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Gibt es Schwule, die noch nie in Köln aus waren? Mit unserem Szene-Report schafft queer.de Abhilfe.

Von Jan Gebauer und Tanja Reinsfelder

Köln, der geilste Arsch der Welt? Kann das, was Stephan Runge und Claus Vincon vor zehn Jahren das erste Mal in ihrem Szenehit behaupteten, stimmen? Ist die Stadt mit ihrem rheinischen Schunkel-Frohmut, dem von fotografierenden Asiaten umlagerten Dom und dem Bier, das nur hier gebraut werden darf, der Ort der schwulen Glückseligkeit? Schauen wir uns den knackigen Hintern doch mal genauer an, verbringen wir einen Tag am Rhein.

Sollen wir zum Einstieg erst mal shoppen gehen? Ok, die Einkaufsmeile fängt gleich hinter der Domplatte an. Die meisten Orte kann man übrigens gut zu Fuß erreichen, ansonsten ist man mit der Straßenbahn in wenigen Minuten an allen wichtigen Punkten der City. Zur Ehrenstraße mit den kleinen Boutiquen und Designershops gelangt man aber gut per pedes. Hier können erste Blickkontakte geknüpft werden, denn schwuler kann eine Shopping-Meile nicht sein. Es lohnt sich auch ein kleiner Abstecher ins Bruno's, wo ihr von Büchern bis zu Videos und DVDs alles findet. Nach dem Aus des schwulen Buchladens Zeus ist Bruno’s erste Anlaufstelle für Homomedien. Der Gummi- und Leder-Fan sollte einen Besuch im Cosmic Ware Fetish-Shop oder Dome einplanen. Sucht ihr für den Abend noch etwas Ausgefallenes zum Anziehen, dann seid ihr im Men's Clubwear Store Persus am Friesenplatz gut aufgehoben. Und wer mal mit einem Einkaufswagen in der Hand zwischen Wurst- und Käsetheke flirten will, der sollte im HL am Hohenzollernring vorbei schauen. Hier kauft scheinbar die gesamte Szene Kölns ein.

Vis a vis des Supermarktes kann man seine Taschen und Tüten auf den Stühlen der schwulen Tagescafés Barflo und Era ablegen. Die Läden liegen sich direkt gegenüber in der Kettengasse. Die kleine schmale Straße wird so besonders im Sommer zum schwulen Laufsteg. Der Catwalk funktioniert aber auch zwischen Neumarkt und Rudolfplatz, wo sich das Dimenti befindet, eine Mischung aus Café, Bar und Lounge über zwei Etagen. Etwas versteckt in einem Hinterhof liegt das stylische, und trotzdem sehr gemütliche Bastard auf dem Friesenwall. Abends gibt es hier leckere, günstige Cocktails und ab und zu legt ein DJ live auf. Wer sich die historische Altstadt anschaut, oder im Schokoladenmuseum naschen war, für den bietet sich der Pitter an, zwischen Dom und Alter Markt. Die Location mit der nach eigenen Aussagen "größten schwul-lesbischen Außenterrasse" ist Treffpunkt für alle von bärenstark bis ultrazart.

Hunger bekommen nach all dem Sightseeing? Wer original kölsch speisen will, der landet in der Regel in einem der Brauhäuser. Dort servieren dickleibige Kellner – die Köbesse – kleine Kölschgläser und riesige Portionen Hausmannskost. Die schwule Version des Brauhauses heißt Brennerei Weiss, liegt am Rudolfplatz und hat ausschließlich Bedienungen, die dem homophilen Schönheitsideal entsprechen. Womit wir wieder beim geilsten Arsch wären. In der Nähe des Alten Rathauses liegt das Bürzel, eine Mischung aus Kneipe im vorderen und Restaurant im hinteren Bereich. Sehr lecker lässt es sich auch im Kini speisen, dem Restaurant von Schauspieler Thomas Hackenberg. Eine wöchentlich wechselnde Speisekarte, auch mit vielen vegetarischen Gerichten, bietet das Quo Vadis in der Nähe des Heumarktes.

Auf der Suche nach dem geilsten Arsch nimmt man es gern mal in Kauf, in einem Bermudadreieck zu verschwinden. Die Kneipenlandschaft rund um die Schaafenstraße ist Anlaufpunkt für den Abend, an dem verschiedene Generationen und Geschmäcker bedient werden: Das Clip mit jüngerem Publikum und dem dienstäglichen Karaoke-Abend, das Café Schön, die Cocktail-Bars Iron und Marsil, die Maxbar, das Park oder das alternative Schampanja mit Absturzgarantie. Je später der Abend, umso voller wird auch das Ex-Corner. Charts, Schlager und enger Körperkontakt führen hier regelmäßig zu beschlagenen Scheiben.

Homosexuelles Entertainment wie vor dreißig Jahren vermittelt die Travestie-Bar Timp am Heumarkt. Hetero schunkelt mit Homo in der kleinen Bude mit den zum Teil wirklich sehr stimmgewaltigen Herren Damen. Wer Karneval verpasst hat, kann hier dem urtypischen kölschen Lebensgefühl für eine Nacht nachspüren. Um noch einen anderen Fetisch anzusprechen: Lederfreunde treffen sich im Stiefelknecht, Zipp's und im Chains, in dem freitags zur Dancenight auch gemischtes Publikum feiert. Besonders beliebt ist auch die neue Cruising-Lounge "The Midnight Sun".

