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  • 15.10.2013           3      Teilen:   |

Rainbow Reporter

"Von der Entspanntheit der Amerikaner lernen"

Artikelbild
"Sonnenmilch nicht vergessen", rät Rainbow Reporter Timm Kayser. "Die weißen Strände von Clearwater und St. Pete sind fantastisch"

Neun Tage lang war Timm Kayser im September als Rainbow Reporter für queer.de in Florida unterwegs. Im Interview spricht er über die Highlights der Reise und gibt persönliche Travel-Tipps.

Interview: Micha Schulze

Jetzt bist du schon einige Tage zurück von deiner Rainbow-Reporter-Reise, an der wir über dein Blog teilhaben konnten. Sieht man denn noch die Spuren von Floridas Sonne auf deiner Haut?

Leider werde ich immer blasser. In Berlin scheint die Sonne nicht so stark wie in Florida. Schaue ich auf das Wetter der letzten Tage, bin ich schon froh, trockenen Fußes von A nach B zu kommen. Der Alltag hat mich leider doch recht schnell wieder eingefangen.

Zeit, ein wenig Bilanz zu ziehen. Was war dein komischstes Reiseerlebnis?

Die Reise fing recht skurril an, als mir Aletha, die Reiseleiterin, von ihren Abenteuern aus 42 Jahren Berufsalltag einer Stewardess erzählte. Komisch fand ich es auch, von lokalen Guides durch die Party-Landschaften von Orlando, St. Pete oder Clearwater geführt zu werden. Die Guides kannten sich perfekt aus und lotsten mich immer zu den Hotspots der Nacht. Das fand ich komisch und fantastisch zugleich.

Was hat dich am meisten überrascht in Florida?

Die lokale Nähe zu den Attraktionen. Während meiner vorherigen Aufenthalte in den USA war ich es gewohnt, teilweise ganze Reisetage einzulegen, um von einem Ort zum nächsten zu gelangen. In Florida erreichte ich die Attraktionen einer Stadt mit einer Fahrtzeit zwischen zehn und 30 Minuten. Die Offenherzigkeit der Menschen war ebenfalls eine Überraschung! Wo immer ich hinkam, wurde ich mit offenen Armen empfangen. Bereitwillig und voller Erzählfreude zeigten mir die unterschiedlichsten Menschen ihr Florida. Noch nie bin ich während eines Urlaubs in so intensivem Kontakt mit den Einheimischen gewesen. Das habe ich sehr genossen.

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Zum Sonnenaufgang in der Luft: Die Fahrt mit dem Heißluftballon hat Timm am meisten beeindruckt
Zum Sonnenaufgang in der Luft: Die Fahrt mit dem Heißluftballon hat Timm am meisten beeindruckt

Was war für dich das absolute Highlight der Reise?

Es gibt so viele tolle Erlebnisse. Was mich, mit etwas Abstand betrachtet, aber ganz besonders beeindruckt hat, war die Ballonfahrt. Mitten in der Nacht traf ich auf eine Gruppe fremder Amerikaner und flog mit denen im Sonnenaufgang in einem Bastkorb in den Himmel. Es war einfach beeindruckend, so lautlos zu fliegen, die Sonne aufgehen zu sehen, unter mir die Natur. Das war toll!

Und das jeweilige Highlight in allen Orten, die du besucht hast?

In Orlando fand ich die "Island of Adventures" sehr toll. Die Achterbahnen dort sind wirklich grandios! St. Petersburg lebt einfach von den Stränden, und ich kann nur jedem empfehlen, dort einen Tag mit den Mantas schwimmen zu gehen. Der Pier 60 in Clearwater ist gerade am Nachmittag so toll beleuchtet, dass ich mich gefühlt habe wie in einem Hollywoodfilm. Das Wetter war warm und ein bisschen feucht, aber genau so, dass ich mich mit meinen kurzen Hosen und den Flip-Flops überall wohlfühlte. Kultur gibt es in St. Pete jedoch auch. Eine echte Überraschung für mich.

