Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
 powered by
  • 20.10.2013           4      Teilen:   |

Travel-Tipp USA

Liberty und Libido in Philadelphia

Artikelbild
Eines der vielen Must-Sees in Philadelphia: Schwules Paar an der Freiheitsglocke (Bild: Jay Fusco for GPTMC)

Die Metropole im US-Bundesstaat Pennsylvania bezaubert mit ihrem liberalen Flair. Doch auch in der ersten Hauptstadt der USA mussten LGBT um ihre Freiheit kämpfen. Ein Besuch an Halloween.

Von Robert Niedermeier

Die Zahnfee trägt Korsage, Spiderman einen bauchfreien Dress und Fidel Castro küsst Captain America. Das ist keine Szene aus einem Cartoon, sondern Realität in Philadelphias Schwulenclub "T.O.C.". Schrill kostümiert feiern die Gäste in der Hauptstadt Pennsylvanias ihr unheiliges Halloween. Tags darauf erzählt Tami Sortman beim Brunch im Restaurant "Knock" von der schaurig-lustigen Geisternacht. Auch die blonde Lesbe zieht alljährlich mit ihrer Clique durch das "Gayborhood" der Millionenmetropole.

Zwar schließen die Clubs an der Ostküste der USA relativ früh, doch in der Halloween-Nacht geht es auch auf den Straßen wild her. Offene Anmache, frivole Rufe, barbusige Hexen und muskelbepackte Leder-Rocker zieht es nach den öffentlichen Partys auf die privaten Feten.

Fortsetzung nach Anzeige


Unterwegs in einer geschichtsträchtigen Metropole

Halloween in Philadelphia: Im schwulen Traditions-Club "T.O.C." küsst Fidel Castro auch schon mal Captain America - Quelle: Robert Niedermeier
Halloween in Philadelphia: Im schwulen Traditions-Club "T.O.C." küsst Fidel Castro auch schon mal Captain America (Bild: Robert Niedermeier)

"Wir hatten eine reine Frauenparty", lacht Tami, die für die "Philadelphia Gay News" arbeitet, sich ehrenamtlich für die Community engagiert und maßgeblich an der Erstellung der "Gay History Map" beteiligt ist. Als "Philly-Girl" ist sie stolz auf ihre liberale Heimatstadt: "In den 1960er Jahren übernahmen wir die Vorreiterrolle für die moderne Lesben- und Schwulenbewegung Amerikas", sagt sie und zeigt auf ihrer Karte die Stätten des queeren Aufbegehrens.

Ohnehin ist Philadelphia äußerst geschichtsträchtig: Die vielfach fotografierte Freiheitsglocke, ein nationales Heiligtum, wird von sexy uniformierten "Park Rangern" bewacht, das Wohnhaus von Betsy Ross, der Erfinderin der US-Flagge, steht in der Altstadt, und vor den Stadttoren zog einst die erste amerikanische Armee unter Obhut des schwulen Barons von Steuben gegen die Briten für die Unabhängigkeit der USA in den Krieg.

Einen Kampf für mehr Gender-Gerechtigkeit findet Jahrhunderte später am 4. Juli 1965 statt. Im Petticoat die Frauen, brav mit Hemd und Stoffhose bekleidet die jungen Männer, marschieren die Teilnehmer der ersten amerikanischen Queer-Demo mit Transparenten vor der "Independence Hall" auf – dem US-amerikanischen Nationalheiligtum. Festgehalten ist der historische Moment auf einem "Mural" in der Spruce Street.

Youtube | LGBT-Werbevideo für Philadelphia aus dem Jahr 2004: "Get Your History Straight And Your Nightlife Gay"

Philadelphias liberales Selbstverständnis ist weithin sichtbar

Staatlich gefördertes queeres Wandgemälde: Ein Mural in der Spruce Street erinnert an die erste Homodemo der USA
Staatlich gefördertes queeres Wandgemälde: Ein Mural in der Spruce Street erinnert an die erste Homodemo der USA (Bild: Robert Niedermeier)

Die städtisch geförderten großen Wandgemälde sind das Metier der Künstlerin Tjai Abdullah. Als Mural-Guide führt sie Touristen besonders gern durch das Gayborhood: "Die Mural-Tour zeigt die wichtigsten Ereignisse der Stadt. Für mich, eine nicht straighte schwarze Frau, bedeutet die Akzeptanz Philadelphias sehr viel."

Das liberale Selbstverständnis ist sichtbar. Auch an den Regenbogenmarkierungen der Straßenschilder im gesamten Viertel, das sich von der Chancellor- und Pinestreet hinüber zur 13. und 11. Straße bis zum Washington Platz ausdehnt. Mittendrin hegt und pflegt Direktor Bob Skiba das Archiv des William Way Centers: "Es ist wichtig, dass wir folgenden Generationen mitteilen, wofür es sich zu kämpfen lohnt – für die Freiheit", tönt Bob sehr amerikanisch.

