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  • 16.10.2013           22      Teilen:   |

Polizeiskandal in Spanien

Barcelona: Schwuler Geschäftsmann stirbt nach Polizeieinsatz

Artikelbild
Juan Andres Benitez

Mehrere Beamte schlugen einen 50-Jährigen so brutal zusammen, dass der Autopsiebericht von Mord spricht. Die Polizei macht nun mit Homo- und Serophobie von sich reden.

In Spanien sorgt ein Fall von außergewöhnlicher Polizeigewalt für Aufregung: Nachdem Polizisten auf ihn eingeprügelt hatten, ist in Barcelona ein 50-jähriger schwuler Geschäftsmann seinen Verletzungen erlegen.

Juan Andres Benitez war bereits am 6. Oktober im Stadtteil Raval mit einem Nachbarn in einen Streit geraten, zu dem die Mossos d'Esquadra, also die katalanische Polizei, gerufen wurde. Der Mann soll dabei die Frau des Nachbarn angeschrien und geschlagen haben. Nach Zeugenangaben habe dann die Polizei mit großer Brutalität auf den Besitzer zweier Modegeschäfte im Barceloner Schwulenviertel Gaixample eingeschlagen. Als sie Benitez in Handschellen in einen Wagen schleppten, mit dem sie ihn in ein Krankenhaus brachten, sei er bereits bewusstlos gewesen.

Eine Autopsie ergab, dass der Mann erhebliche Verletzungen am ganzen Körper und vor allem im Gesicht erlitt: So wurden ihm unter anderen Wangenknochen und die Nase gebrochen sowie Zähne herausgebrochen. Er starb allerdings an einem stressbedingten Herzinfarkt, der durch eine Vorerkrankrung begünstigt wurde.

Fortsetzung nach Anzeige


Autopsie ergibt Mord

Der von einem Richter angeordnete Autopsiebericht spricht in diesem Zusammenhang von einem Mord. Allerdings spricht nur ein Zeuge von einer übermäßigen Polizeigewalt. Die Polizeigewerkschaft hat die Verteidigung der insgesamt acht Beamten übernommen und spricht von Notwehr; der Mann habe gewalttätigen Widerstand geleistet.

Auch bedauerte die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung geradezu, dass sich zwei Beamte für ein Jahr einer Postexpositionsprophylaxe unterziehen müssten, also einer Behandlung in Folge von einem möglichem Kontakt mit HI-Viren. Auch aufgrund dessen fragen LGBT-Verbände, inwieweit Homophobie bei der "Gewalt-Orgie" und deren Aufarbeitung eine Rolle spielt. Quim Arugula von der Gruppe Gais Positius erklärte, man sei empört: "Jede Minute gibt es neue erschreckende Details zu diesem Fall: Nicht nur exzessive Gewalt, sondern auch Homophobie und Serophobie".

Das spanische Recht verbiete es, den HIV-Status einer Person zu verbreiten. Wenige Wochen zuvor hatten die Mossos d'Esquadra bereits für Kritik gesorgt, als sie während des CSD in Barcelona Razzien in Homo-Kneipen durchführte.

Zu einem Gedenkprotest vor einem von Benitez' Läden kamen am Dienstag über 250 Menschen zusammen. Der aus Andalusien stammenden Mann, der nach einem Zwischenstopp in London seit 15 Jahren in Barcelona lebte, war erst vor kurzem in den eher ruhigen Stadtteil gezogen, weil er nach Angaben von Freunden unter Depressionen litt. (nb)

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Tags: spanien, polizei, gewalt
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Reaktionen zu "Barcelona: Schwuler Geschäftsmann stirbt nach Polizeieinsatz"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
16.10.2013
16:01:15


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Serophobie Stigmatisierung von Positiven und ihre Folgen

Mal sehen, wie der Prozeß gegen die Polizisten ausgeht, die den Mann auf dem Gewissen haben!


