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Kurt Cobain starb 1994 im Alter von nur 27 Jahren

Der legendäre "Nirvana"-Sänger hat in einem neu veröffentlichten Interview über seine Sexualität und einen schwulen Kumpel gesprochen, den er wegen seiner homophoben Mutter nicht mehr sehen durfte.

In einem neu aufgetauchten Audio-Interview hat der 1994 verstorbene Sänger Kurt Cobain darüber gesprochen, dass er sich während der Schulzeit "anders" als seine Mitschüler gefühlt habe und daher überlegt habe, ob er homosexuell ist. Das Interview aus dem Juli 1993, das vom Musikjournalisten Jon Savage geführt wurde, ist diese Woche vom öffentlich-rechtlichen US-Fernsehsender PBS aufgestöbert und auf Youtube veröffentlicht worden.

In dem Gespräch wird der Musiker aus dem US-Bundesstaat Washington gefragt, ob er ein Problem damit habe, wenn Leute ihn für schwul hielten. Er antwortete: "Ich habe sogar selbst gedacht, dass ich schwul bin". Er habe geglaubt, dass dies eine Erklärung dafür sei, dass er sich von seinen Mitschülern unterscheide.

Er kannte zu dieser Zeit auch einen Schwulen: "Obwohl ich nie damit experimentiert habe, hatte ich einen schwulen Freund. Meine Mutter hat mir dann aber nicht erlaubt, mit ihm befreundet zu sein, weil sie homophob ist. Das war wirklich erschütternd, weil ich einen männlichen Freund gefunden habe, den ich umarmen konnte und mit dem ich liebevoll umgehen konnte. Wir haben auch über alles Mögliche geredet". Nach dem Veto seiner Mutter habe er ihn aber nicht mehr treffen können.

Youtube | Das von PBS neu veröffentlichte und schön bebiliderte Interview

Cobain hatte bereits in anderen Interviews über seine Sexualität gesprochen. So sagte er 1993 in einem Interview mit dem LGBT-Magazin "The Advocate", dass er "im Geiste schwul" sei. Er könne sich außerdem vorstellen, bisexuell zu leben: "Ich fühlte mich immer etwas kränklich und feminin, darum dachte ich eine Weile, ich könnte schwul sein, auch weil ich keines der Mädchen in meiner Highschool attraktiv fand". Schwule Freunde hätten ihm dann davor bewahrt, "ein Mönch oder sowas" zu werden, fuhr der Sänger fort.

Kurt Cobain wurde Anfang der Neunziger als Sänger und Gitarrist der Grunge-Band Nirvana berühmt. Für die Rockband schrieb er auch fast alle Songs. Der Durchbruch gelang 1991 mit dem Album "Nevermind", das in den USA Platz eins der Charts erreichte. In Deutschland schaffte es die LP, auf dem der Klassiker "Smells Like Teen Spirit" enthalten ist, bis auf Rang drei. Kurz nachdem Cobain einen Drogenentzug gemacht hatte, verübte er 1994 in seinem Haus in Seattle Selbstmord. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 JadugharProfil
  • 24.10.2013, 22:03hHamburg
  • Es sieht fast so aus, als wäre er durch das homophobe Umfeld in den Sebstmord getrieben worden. Die unsichere Haltung zu seiner Sexualität, die Selbstzweifel, die Verbote sprechen irgendwie eine deutliche Sprache.
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#3 blubAnonym
  • 25.10.2013, 02:39h
  • ne curt hatte sich damals nicht umgebracht weil er ein verkappter schwuler ist sondern weil er jahrelang ein schmerzhaftes Magengeschwür hatte das er versuchte mit heroin zu bekämpfen.

    mag sein das selbstablehnung da auch reingespielt hat, aber der hauptgrund war es glaube ich nicht.

    kann mich natürlich auch irren.
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#4 KurtCAnonym
  • 25.10.2013, 08:35h
  • Wie sich hier mal wieder niemand so richtig mit ihm beschäftigt hat, aber trotzdem jeder einen auf Experten macht

    Kurts Selbstmord hat mit einer homophoben Umgebung überhaupt nichts zu tun. Ich weiß, dass wünschen sich einige hier, damit sie diesen Selbstmord politisch instrumentalisieren können, aber dem ist nun mal nicht so.