"Zum amerikanischen Lebensgefühl gehört auch gutes Essen", meint indes Eric Matzke. Der Miteigner des schwul geführten Unternehmens "Cityfoodtours" kennt die Vorurteile europäischer Besucher: "Bio, Slow-Food und Nachhaltigkeit sind jedoch ein großes Thema", klärt er charmant auf und lässt im Edel-Shop "Tbar" eine Schokoladen-Pastille in seinem Mund verschwinden.

Dass Eric tagtäglich mit gutem Essen und Verlockungen beschäftigt ist, sieht man dem Gertenschlanken nicht an. Nachts ist auch Eric im "T.O.C." zugegen, trägt eine Toga, präsentiert seinen trainierten Körper, lächelt verschmilzt, stupst Fidel in die Seite, kneift der Zahnfee in den Po und langt Captain America frech in den Schritt. Schließlich ist Halloween. Zeit für Libido und Liberty.

Youtube | Aktuelless LGBT-Werbevideo für Philadelphia: Drag Queen Miss Richfield 1981 zeigt die Highlights ihrer Stadt
  Unser Autor
Robert Niedermeier ist Reise-, Gesellschaft- und Lebensart-Journalist in Berlin, der u.a. sein eigenes kleines Online-Magazin reiserobby.de betreibt. Dort ist der Philadelphia-Text auch zuerst erschienen.
Links zum Thema:
» Offizielle LGBT-Infos zu Philadelphia
Mehr zum Thema:
» Philadelphia: Metropole der Vielfalt (31.10.2008)
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 4 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 27             9     
Service: | pdf | mailen
Tags: philadelphia, gay travel, queer travel
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Liberty und Libido in Philadelphia"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
20.10.2013
09:36:08


(+4, 6 Votes)
 
#2
20.10.2013
11:30:49


(+2, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Bei Philadelphia muß ich auch immer an den Film mit Tom Hanks und die Streichkäsemarke denken. Auch die Serie "Cold Case" spielt dort. Ich hab mir die immer gerne angesehen. Musikalisch steht die Stadt auch für eine Musikrichtung:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Phillysound


Und als Filmstadt hat sich Philadelphia auch einen Namen gemacht:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Philadelphia


Echt eine Reise wert!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
20.10.2013
14:00:41


(+1, 5 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


"Das Reiserobby" freut sich natürlich auf Besucher (und LIkes und Shares), obwohl sich mein wirklich sehr kleines eigenes Online-Magazin noch im steten Aufbau befindet. Deshalb mal ein bisschen Eigenmarketing: Bitte vorab um Entschuldigung, dass einige (ziemlich viele sogar) Artikel noch aufgehübscht werden müssen, besonders die Infokästen - scheiß HTML ;-) - beanspruchen Zeit, die auf Kosten meiner Freizeit gehen. Deshalb auch an dieser Stelle ein dickes Lob an die fleißigen Mitarbeiter von Queer.de, dasselbe gilt auch auch meine Kollegen von queer-travel.net... Es ist gut und wichtig, dass es euch gibt, denn LGBT-Personen brauchen explizit queere Informationen und einen aus lesbisch-schwuler Perspektive kritisch begleitenden Journalismus, damit ihre Reisepläne ohne böse Überraschungen in die Tat umgesetzt werden können. Na klar, es geht auch Undercover, sprich: sich nicht als LGBT erkennen zu geben. Aber Trans*-Personen haben es da z.B. nicht so einfach wie Lesben oder Schwule. Also Leute, supportet eure Medien. Und jetzt ein Link zu einer Neu-VÖ auf Reierobby.de #Bangkok Danke fein <3
Link:
reiserobby.de/reportagen/stadtansichten/szene-in-b
angkok-bei-tag-und-nacht-lgbt-reise-tipps-fuer-sto
pover-ohne-hangover/


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
21.10.2013
16:51:37


(+3, 5 Votes)

Von -hw-


"Liberty und Libido in Philadelphia"

Der Rat für Amerikanisch-Muslimische Beziehungen (CAIR) hat Jacob Bender, einen jüdischen Filmemacher und ökumenischen Aktivisten zum Exekutivdirektor seines Büros in Philadelphia ernannt.

Link:
tachles.ch/news/muslimische-organisation-ernennt-j
uedischen-direktor


(Berlusconi Fans wollen erst mal abwarten.)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 REISE - STäDTEREISEN

Top-Links (Werbung)

 REISE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Magdeburg: Einstimmiger Beschluss für Hirschfeld-Gedenktafel "Tapetenwechsel 2.0" im Schwulen Museum* Studie: Intimrasur erhöht Krankheitsrisiko Mehr Geld für LGBTI-Projekte im Norden
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt