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Homoerotik in Hollywood

"Cruising" unzensiert


Die Kameras laufen bereits, als James Franco eine Gruppe schwuler, aber auch heterosexueller Männer für seinen Film versammelt (Bild: Pro-Fun Media)

Jetzt im Kino: In der Fiktion-Doku "Interior. Leather Bar." erfinden James Franco und Travis Mathews die verschollenen Sex-Szenen aus William Friedkins Kultfilm "Cruising" aus dem Jahr 1980.

Von Daniel Sowa

Die New Yorker Schwulenszene in den frühen 1980er Jahren ist laut, dunkel, schwarz und schwitzt zu Poppers und Rockmusik in den Bars und Clubs im West Village/Meatpacking District. Sex in der Pre-Aids-Ära ist rau, ungeschützt und verboten.

Hier siedelte William Friedkin 1980 seinen atmosphärisch dichten, düsteren wie umstrittenen Thriller "Cruising" an. Al Pacino ließ er als Undercover-Cop neue Aspekte seiner Persönlichkeit abseits seiner gesellschaftlichen Rolle als heterosexueller Mann entdecken und führte der Gesellschaft in konfrontativen Bildern das damalige Leben der schwulen Szene im Untergrund New Yorks vor. Ein absolut sehenswerter Film bis heute. Doch damals waren wohl einige Szenen zu kontrovers: Sie mussten vor der Veröffentlichung entfernt werden, heute sind sie verschollen.

Die Grenzen der Intimität erkunden


Filmposter: Bundesweiter Kinostart von "Interior. Leather Bar." ist am 17. Oktober 2013

Zur diesjährigen Berlinale präsentierten das umtriebige Multitalent James Franco und der Erotik-Filmemacher Travis Mathews ihre eigene Idee dessen, was 1980 der Öffentlichkeit vorenthalten wurde: In ihrer Fiktion-Doku "Interior. Leather Bar." lassen sie Val Lauren als Protagonisten in einer Mischung aus dargestellter schwuler Sexualität und der Realität abseits des Sets seine Grenzen der Intimität erkunden. Die Fragen dabei: Wie weit geht er im Schauspiel, und welche Erfahrungen möchte er privat sammeln? In Dialogen vor und hinter der Kamera, Nachstellungen des Originals und Sexszenen "hinter den Kulissen" nähern sich die Filmemacher ihren Vorstellungen.

"Interior. Leather Bar." ist eher abstrakt als konkret, ist mehr eine Kollektion als erzählende Dramaturgie. James Franco zeigt das, was auch im heutigen Hollywood noch ein Tabu darstellt: homoerotische Sexualität. Damit will der Film auch provozieren und die tatsächliche Homophobie in der US-Filmindustrie anprangern.

Wer Zeitgeschehen erfahren will, schaut eine Dokumentation, wer eine Story braucht, guckt einen Spielfilm – und wer sich antörnen will, einen Porno. Dieser Film bewegt sich zwischen den Genres. "Interior. Leather Bar." ist ein gelungenes Experiment in Bildern, ein Kunstwerk mit viel Raum für eigene Interpretationen.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Youtube | James Franco und Travis Mathews im Gespräch mit Krista Smith (Vanity Fair TV) über ''Interior. Leather Bar"
Infos zum Film

Interior. Leather Bar. James Franco's Cruising. Fiktion-Doku. USA 2013. Regie: James Franco, Travis Mathews, Darsteller: Val Lauren, James Franco, Christian Patrick, Travis Mathews, Brenden Gregory, Brad Roberge, Collin Chavez. Laufzeit: ca. 60 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch. FSK 16. Pro-Fun Media Filmverleih. Bundesweiter Kinostart: 17. Oktober 2013
Galerie:
Interior. Leather Bar
10 Bilder


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 KultAnonym
  • 16.10.2013, 17:30h
  • Leiden einige Schwule an "partieller Amnesie"?