    Er war nicht schwul und wenn er es gewesen wäre, hätte er sich sicherlich nicht selbst dafür abgelehnt. Immerhin stammt von ihm der berühmte Satz:

    "I am not gay. Although I wish I were, just to piss off homophobes."
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#5 definitionsmachtAnonym
  • 25.10.2013, 09:50h
  • der schwule. der inbegriff des ANDERSseins.
    außerirdisch? unterirdisch?

    entscheidend aber immer die klarstellung:

    "ICH NIE damit experimentiert habe"!
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#6 SilencioProfil
  • 25.10.2013, 13:17hBerlin
  • Ich mochte Nirvana ja schon ganz gerne in meiner Jugend. Bedenklich bei dem Artikel finde ich ja folgende Aussage:
    "Ich fühlte mich immer etwas kränklich und feminin, darum dachte ich eine Weile, ich könnte schwul sein, auch weil ich keines der Mädchen in meiner Highschool attraktiv fand".
    Was ist das bitte für ein Bild von Schwulsein, was da vermittelt wird? Weil man sich kränklich fühlt, muss man denken, man ist schwul? Da muss die Mutter und die Gesellschaft ganze Arbeit geleistet haben, um diesen Konnex herzustellen bei ihm.
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#7 Stigma StigmaAnonym
  • 25.10.2013, 14:34h
  • Antwort auf #6 von Silencio
  • Eben! Genau darum geht es ja bei solchen Veröffentlichungen, auch posthum. Pseudo-Toleranz und "Liberalität" heucheln, aber in Wahrheit die herrschende, gesellschaftlich gemachte Norm noch stärker zementieren als bisher.

    "Toleranz" gegenüber "den" stereotyp konstruierten Schwulen (als Mittel der Abgrenzung) kann auch ein wirkungsvoller Weg der Unterdrückung und des Umganges mit der bei 90% bis 95% der Bevölkerung (siehe Kinsey) vorhandenen Homosexualität sein.
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#8 seb1983
  • 25.10.2013, 15:04h
  • Antwort auf #7 von Stigma Stigma
  • Du weißt aber schon dass laut Kinsey auch 90 bis 95% der Menschen heterosexuelle Anteile haben^^
    Damit haben wir 5% Hetero, 5% schwul, 90% dazwischen.

    Ist natürlich fies von PBS das 20 Jahre später zu veröffentlichen, das hat man sich damals wohl für einen ganz bestimmten Moment aufbewahrt bis die Weltheterrorkonferenz es freigegeben hat...

    Bis zu meinen ersten Kontakten mit der Szene war ich eigentlich auch fest überzeugt dass das konstruierte Stereotypen sind. In der Realität ist es nur oft noch viel schlimmer und viel zu viele Schwule wälzen sich genüsslich in diesen Stereotypen um damit zu schockieren.
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#9 nachhelferAnonym
  • 25.10.2013, 15:14h
  • Antwort auf #8 von seb1983
  • wer empirische daten völlig losgelöst von den (aggressiv heterosexistischen) gesellschaftlichen verhältnissen interpretiert, deren produkt sie sind, mag das so sehen.

    die verteidigung "heterosexueller anteile" scheint dir jedenfalls arg wichtig zu sein (reaktionsgeschwindigkeit und -häufigkeit bei diesem thema). auch da kann man sich fragen, woher das kommt.
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#10 seb1983
  • 25.10.2013, 16:10h
  • Antwort auf #9 von nachhelfer
  • Ich verteidige gar nichts, du Schlingel mit deinen Unterstellungen um andere mundtot zu machen
    Ich finde es nur immer wieder amüsant die Anteile einer Studie die einem passen zu akzeptieren und hervorzuheben und den Rest umzudeuten.
    Damit könntest du in die Politik gehen

    Neben dem Kinsey Report gab es auch "Das sexuelle Verhalten des Mannes" sowie "Das sexuelle Verhalten der Frau", und das war um 1950!!
    Was dort an Erkenntnissen über Selbstbefriedigung, Fremdgehen, Sex vor der Ehe und und und geschildert wird, das war dermaßen ungeheuerlich und so gegen jegliche gesellschaftliche Verhältnisse, da muss man nicht ausgerechnet die Zahlen zu schwulen und lesbischen Gefühlen "herauslösen" und nach Gutdünken uminterpretieren.

    Mein Geschwindigkeitsgeheimnis: Ich habe für deine dauernden copy and paste Beiträge inzwischen entsprechende Vorlagen
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