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  • 24.10.2013           62      Teilen:   |

Riesiger Besitz an Luxusimmobilien

Düsseldorf: Katholische Kirche Vermieter von Abercrombie & Fitch

Artikelbild
Der Heilige Schein von Abercrombie & Fitch: Perfekt durchtrainierte, überwiegend weiße Jungs. Im Hintergrund lauern schlechte Arbeitsbedingungen - und in Düsseldorf die Kirche als Vermieter.

Der Kirche gehören in NRW zahlreiche Luxusimmobilien, fand der "Express" heraus. Unter den Mietern: Eine Modefirma in der Anmutung einer Schwulensauna.

Von Norbert Blech

Wer bei Abercrombie & Fitch einkauft, unterstützt indirekt die katholische Kirche. Wie die Boulevardzeitung "Express" herausfand, hat die bei Schwulen beliebte und zugleich umstrittene Marke in Düsseldorf ein Ladenlokal in einem Gebäude angemietet, das der Kirche gehört.

Wie bei Abercrombie & Fitch üblich, erkennt man das Geschäft auf der noblen Königsallee an dem Duft, der gelegentlich an die Aromen einer Schwulensauna erinnert. Und man erkennt den Sitz derzeit an einem homoerotischen Wandgemälde im Eingang sowie tagsüber an den üblichen männlichen Begrüßern ohne T-Shirt. Kein anderes Nicht-Szene-Unternehmen setzt derart auf einen "schwulen" Look.

Umso überraschender also der Eigentümer des Hauses: Die Aachener Grundvermögen Kapitalanlagengesellschaft, ein Fonds im Besitz mehrerer katholischer Bistümer, darunter das Bistum Köln unter dem erzkonservativen Kardinal Meisner, der sich immer wieder mit Äußerungen gegen Schwule und Lesben einen Namen machte und dem schwulen Theologen David Berger die Lehrerlaubnis entzog.

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Vermögen von fast 5 Milliarden Euro

Schwulensauna-Anmutung in kirchlichem Haus: Der Eingang von Abercrombie & Fitch in Düsseldorf am Donnerstag Abend - Quelle: NB
Schwulensauna-Anmutung in kirchlichem Haus: Der Eingang von Abercrombie & Fitch in Düsseldorf am Donnerstag Abend (Bild: NB)

Nach Angaben des "Express" gehören der Aachener Grundvermögen auf der Düsseldorfer Kö noch die Nobel-Immobilien, in denen Esprit, H&M und Giorgio Armani untergebracht sind. Dazu kommen noch das Gebäude von C&A auf der Schadowstraße, die Herbergen von Madonna (!) und Tamaris an der Flingerstraße sowie zwei Wohngebäude und ein vermietetes Altenheim.

Allein diese Immobilien in der NRW-Landeshauptstadt, in den letzten sechs Jahren von der Kirche erworben, kommen laut "Express" auf einen Verkehrswert von rund 220,5 Millionen Euro.

In Köln gehört der Kirche zudem unter anderem das C&A-Gebäude auf der Schildergasse, in Bonn laut "Express" gleich sieben Immobilien auf der Einkaufmeile Sternstraße (16,5 Millionen Euro) sowie der Sitz von Karstadt (28 Millionen). Derzeit verwaltet die Aachener Grundvermögen rund 350 erstklassige Objekte in Einkaufslagen, das Fondsvermögen beläuft sich auf 4,6 Milliarden Euro.

Privaten Anlegern steht der Fonds nicht offen. Gesellschafter sind der Erzbischöfliche Stuhl zu Köln (41,5 Prozent) sowie die Erzbistümer und Bistümer Paderborn, Trier, Münster, Essen und Aachen.

Vermögensoptimierung mit Staatsgeldern

Der "Express"-Bericht dürfte nach dem Aufschrei über die Luxusbauten des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst erneut für Unmut in der Bevölkerung sorgen. Während in Gemeinden jeder Pfennig umgedreht wird und zu Spenden und Kollekten aufgerufen wird, scheint die Kirche intransparent über beinahe unendliche Reichtümer zu verfügen.

Dazu kommen die massiven staatlichen Subventionen – mehrere Milliarden Euro pro Jahr, die den Kirchen abseits der Kirchensteuer gewährt werden, aus den Mitteln aller Steuerzahler. "Die finanziellen Anforderungen an Kirche und Caritas wachsen", heißt es hingegen auf der Webseite der Aachener Grundvermögen. "Verfügbare Mittel müssen optimal angelegt werden."

