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  • 01.10.2013           20      Teilen:   |

Steuerrecht

Ehegattensplitting – eine Ungerechtigkeit?

Artikelbild
Auch Eingetragene Lebenspartner haben seit dem Sommer ein rückwirkendes Recht auf Ehegattensplitting. Beantragen muss es jedoch jedes Paar selbst (Bild: Wiki Commons / Steschke / CC-BY-SA-2.0)

Seit wenigen Monaten können auch Eingetragene Lebenspartner die Steuervorteile von Eheleuten in Anspruch nehmen. Wann lohnt es sich und wann nicht?

Zu den steuerlichen Splittingverfahren zählt vor allem das Ehegattensplitting, welches in den letzten Jahren immer wieder heiß diskutiert worden ist. Viele Parteien haben sich schon gegen diese Form des ehelichen Vorteils ausgesprochen, es gibt aber auch Befürworter.

Generell bedeutet Ehegattensplitting eine Berechnung der Einkommenssteuer, wodurch es finanzielle Vorteile geben kann, wenn die Steuerklassen gut verteilt werden. Die Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit wird somit nicht an den einzelnen Ehe- oder Lebenspartnern durchgeführt, sondern diese werden vom Staat als wirtschaftliche Partner anerkannt, die selber bestimmen können, wie die Besteuerung aufgeteilt werden soll.

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Splitting – so wird es günstiger

Ehegattensplitting: Insbesondere Eheleute und Lebenspartner mit unterschiedlichen Einkommen können jede Menge Steuern sparen - Quelle: schrift-architekt / flickr / cc by-sa 2.0
Ehegattensplitting: Insbesondere Eheleute und Lebenspartner mit unterschiedlichen Einkommen können jede Menge Steuern sparen (Bild: schrift-architekt / flickr / cc by-sa 2.0)

Zunächst wird das Gehalt des Paares zusammenaddiert und anschließend durch zwei geteilt und dann der Steuersatzwert errechnet. Ein Ehegattensplitting lohnt sich dann besonders, wenn die Gehälter von beiden Paaren weit auseinandergehen – so wie zum Beispiel bei einer Vollzeitbeschäftigung und einem Ehepartner, der zu Hause bleibt und die Kinder verpflegt und somit teilweise arbeitslos ist. Das Splitting hat sich im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt und wird wohl auch in Zukunft noch einige Entwicklungsprozesse durchlaufen.

Viele Politiker kritisieren dieses Modell, da selbstverständlich durch gute Berechnungen immense Steuervorteile entstehen und somit dem Staat einiges an Geldern verloren geht. Vor allem an die Lohnsteuerhilfe können Fragen gestellt werden, so dass viele Ehepartner sich für das Ehegattensplitting entscheiden. Ein weiterer Kritikpunkt liegt darin, dass viele Paare nur heiraten, weil sie sich davon steuerliche Vorteile erhoffen und dies nicht aus Liebe tun. Das Ehegattensplitting ist dann ungerecht, wenn es unterschiedliche Lohndifferenzen innerhalb der Ehen gibt und damit einige Eheleute mehr sparen können als andere.

Früher gab es auch häufig das Argument, dass homosexuelle Paare diskriminiert werden, da sie vom Ehegattensplitting ausgeschlossen waren. Dieses grundgesetzwidrige Verbot wurde jedoch nach einem entsprechenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts von der schwarz-gelben Koalition Ende Juni 2013 aufgehoben (queer.de berichtete). Nun können auch eingetragene Lebenspartner in allen Bundesländern das Ehegattensplitting durchführen und dadurch Vergünstigungen erreichen.

Wie lange dies jedoch noch anhalten wird, ist nicht zu sagen, da Politiker immer wieder über die Abschaffung des Ehegattensplittings nachdenken.

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Tags: ehegattensplitting, einkommensteuer, steuererklärung
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Reaktionen zu "Ehegattensplitting – eine Ungerechtigkeit?"


 20 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
01.10.2013
21:42:26


(-1, 7 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Ich bin stinksauer, wenn Politiker versuchen an das Ehegattensplitting zu gehen, denn wenn dass auch noch fällt, gründet niemand mehr Familie. Zumal Familien sowieso schon nach Strich und Faden veräppelt werden und keine Planungssicherheiten mehr haben.