Würdest du dich noch mal auf einen Alligator setzen? Einige Leser fanden das nicht so gut…

Bevor ich mich auf den Alligator setzte, unterhielt ich mich mit dem Besitzer des Parks darüber, was solch ein Raubtier wohl davon hält. Ob es dabei Schmerz empfindet oder langfristige Schäden davonträgt. Die Antwort war so beeindruckend wie simpel: Es sei wie bei einem Pferd. Der Alligator merkt, dass jemand auf seinem Rücken sitzt. Er spürt auch die Bewegungen, empfindet dabei jedoch keinen Schmerz oder Ähnliches. Natürlich hat er einen Fluchtreflex, der von den Tierpflegern aber kontinuierlich überwacht wird. Wird er zu stark, wird das Fotoshooting abgebrochen. Außerdem saß ich nur so etwa fünf Sekunden auf dem Alligator. Die Tiere in dem Gatorpark werden – nach meinem Laienverständnis – sehr artgerecht gehalten. Die Alligatoren gelangen überwiegend durch Polizeifunde in das Gehege. Ihre Überlebenschancen außerhalb des Parks sind ungleich schlechter.

Gab es etwas, was dir nicht so gut gefallen hat auf der Reise?

Ich hätte gern mehr Zeit gehabt, innezuhalten und zu realisieren, wie viel ich erlebte. Viele Abenteuer kamen so schnell hintereinander, dass mein Puls kaum auf ein Normalmaß sinken konnte, ehe er durch die nächste Attraktion wieder in die Höhe getrieben wurde.

Über die schwule Party im Flamingo Resort, wo jemand mit einem Buttplug im Po herumspaziert ist, hast du etwas distanziert geschrieben. War das nicht dein Ding?

Ich war einfach überrascht von so viel Freizügigkeit. In Orlando war ich auf einigen schwulen Partys, die jedoch nach bestimmten Regeln funktionierten. Nacktheit war da überwiegend den Gogo-Tänzern überlassen. Und auch bei denen gab es feste Regeln: Nur gucken, nicht anfassen. Im Flamingo Resort war das etwas anders. Aber das ist auch schon alles.

Von Nayte (Mitte), der ihm das Nachtleben von Orlando zeigte, hat Timm in seinem Blog geschwärmt. Nun bekommen wir ihn auch zu sehen
Von Nayte (Mitte), der ihm das Nachtleben von Orlando zeigte, hat Timm in seinem Blog geschwärmt. Nun bekommen wir ihn auch zu sehen

Und dann diese fiese "Teebeutel-Strafe" beim Drag-Queen-Bingo… Sind die schwulen Amis freizügiger als die Deutschen?

Nein. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie freizügiger sind. Die Amis sind von Beginn an sehr freundlich und offenherzig. Kontakt zu finden fällt in Florida nicht schwer. Aber auch im tropischen Florida gelten dieselben Regeln wie in Berlin: Heiße Blicke mit einem netten Lächeln, ein paar angedeutete Flirtversuche und rein zufällige Berührungen im Vorbeigehen. Das sind die Zutaten des Kennenlernens, scheinbar auf der ganzen Welt.

Wie bist du im Allgemeinen mit den Leuten in Florida ausgekommen? Was man an dir als Deutschen interessiert?

Ich kam ganz wunderbar mit den Leuten in Florida aus. Ich habe mit einer Million neugieriger Fragen sehr interessante Lebensgeschichten in Erfahrung gebracht und viel über Florida und die Menschen dort gelernt. Natürlich interessierten sich die Amerikaner sehr für den Grund meiner neugierigen Fragen. Und immer wieder fragten sie danach, wie bestimmte Dinge in Deutschland laufen. Deutschland hat in Florida einen hohen Stellenwert. "Die Deutschen sind so fleißig und verstehen was von Technik", hörte ich mehr als nur ein Mal.