Schwulensauna und A&F

Der homophobe Kardinal Meisner, im Hintergrund Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU)
Der homophobe Kardinal Meisner, im Hintergrund Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) (Bild: wikipedia / Dorfbursche / cc by 3.0)

Es ist nicht das erste Mal, dass die katholische Kirche wegen undurchsichtiger Immobiliengeschäfte in Kritik gerät. Während des Papst-Konklaves wurde etwa im März bekannt, dass dem Vatikan ein Großteil eines Gebäudes in Rom gehört, das auch die größte Schwulensauna Italiens beherbergt (queer.de berichtete). Umstritten war dabei auch eine Steuerbefreiung beim Ankauf der Immobilie, die dem italienischen Staat rund vier Millionen Euro kostete.

Dabei geht die katholische Kirche nach wie vor gegen Homosexuelle vor: Wer in Deutschland bei einem Unternehmen der Kirche arbeitet, auch einem sozialen und staatlich geförderten wir der Caritas oder einem Kindergarten, und seine Homosexualität publik macht, muss mit Entlassung rechnen. Der katholische Buchhändler Weltbild, der viele kleine Buchhandlungen verdrängt, entfernt nach und nach Bücher mit homosexuellen Inhalten aus seinem Sortiment (queer.de berichtete).

Zu dem für 15 Jahre geschlossenen Mietvertrag mit Abercrombie & Fitch in Düsseldorf liest man hingegen auf der Webseite der Aachener Grundvermögen, das Unternehmen vertreibe "kultige Streetwear. Es handelt sich um ein speziell bei einem jungen Publikum sehr angesagtes Konzept."

Der Heilige Schein

Allerdings ist der heilige Schein der Firma ebenso angekratzt wie der der Kirche: Die Arbeitsbedingungen in den Zulieferfirmen sind heikel, selbst von Kinderarbeit ist die Rede. In Katalogen und Filialen setzte man lange nur auf weiße wie extremst durchtrainierte Jungs. Und zuletzt wurde bekannt, dass die Firma lieber ihre nicht verkaufte Ware verbrennt, anstatt sie (wie durchaus viele Firmen) an Obachlose zu verteilen. Grund: Ein befürchteter Imageschaden.

Der stellte sich dafür ein, als Berichte bekannt wurden, wonach der schwule A+F-Chef strenge Vorgaben für das Personal des Firmenjets hat: Die Jungs müssen in Flip-Flops, Boxershorts und Polo-Hemden sowie im Duft des Unternehmens antreten; knackig müssen sie sowieso sein. Insgesamt also eine abgehobene schwule Luxus-Exzentrik mit einem leicht diktatorischen wie unsozialen Touch – fast so, als hätte man das alles bei der katholischen Kirche gelernt.

Youtube | Ein Bischof ließ sich bei der A&F-Eröffnung in Düsseldorf nicht blicken
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Tags: katholische kirche, abercrombie & fitch, düsseldorf
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Reaktionen zu "Düsseldorf: Katholische Kirche Vermieter von Abercrombie & Fitch"


 62 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
24.10.2013
21:49:09


(+8, 10 Votes)

Von m123


Bei Abercrombie & Fitch würde ich mir nie etwas kaufen. Warum? Ganz einfach. Der Laden bietet Klediung nicht für übergewichtige Menschen, sondern nur für Menschen mit Astralkörper an, auch der Firmenchef sagt, dass seine Kleidung nur für "normale" Menschen sei und weil dicken Menschen, die den Laden betreten, gesagt wird, dass sie dort falsch sind und die Atmosphäre "stören". Zudem wird die Kleidung mit giftigen Chemikalien woanders auf der Welt hergestellt, wo die Arbeiter ausgebeutet werden und ohne Schutz giftigen Chemikalien ausgesetzt werden, die ihre Gesundheit ruinieren.


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#2
24.10.2013
21:58:42


(+5, 5 Votes)

Von Miro


Weltbild verdrängt viel weniger kleine Buchhändler als Amazon und herunterladbare eBooks.


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#3
24.10.2013
22:04:07


(-3, 7 Votes)

Von BiAthlet
Antwort zu Kommentar #1 von m123


Klar, aber mal diese Boys gangbangen wär doch chic, oder?!