Shake your ass! Auch wenn die Kölner ständig darüber jammern, dass es keine feste schwule Location gibt, partymäßig habt ihr in Köln die Qual der Wahl, ob mittwochs die "Pink Triangle" im Neuschwanstein oder an den Wochenenden die "U27" im Gloria, die schwul-lesbische "Blue Lounge Party" im Stollwerck, die "only men"-Party "Nachtaktiv" im Diamonds Club oder die "Flashdance" im Zeughaus 24.

Und zur Entspannung nach einem harten Partyabend laden mehrere Saunen in Köln ein. Ihr habt unter anderem die Auswahl zwischen Der Faun, Phoenix oder auch dem luxuriösen, aber etwas teueren Badehaus am Römerturm. Dort gibt es viele unverhüllte Ärsche zu bestaunen. Such Dir einfach den geilsten aus!

23. November 2004



17 Kommentare

#1 AndreasAnonym
  • 24.11.2004, 08:58h
  • NEIN!

    diese Zeiten sind vorbei,dass Köln der geilste Arsch der Welt ist...
    Es fängt an,wie die Kölner Szene sich zu Tourristen (Auswärtige) verhält..
    Arrogant,egoistisch,kalt und hochnäsig..
    Und es spielt sich überall im darkroom ab..
    Kölner haben unter einander Cliquen gegründet...
    Früher hies es ,als fremder kommst Du nach Kölnund als Freund gehst Du...
    Heute gehst Du auch als Fremder...
    Ausserdem, in der szene gehts nur noch ums Abschleppen.

    Auch das beliebte Teddytreff ist zum Opfer gefallen,und kalt und lieblos geworden...

    Es gibt nur 3 Bars und 1 Disco, wo man Symphaty GROSS schreibt:
    COX;ZIPPS,CORNER und

    Die lesbendisco,und gleichzeitig der kölner geheimtip
    BLUE LOUGNE

    Orte wo man sich wohlfühlt...

    CSD Köln,nimmt von Jahr zu Jahr ab,weil niemanden die Qualität interessiert,sondern was es finazl einbringt..
    Kleinerer CDS (FFM ,DÜSSELDORF ,ua..)
    sind schöner,schwuler,familärer und gemütlicher...
    da merkt man noch,es ist ein Schwules Fest! aber in Köln? Geht der Schwule verloren...

    und Karneval,hohe Pforte ?
    Ohne ALkohol geht gar nichts,da gibst NULL Stimmung..schade drum

    2 Events die Köln bietet bleiben eine Reise wert:
    BAERENWAHL & CSD ,letzeres muss unbedingt wieder schwul werden!!!!!1
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#2 AngelpowerAnonym
  • 24.11.2004, 10:05h
  • Danke Andreas Danke Danke Danke,

    du hast es auf den Punkt gebracht. Jahrelang bin ich ( ein kölsches Kind ) der schon lang in Westfalen lebt, mit meinem Freund auf den CSD gegangen oder wir haben mal zur Abwechslung die Kölner Szene besucht. Aber das tuen wir schon lange nicht mehr, eben aus besagten Gründen.
    Die kleinen CSD und netteren Kneipen in unserer Umgebung DO,PB,Bo und anderen nahen Städten laufen dem geilsten Arsch der Republik langsam den Rang ab.
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#3 TedAnonym
  • 24.11.2004, 13:02h
  • Natürlich wird wieder gleich losgemosert...Typisch Deutsch - es wird alles schlechtgeredet.

    "Früher war ja alles so viel besser und jetzt geht's nur noch um Kommerz..." Leute, das ist so albern - natürlich gibt es einige Bars, die nicht gerade der Hammer sind. Aber in die müsst ihr auch nicht gehen. Köln ist da immer noch besser als jede andere Stadt in Deutschland. Mit Abstand
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#4 avionAnonym
  • 24.11.2004, 13:41h
  • "Typisch deutsch" ist es nur, jede Kritik an der Spaß-Gesellschaft als "typisch deutsch" ab zu tun... das argument ist also unfair.. es muss auch mal möglich sein, eine lustige halli-galli-szene zu bemängeln, ohne gleich der buh-mann zu sein.. die szenen büßen doch mit wachsender toleranz uns schwuppen gegenüber immer mehr an zusammenhalt ein.. früher machten die spießer den schwulen das leben schwer, heute sorgen wir selbst dafür ... nämlich durch cliquen- und vermeintliche elite-bildung innerhalb der szene, durch klassendenken und durch ignoranz...das ist kein kölner problem und auch kein deutsches problem...es ist ein allgemeines...
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#5 Filippo --> figotto@imail.deAnonym
  • 24.11.2004, 14:10h
  • ...es hat nix mit typisch deutsch, englisch oder sonstwas zu tun, wenn man einen Artikel oder eine Szene kritisiert, lieber Ted.

    Ich bin wirklich ein aufgeschlossener, fröhlicher Mensch, habe aber nach 7,5 Jahren Köln den Rücken gekehrt - und warum? Weil ich SELTENST eine derart intolerante und verzickte Schwulenszene in Deutschland erlebt habe wie die in Köln. Jeder will der schönste sein, es herrscht ein Diktat, wie man zu sein und auszusehen hat. Die Freundlichkeit gegenüber einem Menschen wird nach seinen Muskeln oder Klamotten bemessen. Man hat also nur 2 Möglichkeiten als Schwuler in Köln: Entweder man macht den ganze Körperkult mit oder man verziehe sich bitte schnellstens in die Bärenecke. Wie oft musste ich in Köln beobachten, dass behinderte, dicke, kranke oder "nicht so schöne" Leute von Schwulen wirklich sehr abfällig behandelt wurden. Jetzt gibt es das sicherlich überall - aber in Köln ist der Mangel an Akzeptanz innerhalb der Szene wirklich extrem geworden. Und deswegen bin ich dort weggegangen - nach Berlin. Ja, tatsächlich in das schmutzige, verruchte Berlin. Doch muss ich wirklich sagen, dass die Szene in Berlin bei all ihren Macken weit entspannter ist - der kölsche Spruch "ein jeder Jeck darf anders sein" trifft in Berlin wirklich eher zu als in Köln.

    Es geht mir nicht darum, Köln zu verteufeln. Es gibt dort auch viele nette Menschen. Aber das oben genannte ist einfach nicht von der Hand zu weisen.

    Einen lieben Gruß schickt der Filippo
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#6 TedAnonym
  • 24.11.2004, 14:32h
  • Eure Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Ich wohne erst seit einigen Monaten in Köln, aber von "verzickter Schwulenszene" hab ich noch nichts mitbekommen. Ich hasse selbst das Fitnessstudio und könnte wohl ein paar Kilo verlieren, außerdem kann ich Marianne Rosenberg nicht mehr hören, aber hier war es in jeder Bar und jedem Club so, dass das alles nach ein paar Kölsch nicht mehr wichtig war. Vorher habe ich 5 Jahre in Hamburg gewohnt - und da war die Szene sowas von unfreundlich.
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#7 Filippo --> figotto@imail.deAnonym
  • 24.11.2004, 14:45h
  • Hallo Ted,

    ja eben DAS ist das Problem: Du wohnst noch nicht lange in Köln... Du wirst das aber auch noch rauskriegen, dass in Köln die Männer eben nicht nur nett sind, sondern dass es hier um einen eiskalten Konkurrenzkampf geht...

    Hamburg ist nicht der Knaller von der Szene her - das stimmt. Aber man sollte nicht messen. Ich kritisiere auch in Köln nicht einen etwaigen Mangel an Angebot, sondern vielmehr die Verlogenheit, so nach dem Motto "außen Hui, innen Pfui" - denn dafür ist Köln überall bekannt. Und das kommt ja nicht von ungefähr...

    Ich will dir auch nicht diese Stadt madig machen - es gibt sicher schlimmeres... Ich weiß weder, wie Du aussiehst, noch in welcher Ecke der Szene Du verkehrst. Je nachdem kann das natürlich auch die richtige Stadt für Dich sein. Denn jedem natürlich das, was ihm am ehesten zusagt...
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#8 avionAnonym
  • 24.11.2004, 20:35h
  • ...gut ausgedrückt.... ich kann Euch übrigens beruhigen...in der münchener szene hat man genau die gleichen probleme...aber um eines beneide ich die kölner wirklich: dass man schwuppen überall im täglichen leben kennen lernen...es sind ja auch so viele da...aber vielleicht ist das ja auch nur ein klischee...in münchen passiert einem das jedenfalls leider nie...deswegen ist man dort auch viel mehr auf die szene angewiesen...und wenn sie einem dann nicht gefällt, hat man echt ein problem...
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#9 tim.randaleAnonym
  • 25.11.2004, 14:40h
  • kommt doch alle nach Berlin, hier alles super, die Stadt voller Schulden, vielen Leuten geht's persönlich ähnlich ... und ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
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#10 torstenAnonym
  • 30.11.2004, 11:26h
  • Das ewige Gelaber von "früher war alles besser" kann einem ganz schön auf den Geist gehen. Von irgendwelchem Rumgezicke hab ich jedenfalls noch nichts bemerkt - zumindest nicht mehr als anderswo auch. Was sollen solche Totschlagargumente wie "Elitenbildung" oder "Cliquenbildung"?

    Für mich liegt der Vorteil von Köln in der Mentalität.. wo in Berlin z.b. lernt man Leute so schnell und kompliziert kennen wie im Schön oder Corner? Und zwar nicht nur fürs Ficken..

    Alle Miesmacher und Dauernörgler mögen bitte die Stadt mit ihren Besuchen und mißmutigen Gesichtern verschonen.. thankyouplease.

    (Ich wohne einige Jahre in Köln, ehe wieder einer fragt)
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