Du hast tolle Fotos gemacht, manchmal hat man aber einige Bilder vermisst. Etwa von Nayte, der dir das Nachtleben von Orlando gezeigt hat…

Es gab Momente, in denen ich bewusst keine Kamera vor mich gehalten habe. Ich wollte die Partylandschaft in Orlando nicht distanziert aus dem Blickwinkel einer Digitalkamera erleben, sondern als "einer von ihnen". Diese Möglichkeit wurde mir geboten – und ich habe sie natürlich wahrgenommen. Doch Nayte hat mir ein Foto seines iPhones zugeschickt, das er während unseres Abends in Orlando gemacht hat. Es gibt ihn also wirklich.

Was würdest du abschließend sagen: Für wen sind Orlando, St. Pete und Clearwater das ideale Reiseziel?

Orlando ist das perfekte Reiseziel für Leute, die ihren Urlaub aktiv verbringen möchten. Dort kann man jeden Tag in einen anderen Erlebnispark gehen, aber dazwischen auch entspannen, wenn das Adrenalin im Überschuss durch die Blutbahnen rast. St. Pete ist für Individualisten, die einfach abtauchen möchten. Das Reisebudget braucht nicht besonders hoch zu sein, der Strand ist endlos und die Menschen unglaublich entspannt. Wenn der Strand dann doch nicht reicht, warten viele kulturelle Möglichkeiten rund um den Hafen in der Innenstadt. Für Clearwater sollte die Reisekasse etwas praller gefüllt sein, denn hier sind die Hotels dichter, die Touristenmeilen länger und die Erlebnistouren organisierter als in St. Pete. Aber auch hier gilt: Der Strand ist fantastisch. Sonnenmilch sollte man keinesfalls vergessen!

Und was ist dein ganz persönlicher Reisetipp?

Ein günstiges Motel in St. Pete am Strand. Am Abend ein kühles Bier in einer der Strandliegen schlürfen und den Sonnenuntergang beobachten. Nach einer entspannten Nacht bei IHOP frühstücken. Dann 30 Minuten Autofahrt an der Küstenstraße entlang, um dann in der Segelschule von Clearwater in einem Katamaran über die Wellen des wunderbar blauen Meeres zu schippern. Währenddessen springen Delfine in respektvoller Entfernung aus dem Wasser. Aber auch: Die Dinge einfach auf sich zukommen lassen. Und einen kleinen Teil der Entspanntheit mitnehmen, die die Amerikaner um mich herum gelebt haben.

Links zum Thema:
» Reise-Infos zu Orlando
» Reise-Infos zu St. Petersburg und Clearwater
» Rainbow Reporter auf Facebook
Mehr zum Thema:
» Als Rainbow Reporter in Florida
» Als Rainbow Reporter auf La Réunion
» Als Rainbow Reporter in South Australia
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
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Tags: rainbow reporter, orlando, clearwater, st. pete, timm kayser
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Reaktionen zu ""Von der Entspanntheit der Amerikaner lernen""


 3 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.10.2013
16:45:01


(0, 0 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Hier trifft das Sprichwort "Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen!" voll zu! Und der Typ in der Mitte des Fotos ist eine Augenweide!


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#2
16.10.2013
13:12:20


(-1, 1 Vote)

Von Thorin


Ob sie immer noch so entspannt sein werden wenn ihr Land heute nacht um 12:00 bankrott ist?

Link zu www.reuters.com


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#3
15.10.2014
14:39:55


(0, 0 Vote)

Von niccinicci


USA ist und bleibt einfach ein tolles reiseziel, auch wenn man sexmässig nicht viel erwarten sollte, wenn man Berlin und die hiesige vielfalt gewöhnt ist. gut, in bezug darauf ist ja alles irgendwie entwicklungsland.
aber sich auf einen alligator setzen......da hört bei mir das verständnis auf. wie krank müssen die touris sein, die so einen mist machen????


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