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#2
16.10.2013
16:11:57


(+9, 11 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Auch bedauerte die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung geradezu, dass sich zwei Beamte für ein Jahr einer Postexpositionsprophylaxe unterziehen müssten, also einer Behandlung in Folge von möglichem Kontakt mit HI-Viren.""..

Tja..
Wer Positive Menschen verprügeln will sollte Handschuhe tragen..

Unfaßbar was die sich da leisten !

Da es keine weiteren Zeugen für den Vorfall gibt, und nicht anzunehmen ist das einer der beteiligten Polizisten den wahren Grund für die Gewalttätigkeit gegenüber dem Mann zu nennen, wird das wohl im Dunklem bleiben..


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#3
16.10.2013
16:19:40


(+8, 12 Votes)
 
#4
16.10.2013
16:23:08


(+7, 9 Votes)

Von gavros
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von -hw-


In the first year after the cameras were introduced here in February 2012, the number of complaints filed against officers fell by 88 percent compared with the previous 12 months. Use of force by officers fell by almost 60 percent over the same period.

Link zu www.nytimes.com


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#5
16.10.2013
16:28:28


(+7, 9 Votes)

Von Yannick


Leider ist Polizeigewalt in der EU und auch in Deutschland an der Tagesordnung. Die gehen oft viel zu brutal vor.

Und noch schlimmer ist, dass das fast nie Konsequenzen hat. Auch diesmal werden trotz der Autopsie, die Mord diagnostiziert hat, die Verantwortlichen wohl wieder mal mit einem blauen Auge davonkommen.

Das zerstört natürlich das Vertrauen in den Rechtsstaat ganz massiv und dauerhaft.


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#6
16.10.2013
16:31:19


(+9, 9 Votes)

Von gatopardo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Tja, vorbei die Zeiten, als Katalonien noch von einer homofreundlichen Koalition regiert wurde. Die heute regierende konservative CiU hat namhafte Leute in ihren Reihen wie Durán Lleida, der als ausübender Katholik gegen die Homo-Ehe wetterte. Sowas bereitet den Boden für Übergriffe und Razzien, die in Madrid undenkbar wären.


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#7
16.10.2013
18:40:18


(+8, 8 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Die spanische Polizei fiel schon vor einem halben Jahr sehr negativ auf, weil sie auf Frauen und Kinder eingeschlagen haben, während der Massendemonstrationen, anschließend mussten sie sich entschuldigen, weil zu viele grauenhafte Filme der Übergriffe im Internet kursierten, teilweise haben sich Frauen auf die Kinder geschmissen, um sie vor den Schlagstöcken der Polizisten zu schützen. Das zeigt was für mutige Polizisten das sind, auf Frauen und Kinder einzuschlagen. Die haben sich benommen unbeschreiblich.


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#8
16.10.2013
18:55:37


(+6, 8 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


>Polizeigewerkschaft hat die Verteidigung der insgesamt acht Beamten übernommen und spricht von Notwehr<

Der Mann hat mit seinem Gesichtsschädel in heimtückischer Absicht mehrere Schlagstöcke aufrechter katalonischer "Jungs" beschädigt.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Mossos_d%27Esquadra#Kritik_u
nd_Kontroversen


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#9
16.10.2013
19:33:27


(+10, 12 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Unglaublich, da noch von Notwehr zu sprechen.
Es gehört schon einiges dazu, Wangenknochen zu zerschmettern und Zähne auszuschlagen.
Acht Polizisten gegen einen Mann, der bewusstlos geprügelt wird und die nennen das Notwehr?


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#10
16.10.2013
20:13:18


(+3, 11 Votes)

Von Big Picture
Antwort zu Kommentar #7 von timpa354


Die Krisenabwälzungsstrategien und -programme der herrschenden Klasse (v. a. auch des deutschen Imperialismus mit Frau Merkel als politischer Vollstreckerin) und ihre unmittelbaren und mittelbaren Folgen.

"Deutschland ist ein starkes Land"!!

Link zu www.n-tv.de


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