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Lust und Leidenschaft

Eine lesbische Casanova

  • 13. Oktober 2013, noch kein Kommentar

Ein Roman voller Lust und Leidenschaft: "Küss mich, Libussa"

Mit ihrem Roman "Küss mich, Libussa" verstößt Sophie Strohmeier gegen gesellschaftlichen Normen ebenso wie gegen die der Lesbenkultur.

Frauen geben Frauen etwas, das sie von Männern nie bekommen, das sie aber brauchen, um sich zu entdecken. Das ist das Thema von Sophie Strohmeier (25), die in ihren erotischen lesbischen Roman "Küss mich, Libussa" gleich mehrere Tabus bricht: Sie definiert lesbisches Dasein nicht über ein Stigma und den Kampf gegen gesellschaftliche Normen, sondern über Lust und Leidenschaft. Ihre lesbische Heldin ist ein weiblicher Casanova, der keine Frau widerstehen kann. Womit sie gegen die gesellschaftlichen Normen ebenso verstößt wie gegen die der Lesbenkultur.

Im Mittelpunkt des Romans steht die Slawistik-Studentin Marie: Ihre Literaturprofessorin übt eine seltsame Magie auf sie aus: Für ein Auslandssemester kommt Marie ins romantische Prag und entdeckt durch die Vierzigjährige mit der geheimnisvollen Ausstrahlung, dass Frauen für sie mehr sein können als Vorbilder oder Freundinnen. Marie stürzt sich in zahlreiche Liebesabenteuer. Keine Frau, die sie will, kann ihr widerstehen. Bloß ihre Professorin entzieht sich ihr beharrlich. Geschickt umgarnt Marie sei mit einem Netz aus Intrigen, die immer gefährlicher werden. Denn unversehens hat sie es mit einem mächtigen Widersacher zu tun.

Ein Buch voll Poesie und expliziter Details

"Während die Schwulen gelernt haben, sich selbst zu inszenieren, kommen Lesben in Kultur und Medien des deutschsprachigen Raums, wenn überhaupt, dann nur als Kampflesben vor. Das will ich ändern", sagt Strohmeier, die in den USA und in Wien aufgewachsen ist. Ihr Buch voll Poesie, expliziter Details und überraschender Wendungen handelt im literarischen Milieu von Prag. "Ich habe es nicht nur für Frauen geschrieben, und schon gar nicht nur für Lesben", sagt sie. "Weibliche Sexualität ist ein universelles Thema." Als Gesprächspartnerin liefert Strohmeier überraschende Beiträge einer jungen Generation zu Themen wie Gleichberechtigung und Emanzipation.

Strohmeier, Jahrgang 1987, verbrachte ihre Jugend in Wien und Pennsylvania, USA. Sie studiert Romanistik und Slawistik. 2007 bis 2009 arbeitete sie mit Regisseur Peter Whitehead am Spielfilm "Terrorism Considered as One of the Fine Arts". Seit 2010 wirkt sie bei zahlreichen Kurzfilmen mit und beteiligt sich an Literaturprojekten. (cw/pm)

Youtube | Trailer zum Buch
Infos zum Buch

Sophie Strohmeier: Küss mich, Libussa. Roman. Gebundene Ausgabe: 256 Seiten. edition a. Wien 2013. 19,95 €. ISBN: 978-3-99001-059-4