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#2
01.10.2013
22:31:34


(-1, 7 Votes)

Von makübo


Das Ehegattensplitting ist keinesfalls ungerecht. Das Einkommen der Ehe (egal ob hetero- oder homosexuell) wird als Gesamtheit betrachtet - sowohl in der Einkommenssteuer als auch in der gegenseitigen Unterhaltspflicht. Je geringer das Einkommen einer der Partner ist, desto höher ist die Unterhaltspflicht des anderen, mehr verdienenden Partners - auch nach einer eventuelle Scheidung. Bei gleichen Einkommen gibt es nur eine theoretische Unterhaltspflicht. Genau das aber spiegelt das Splitting wider: Je größer der Unterschied beider Einkommen ist, desto größer der Splittingvorteil. Somit hat der Staat dem weniger oder nichts verdienenden Partner gegenüber keine Fürsorgepflicht, die trägt einzig und allein der besser verdienende Partner. Das Splitting ist also eine sehr einfache, steuerliche Lösung für den Nachteilsausgleich.
Wenn man es abschafft, müsste der Nachteil der Fürsorgepflicht anderweitig ausgeglichen werden.


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#3
01.10.2013
23:38:48


(-2, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von timpa354


""denn wenn dass auch noch fällt, gründet niemand mehr Familie""..

Ach, echt ?

Dann müßen diejenigen die Kinder außerhalb einer Ehe in die Welt setzen irgendwie etwas falsch verstanden haben..
Aber Spaß beiseite..

Was genau spricht Deiner Meinung denn dagegen das Ehegattensplitting zugunsten eines Familiensplittings umzubauen, und den Familien in denen Kinder leben, das Geld zu geben was jetzt noch die ganzen Eheleute ohne unterhaltspflichtige Kinder abräumen ?

Dann würden endlich auch die Alleinerziehenden Familien, die langsam aber sicher die Mehrheit der Familien stellen, vom Splitting profitieren..

Es gibt nämlich keinen vernünftigen Grund solche Familien wie die der Kanzlerin oder der von Fr.Steinbach steuerlich zu subventionieren, während tausende Familien mit Kindern überhaupt keine Vorteile gegenüber der "breiten Masse" an DINK´s haben..

Also :
Das Splitting gibt es dann nur noch zusammen mit dem Kindergeld, sobald das Kind geboren ist, und fällt auch wieder weg, sobald die Kinder eigenes Geld nach der Ausbildung oder Studium verdienen..

Meiner Meinung nach ein vernünftiges Konzept um Familien, aber allem voran, Kinder zu fördern..


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#4
02.10.2013
00:21:32
Via Handy


(+1, 7 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #1 von timpa354


Hast du nichts vom FAMILIENSPLITTING gehört? Du schreibst davon, das familien veräppelt werden, ja aus welchem grund denn? Weil das splitting doch UNABHÄNGIG davon gewährt wird. Nach 50 pille sollte man doch längst gemerkt haben, das das splitting NICHTS mit familienförderung zu tun hat, da es doch sowieso gewährt wird. Im gegenteil, es ist doch deshalb geradezu ein anreiz KEINE KINDER in die welt zu setzen. Wobei es gutbetuchte es auch nicht nötig haben, wie neulich ein trittbrettfahrer hier meinte, damit doch bitteschön diese fürs kinderkriegen besonders gefördert würden.
wie egoistisch muß man sein, seinen reichtum nicht mit seinem nachwuchs zu teilen, sondern da nach dem staat zu schreien.
wie hat man es früher geschafft kinder zu kriegen?


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#5
02.10.2013
08:34:18


(-3, 9 Votes)

Von wandos
Antwort zu Kommentar #3 von TheDad


Das Splitting soll erstrangig für steuerliche Gerechtigkeit zwischen Alleinverdiener und Zweiverdiener Ehen gelten. Es war primär nie als seperate Famileförderung gedacht, wie uns die Politik gern weissmachen möchte. Aber mit dem "die armen Kinder" Argument kann man es gut loswerden. Eine Deckelung bei 60000 Brutto fänd ich OK. Ab einem gewissen Punkt ist genug Netto da um gut zu leben auch ohne weiteren Vorteil.
Allerdings möchte ich auch zu bedenken geben das die Fürsorgepflicht der Ehe auf diese Weise honoriert wird. Es geht nicht nur um Kinder. Unterhalt bei Scheidung, Berücksichtigung des Lohns des Partners im Pflegefall der Schwiegereltern etc. Im Übrigen mal Böse unterstellt, wird bei verheirateten einer arbeitslos, gibts nach ALG1 kein Geld mehr, wenn der Partner halbwegs normal verdient. Bei Unverheirateten oder lockeren Beziehungen
sucht sich der Betroffene ne kleine Bude und kassiert schön Wohngeld und Hartz 4. Wenn man so gern auf Gleichheit pocht, dann muß man den Ehen auch die Verpflichtungen nehmen oder Unverheirateten die nachweislich eine Beziehung führen dieselben Verpflichtungen aufgebürden wie verheirateten.


