht.

    Oder gilt es die verfolgten Christen zu schonen? (Christen verfolgen und diskriminieren nicht, sie werden verfolgt und diskriminiert.)?
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