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Familienrechtsreform vom Tisch

Russland: Kein Gesetz zur Kindeswegnahme


Hardliner Alexej Schurawlew zog seinen Gesetzentwurf zurück

Ein Entwurf, schwulen oder lesbischen Elternteilen das Sorgerecht zu entziehen, wurde vom verantwortlichen Abgeordneten zurückgezogen.

Ein Gesetzentwurf, der schwulen und lesbischen Elternteilen das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen hätte, ist von der Agenda des russischen Parlaments genommen worden.

Der Pressesprecher des Abgeordneten Alexej Schurawlew bestätigte am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti einen entsprechenden Vermerk auf der Webseite der Duma, ohne dazu eine weitere Erklärung abzugeben.

Der Abgeordnete von Putins Regierungspartei und Vize-Vorsitzende des Parlaments hatte den Gesetzentwurf erst vor wenigen Wochen ins Parlament eingebracht. Er sah eine Erweiterung des Familiengesetzes vor.

Lieber Heim als Homo-Eltern

Neben Alkoholismus, Drogenmissbrauch oder einer Geisteskrankheit wurde in dem Entwurf Homosexualität als Grund benannt, einem Elternteil das Sorgerecht zu entziehen. Gibt es keinen weiteren Erziehungsberechtigten, sollte das Kind in ein staatliches Erziehungsheim eingewiesen werden.

Bereits beim Einbringen ins Parlament und bei einer ersten Beratung im Familienausschuss hatten sich Mitglieder aller Parteien kritisch über den Entwurf geäußert (queer.de berichtete). Selbst Elena Misulina, die für das landesweite Gesetz gegen Homo-"Propagana" verantwortlich ist, hatte gesagt, dass die Pläne "undurchführbar" und "frivol" seien. Ein Beweis einer Homosexualität sei schwierig, wurde kritisiert, auch könnte das Gesetz zu Missbrauch durch falsche Beschuldigungen führen.

Bedenken aus dem Ausland scheinen bei der Rücknahme des Gesetzes keine Rolle gespielt zu haben. Der Familienausschuss hatte es zunächst passieren lassen, eine erste Debatte in der Duma war für den Februar vorgesehen – nach den umstrittenen Winterspielen in Sotschi (queer.de berichtete). (nb)

 Update  Entwurf wird überarbeitet (20.45h)
Kommando zurück in den russischen Medien: Nach erneuten Angaben des Pressesprechers Alexej Schurawlew gegenüber RIA Novosti werde der Gesetzentwurf nun nicht zurückgezogen, sondern nur in der legalen Definition überarbeitet und danach erneut in die Duma eingebracht. An den grundsätzlichen Inhalten wolle man nichts ändern.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 FuZZZynessAnonym
#3 Aus Bad HomburgAnonym
  • 19.10.2013, 20:11h
  • Schon erstaunlich, wieviel Zeit und Haß-Energie jeder beliebigen homophoben Initiative zu widmen die Russen bereit sind - sogar solchen, die eher einer rein symbolischen Natur sind. Wieviel gleichgeschlichtliche Paare mit den Kindern sollte es denn in so einem Land wie Rußland geben ? Einige hunderte, einige tausende ? Andererseits, vielleicht könnte das ganze für die russischen Schwule und Lesben als Anlaß dienen, etwas in ihrem Leben doch überdenken: wenn sie selbst in so einem extrem schwulenfeindlichen Klima auch weiter zu leben bereit sind, dann heißt es noch bei weitem nicht, daß das auch für ihre Kinder gelten muß. Auch für die mitteleuropäischen Juden war es einst sehr schwierig ihre Kinder nach England oder Frankreich abzuschicken - jetzt wissen wir aber, daß das die einzige richtige Entscheidung war.
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#4 SmileyEhemaliges Profil
#5 timpa354Ehemaliges Profil
  • 20.10.2013, 12:02h
  • Sollte dieses Vorhaben umgesetzt werden, kann sich zukünftig jede Ehefrau von ihrem gewalttätigen, versoffenen Ehemann befreien, indem sie behauptet er wäre schwul, hmm, dass wird eng für russische Männer, die bauen sich gerade selbst eine Falle. Wer ist schuld an soviel Dummheit? Ah ja, der Alkohol.
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#6 RobbyEhemaliges Profil
  • 20.10.2013, 12:57h
  • Schätze, dann wird die Merkel bald nachziehen und versuchen, solche Gesetze in Deutschland auch durchzubringen. Die kriecht dem Putin doch die ganze Zeit schon in den ... Außerdem war sie die einzige(!) der EU, die sich ihm gegenüber NICHT kritisch zu dem verdammten Propaganda-Gesetz geäußert hat - und ihre eigene Homophobie ist ja mehr als bekannt und wird von Merkel in fast jedem Interview demonstrativ wieder zur Schau gestellt.
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#7 userer
  • 21.10.2013, 11:52h
  • "Wer ist schuld an soviel Dummheit? Ah ja, der Alkohol."

    Da vergisst du aber die Indoktrination durch die Christen! Die orthodoxen Popen tragen mindestens genau so viel Schuld an dieser Form der Dummeheit.
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#8 -hw-Anonym
#9 Timm JohannesAnonym
  • 21.10.2013, 16:22h
  • Mit Russland geht es halt unter Putin gesellschaftlich immer weiter abwärts. Was will man von einem Präsidenten auch anderes erwarten, der Geheimdienstmitarbeiter war. Armes Russland kann ich da nur sagen.
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