    Friedkin's - von Queer.de als "Kultfilm" beschriebener - Spielfilm 'Cruising' hat 1988 (mitten in der weltweiten AIDS-Pandemie, mit weiltweit Millionen Toten) bei vielen schwulen Männern ganz andere Emotionen, als ausgerechnet die einen "Kult" zu feiern, ausgelöst.

    Zitate:
    (...) Bis heute wird man ihn (den William Friedkin-Film Crusing) wohl vornehmlich unter der Fragestellung rezipieren, ob er schwulenfeindlich sei (...)

    (...) Homosexuellenverbände liefen während den Dreharbeiten Sturm. Rund 300 Polizisten schützten die Locations in New York (...)

    (...) die Kehrseite der Medaille liegt offen auf dem Tisch. Friedkin ist auch ein Ausbeuter, der dieses Milieu recht kaltschnäuzig auf schrille und schrullige Schauwerte abgescannt und grell in Szene gesetzt hat. Und es lässt sich mit einer einfachen Umstellprobe beweisen: würde der Plot auch nur halb so interessant sein, wenn er nicht in dieser Lebenswelt stattfinden würde? (...)

    (...) Hand auf´s Herz, die recht unspektakuläre Nummer Cop sucht Mörder würde niemanden jucken, wenn es dabei nicht vermeintlich durchgeknallte Exoten mit Ganzkörperledermasken und Polizeiuniformen aus einem Village People-Ausverkauf zu bestaunen gäbe, die sich lasziv aneinander schmiegen, ablecken oder dem Fist Fucking fröhnen. Manchmal hängen Plakate mit Reichsadlern an der Wand. Wenn es Friedkin, so wie im Vorspann beteuert, nicht darum gegangen wäre, die Homosexuellen per se zu diskriminieren, dann hat er sich sehr viel Mühe gegeben, seine guten Absichten mit knalligen, morbiden Bildern zu bedecken (...)

    Quelle:
    www.mannbeisstfilm.de/kritik/William-Friedkin/Cruising/931.h
    tml


    Als nächstes wird wohl, die durch ihr schwules Publikum reich gewordene Disco-Dohle Donna Summer rehabilitiert, die AIDS, als "Strafe Gottes für unzüchtiges Verhalten der Schwulen" bezeichnete. Und das obwohl Schwule, mit ihren Plattenkäufen diejenigen waren, die ihr das Leben im Luxus finanziert hatten.

    'Crusing', als "Kult" - angereichert mit fiktiven Sex-Szenen und einer Pseudo-Dokumentation - als Porno für die verblödete Community?

    Ich könnte kotzen!
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#3 Harry1972Profil
  • 16.10.2013, 19:23hBad Oeynhausen
  • Herrlich. Da können all die Schwestern mal wieder so richtig abkotzen, die ständig um "Normalität" bemüht sind und jedes Jahr zum CSD losgeifern, daß ihnen das alles zu schrill und bunt ist, weil sie ihre eigene Unfähigkeit zum Differenzieren auf den Rest der Bevölkerung projizieren.

    Nur eine Frage der Zeit, bis auch mal ein Film gedreht wird, der sich mit diesem speziellen Typ des angepassten Schwulen und seinem psychotischen Zwangskorsett befasst.
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#4 Stein
#5 GerhardAnonym
  • 16.10.2013, 21:57h
  • "James Franco, Du bist Schauspieler, Model, Autor Regisseur, Künstler. Gibt es denn auch etwas, worin Du talentiert bist?"
    :D
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#6 David77Anonym
#7 Ikaiko
#8 SmileyEhemaliges Profil
#9 SmileyEhemaliges Profil
#10 TheDadProfil
  • 17.10.2013, 00:28hHannover
  • Antwort auf #2 von Kult
  • Klingt hübsch aufgeregt, aber der Film ist nach wie vor von 1980 (!) und nicht von 1988..

    Damals gab es selbst in New York noch keine Massen von Toten die Mann der später so benannten Seuche AIDS überantworten konnte, und der Film war zunächst einer in dem Schwule Szene so dargestellt wurde, wie sie war..

    Nicht mehr und nicht weniger..
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