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#4
24.10.2013
22:06:15
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Foxie
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Aber unser Geld nehmen sie gern, die katholischen Heuchler!!!
Ismirschlecht!


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#5
24.10.2013
22:14:23


(+4, 6 Votes)

Von Rose


Aktueller Filmtipp zur Scheinheiligkeit Kardinal Meisners: Rosa von Praunheim:
Youtube-Video:


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#6
24.10.2013
22:26:16
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von daVinci6667
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Antwort zu Kommentar #1 von m123


Alles richtig was du sagst. Schön auch die Formulierung "nur für Menschen mit "Astralkörper".

Schlimmer noch, selbst Menschen mit medizinisch gesundem Bodymassindex gelten bei vielen Modelabels bereits als dick.

Diese Ausgrenzungen finde ich unerträglich. Immer nur jung, schön, schlank, reich, gesund und hier natürlich auch noch weiss muss einer sein...

Nun zahlt man beim Kauf der überteuerten Ware auch noch indirekt Kirchensteuer die man sich durch einen Austritt eigentlich sparen wollte. Und schlimmer noch, man zahlt für das Weiterbestehen unserer Ungleichbehandlung.

Wer da was kauft ist selber schuld.


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#7
24.10.2013
22:46:27


(+8, 8 Votes)

Von m123
Antwort zu Kommentar #3 von BiAthlet


Ich schlafe habe nur Sex mit meinem Freund und bin sehr glücklich damit.


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#8
24.10.2013
22:50:19


(+2, 6 Votes)

Von alexander
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also diese katholischen IMMOBILIENFILZGESCHICHTEN, sind ja schon bekannt! schlimm genug, dass sich diese "WUNDERSAME KAPITALVERMEHRUNG", immer seltsamerer und fragwürdigerer methoden bedient???
interessant und EIGENTLICH GENAU SO SCHEUSSLICH IST ABER DIE FIRMENPHILOSOPHIE, dieses MODELABELS!!! HIER PASST ALLES ZUSAMMEN!!!
grob gesagt, hier werden SCHWULE zu faschistischen MODEPUPPEN UMGEPOLT, die "weniger gutgebaute mitmenschen, auch schwule, als nicht gesellschaftsfähig diskriminieren und "DAS VON SCHWULEN MARKETINGSTRATEGEN"??? und wehe SIE DUFTEN NICHT "ARTGERECHT"???
UNFASSBAR!!!
UND WIR WUNDERN UNS NOCH, DASS MAN SCHWULE "LEBENSART NICHT FÜR KONSTRUKTIV UND VERTETBAR HÄLT"???
man sollte diese scheissfirma verklagen und sowieso boykottieren, noch mehr schaden kann man uns MENSCHLICH JA KAUM NOCH ZUFÜGEN!!!
natürlich reduziert uns die öffentichkeit auf grund solcher kampagnen, auf luxuriöse modepüppchen, ohne hirn und verstand, sixpackselbstverliebt!
warum erinnert mich diese geschichte nur so an "SALO - DIE 120 TAGE VON SODOM??? von pasolini?


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#9
24.10.2013
22:55:09


(+6, 6 Votes)

Von Porokusi
Antwort zu Kommentar #6 von daVinci6667


Alle großen klamottenverhäufer (h&m, esprit, c&a...) lassen ihre Kleidung unter unmenschlichen Bedingungen herstellen und geben zum Hohn riesige Summen für Marketing aus. Vor dem Hintergrund finde ich es scheißegal ob eine Marke mehr auf die abgehungerte Jugend abzielt als die andere. War ja auch klar, dass die Kirche an der Ausbeutung auf dem einen oder anderen weg mitverdient.

Hier hat aber ganz eindeutig jeder einzelne Konsment es in der Hand die Lage zu ändern.


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#10
24.10.2013
22:56:17


(+3, 5 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von daVinci6667


ABER WIE DU SIEHST, FEIERT DER KÖRPERKULT UNGEAHNTE TRIUMPHE!
allein so viele sixpackbodys zu versammeln, wäre vor 30 jahren nicht möglich gewesen!
die jungs haben jetzt schon die gleiche macke wie die hungermodels!
mir wäre lieber, sie hätten mehr in der birne!


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