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Österreich beim Grand Prix in Kopenhagen

Weißrussland: Petition gegen Conchita Wurst beim ESC


Conchita Wurst will Europa von sich und der Wichtigkeit von Toleranz überzeugen

Der Travestiestar sorgt nicht nur in der Heimat Österreich für Wirbel.

In Weißrussland gibt es es Aufregung über die Teilnahme von Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest. Allerdings haben weder das Land noch der staatliche TV-Sender damit gedroht, den Beitrag nicht auszustrahlen oder wegen der Teilnahme der Travestiekünstlerin aus dem ESC auszusteigen, wie einige Medien berichten.

Stattdessen gibt es nur eine entsprechende Online-Petition gegen den Sender sowie eine Übergabe von Unterschriften an das Innenministerium mit bisher nicht mehr als ein paar tausend Unterstützern – in Österreich selbst kam eine Facebook-Gruppe gegen die Teilnahme von Wurst auf fast 40.000 Mitglieder (queer.de berichtete). Neben klarer Homo- und Transphobie regte sich dabei auch Ärger über den ORF, der Wurst ohne Vorentscheid zum Teilnehmer Österreichs für den Grand Prix in Kopenhagen ausgewählt hatte.

In der weißrussischen Petition, die sich in sozialen Netwerken verbreitete und aus einem unklaren Hintergrund stammt, heißt es, das Land habe sich als eines der wenigen in Europa Familienwerte bewahrt, die auf der Liebe und gegenseitiger Unterstützung von Mann und Frau basierten. Nun würden die Kinder mit europäisch-liberalen Werten befüllt und das Land drohe, eine "Brutstätte für Sodomie" zu werden.

Brot und Spiele

Weißrussland ist ein totalitäres Regime, das wegen mangelnder Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit bei Schwulen- und Lesbenrechten noch schlimmer dasteht als Russland. Teilnehmer eines vorab verbotenen CSDs wurden in Minsk anders als in Moskau nicht für wenige Stunden, sondern gleich für mehrere Tage festgenommen und danach teilweise von der Uni geworfen. Diktator Alexander Lukaschenko machte sich immer wieder durch homophobe Äußerungen lächerlich.

Doch zugleich ist der Contest beliebt im Volk und verspricht Lukaschenko einen Imagegewinn – den Junior Eurovision Song Contest ließ er bereits in Minsk abhalten, was der EBU wenige Jahre vor dem umstrittenen Wettbewerb in Aserbaidschan erstaunlich wenig Kritik einbrachte. Sollte das Land Teile des ESC nicht ausstrahlen, drohen ihm von einer inzwischen alarmierten EBU empfindliche Strafen bis zu einer mehrjährigen Nicht-Teilnahme.

Konkurrenz durch die Türkei?

Es ist daher eher nicht davon auszugehen, dass die Petition zu einem Problem wird. Ohnehin hat Weißrussland wie alle teilnehmenden Länder bislang alle schwulen, lesbischen und Trans-Beiträge des Grand Prix ausgestrahlt, wie auch alle gleichgeschlechtlichen Küsse.

Gerüchte, die Türkei habe den ESC in diesem Jahr wegen des Frauen-Kusses im finnischen Beitrag nicht gesendet, erwiesen sich als haltlos: Der Sender hatte vorab eine Teilnahme abgesagt und sich dann auch nicht die Ausstrahlungsrechte besorgt. Als Nicht-Teilnehmer hätte er Szenen zensieren können, wie es kürzlich das chinesische Staatsfernsehen bei der ersten ESC-Ausstrahlung bei dem finnischen Kuss machte (queer.de berichtete).

Inzwischen hat die Türkei, die sich mit der EBU in einem undurchsichtigen Dauerstreit befindet, einen eigenen Song Contest ins Leben gerufen, der bereits im Dezember mit zwanzig Ländern stattfindet – darunter Bosnien-Herzegowina, das beim Grand Prix in Kopenhagen nicht mehr vertreten ist.

Auf Dauer könnte das für den ESC zu einer problematischen Konkurrenz werden; auch die schwule Komponente könnte dem neuen Wettbewerb fehlen, was allerdings nicht als Beweggrund für die Abspaltung gilt.

Neben einigen fast unbekannten Ländern und Regionen wie Altai oder Baschkortostan sind unter anderem auch Aserbaidschan und Weißrussland bei der ersten "Türkvizyon"-Ausgabe dabei. Trotzdem glaubt derzeit niemand, dass diese Länder die Chance verstreichen lassen wollen, sich beim ESC von der vermeintlich guten Seite zu zeigen. Weißrussland hat eine Teilnahme in Kopenhagen bereits bestätigt. (nb)



#1 schwarzerkater
  • 25.10.2013, 18:04h
  • eigentlich dürfte das regime in weissrussland froh sein, dass ihr korruptes land nicht schon längst von internationalen wettbewerben ( sport, musik, etc.) ausgeschlossen ist.
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#2 schwarzerkater
  • 25.10.2013, 18:37h
  • "Inzwischen hat die Türkei, die sich mit der EBU in einem undurchsichtigen Dauerstreit befindet, einen eigenen Song Contest ins Leben gerufen, der bereits im Dezember mit zwanzig Ländern stattfindet darunter Bosnien-Herzegowina, das beim Grand Prix in Kopenhagen nicht mehr vertreten ist."
    ist doch nicht schlecht, wenn keine gefühlten 20 nachfolgestaaten mehr von ex-jugoslawien am ESC teilnehmen
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#3 BessyAnonym
#4 AndreAnonym
  • 25.10.2013, 20:50h
  • Sorry Weißrussland, wir haben euch nicht gebeten am ESC teilzunehmen.
    Ihr habt darum gebeten mitmachen zu dürfen, also seit dem restlichen Europa und den entsprechenden Teilnehmern gegenüber Tolerant, so wie wir es auch sind....
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#5 cinnamonProfil
  • 25.10.2013, 22:33h Spandau

  • Warum wird dieser Eurovisionscontest nicht einfach abgeschafft?
    Das ist seit 30 Jahren überfällig.
    Und die Türken würden sich total ärgern mit ihrem Konkurrenzscheiss, wenn auf einmal nichts mehr da wäre, dem sie Konkurrenz machen könnten.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.10.2013, 23:40h
  • Gerade Weißrußland muß sich so aufspielen! Dort kann man sich den nationalen Vorentscheid ruhig sparen, da bestimmt der Diktator selbst, wer zum ESC fahren und das Land vertreten wird!
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#7 PetterAnonym
  • 26.10.2013, 11:03h
  • Was sind das nur für kleingeistige Hinterwäldler, die künstlerische Freiheit beschränken wollen, weil sie auch mal mit Dingen konfrontiert werden, die sie aufgrund ihrer geistigen Beschränktheit nicht kapieren...
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#8 gutermannAnonym
  • 26.10.2013, 13:57h

  • ...wie armseelig muss man sein um eine online petition ins leben zu rufen nur wegen Frau wurst? Ich kann das Wort "werte" schon nicht mehr hören, was hat man denn für werte in weißrussland? Ist doch lächerlich.
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#9 LangsamLangsamEhemaliges Profil
  • 26.10.2013, 17:54h
  • Antwort auf #7 von Petter
  • Richtig. Aber auch Geschmackssache. Mir gefällt er ohne Fummel und Maskerade auch besser. Richtig gut. Aber da beachtet Ihn offenbar niemand. Insofern, denke ich, ist er auch ein Geschäftsmann, mit seinem Aussehen und der Kunstfigur Conchita. Das ist legitim. Leider schürt das allerdings auch Vorurteile.
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#10 MarekAnonym