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#6
02.10.2013
12:00:15
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Natürlich ist das deutsche Ehegattensplitting ungerecht. Ebenso ungerecht wäre es jedoch die Ehegatten dafür, dass sie gegenseitige Unterstützungspflichten eingehen, nicht mehr steuerlich zu entlasten.

Ich verstehe nicht warum Deutschland solange an diesem merkwürdigen System festhält.

Zählt einfach die beiden Einkommen zusammen so wie das andere Länder auch tun, und führt einen stark vergünstigten Ehegattentarif ein! (Dieser günstige Tarif gilt in der Schweiz auch für Alleinerziehende.)

Wen zwei Paare gleich viel verdienen, haben sie logischerweise gleich viele Steuern zu bezahlen, ganz egal wie die Einkommensverteilung auf die Partner verteilt ist!

Alles andere wäre bei uns nicht verfassungsgemässweil das Prinzip der Steuern nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verletzt wird.


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#7
02.10.2013
12:24:19


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User timpa354
Antwort zu Kommentar #3 von TheDad


Ach, Frau Steinbach zahlt Steuern? Wenn Politiker Steuern zahlen, ist die Erde eine Scheibe.


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#8
02.10.2013
14:16:09


(-1, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von wandos


""Das Splitting soll erstrangig für steuerliche Gerechtigkeit zwischen Alleinverdiener und Zweiverdiener Ehen gelten""..

""Es war primär nie als seperate Famileförderung gedacht, wie uns die Politik gern weissmachen möchte""..

Doch, das war es..

Das Ehegattensplitting wurde von den Nazi´s eingeführt um den Familien in denen Kinder aufwachsen, mit denen Steuerlich gleichzustellen, in denen keine Kinder aufwachsen, und dadurch die Ehefrau weniger zum Familienverdienst beitragen kann, weil sie weniger, oft gar nicht arbeitete..

Damit wurden vorsätzlich all die Familien schlechter gestellt in denen Alleinerziehende Mütter und Väter die Last des Geld-Verdienens und die Erzeihungsarbeit leisteten, in der Mehrzahl Witwen des 1.Weltkrieges..

Die junge BRD übernahm auch diese Gesetzgebung..

Ehegattensplitting ist schon lange nicht mehr zeitgemäß, weil inzwischen mehr als ein Drittel aller Familien Rumpffamilien sind, geschiedene Mütter und Väter die gar kein Splitting einreichen können, und die durch die geringeren Bruttoverdienste sogar noch bei den Kinderfreibeträgen vorsätzlich beschissen werden..

Das erklärte Ziel der Familienförderung, das sich angeblich aus dem Art.6 GG ergibt, muß endlich zu einer Kinderförderung umgebaut werden, die dann auch genau dort ankommt, wo sie hingehört :
Bei den Familien in denen Kinder leben..


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#9
02.10.2013
14:22:10


(-1, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von timpa354


Komm mir jetzt nicht so..

Natürlich bezahlt auch eine Frau Steinbach und eine Frau Merkel Steuern..

Aber lange nicht soviel wie es ihrer Leistungsfähigkeit entspräche, und durch das Ehegattensplitting ohne Kinder sogar noch einmal weniger..

Wahrscheinlich profitiert in diesem Fall einmal der Ehemann, der Herr Sauer vom Splitting, weil er wohl weniger verdient, oder zwischenzeitlich in Rente ist..

Aber es ist nun einmal ein erheblicher Unterschied ob die Familie Merkel mit mehr als 200.000 Euro Gehalt der Kanzlerin plus dem Einkommen Sauer durch das Splitting allein weinger als 20.000 Euro Steuern zahlt, oder wie es ihrer Leistung angemessen wäre um die 100.000 Euro..


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#10
02.10.2013
16:24:20


(-2, 4 Votes)

Von Timm Johannes


Es ist sehr erfreulich, das dies Thema nunmehr zugunsten homosexueller Paare gelöst wurde und noch vor den Wahlen dies Thema im Bundestag endlich "abgeräumt" wurde.

Bin gespannt, was die SPD in dieser Legislaturperiode leistet bzw. nicht leistet:

Zur Auswahl stehen::
*Eheöffnung
*Gleichstellung im Adoptionsrecht
*Rechtsbereinigungsgesetz von Formvorschriften bei der Lebenspartnerschaft ("was wirklich aber nur Peanuts sind")

Versprochen hatte die SPD vor den Wahlen die Eheöffnung.


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