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  • 23. November 2004, noch kein Kommentar

Kürzlich feuerte er noch gegen Journalisten und Madonna – jetzt gibt sich Elton mit seinem neuen Album "Peachtree Road" und Bambi-Gewinn zahm.

Von Jan Gebauer

Für seinen Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids wurde Sir Elton John kürzlich mit dem Medienpreis Bambi geehrt. Weniger freundlich waren dagegen seine Verbal-Attaken gegen eine Gruppe von Journalisten in Taiwan und Madonna, die angeblich bei ihren Konzerten nicht live singe. Ein Schelm, wer da an reine PR-Aktionen denkt, denn in diesen Tagen erschien auch Eltons neuestes Album "Peachtree Road". Hinzu gab der Pop-Titan die Termine für seine Welt-Tournee 2005 bekannt.

Wirklich Neues gibt es auf seinem mittlerweile 37. Album nicht. Auch das angerauhte Klima seiner letzten Studio-CD "Songs From The West Coast" (2001), die mit Kritiker-Lob überschüttet und mit seinem Klassiker "Tumbleweed Connection" (1971) verglichen wurde, ist wieder etwas verflogen. Dennoch halten die zwölf Songs auf "Peachtree Road" schöne Kompositionen bereit, die von Gospel und Country inspiriert, hauptsächlich balladesk daherkommen. Geschrieben wurden alle Titel von Elton und seinem ebenfalls legendären Partner Bernie Taupin, dessen Texte weitaus ernster und reifer daherkommen, als noch zu "Goodbye Yellow Brick Road"-Zeiten (1973). Die Country- und Gospel-Farben tun dem Album sehr gut und machen den Charme von exzellenten Balladen wie "All That I'm Allowed" (erste Single in England, Platz 20 in den Charts) und "Turn The Lights Out When You Leave" aus. Die Melodienbögen klingen vertraut, gerade weil der Meister seinen ureigenen Stil konsequent verfolgt. Mit dem bluesigen "Porch Swing in Tupelo" oder dem Opener "Weight of The World" untermauert er dies nachdrücklich. Das hat zur Folge, dass die Aufnahmen nicht immer gleich im Ohren hängen bleiben, auch wenn sie sich dank großer Streicher- und Chor-Arrangements wohlig in die Gehörgänge schmuggeln. Mit etwas Zeit entfalten sie aber dennoch ihre Qualitäten, auch wenn das Album insgesamt nicht an den "West Coast"-Vorgänger oder einen unerreichbaren Über-Klassiker wie "Goodbye Yellow Brick Road" herankommt. Nur Schade, dass Elton diesmal verzichtet hat, Bernie Taupins Texte im Booklet abzudrucken. In den heutigen Zeiten sollte man darauf wirklich mehr Wert legen.

Es ist zwar noch ein gutes Jahr hin, aber Elton John kommt Ende 2005 auf Tour:

5. Dezember 2005, Hamburg, Color Line Arena
6. Dezember 2005, Oberhausen, König-Pilsner-Arena
8. Dezember 2005, Stuttgart, Schleyerhalle
9. Dezember 2005, Mannheim, SAP-Arena

23. November 2004