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Christian Anders plant sein großes Comeback im Stil seiner Schnulzen-Klassiker "Es fährt ein Zug nach nirgendwo" und "Geh nicht vorbei". Der Clou: Pop-Lesbe Villaine (bekannt durch den Kölner CSD-Knaller "CSD (Die pure Lust am Lieben)" soll die Texte zum neuen Album schreiben.

PRO: Sing, Christian, sing!
Von Tanja Reinsfelder, queer.de

Christian Anders ist auf jeden Fall ein Comeback vergönnt! Seine Hits wie "Geh nicht vorbei" und "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo" singt doch sowieso noch jeder auf Partys lautstark mit. Wieso dann keine neue CD im Stile der damaligen Zeit?

Talent kann man ihm auf keinen Fall absprechen, da er auf dem Höhepunkt in den 70er Jahren neben dem Singen sogar noch alles andere selbst machte: Er komponierte, textete und produzierte. Wie armselig sind dagegen die Sänger, die sich bei der Comeback-Show im Fernsehen versuchten und nicht mal fähig waren, Coversongs im Halbplayback zu singen. Und trotzdem haben es tatsächlich einige von ihnen geschafft, auch danach noch Auftritte zu bekommen und ihre neuen CDs zu verkaufen.

Klar hatte Anders eine Zeit, in der man einem Comeback mit Grauen entgegen gesehen hätte. Damals verbreitete er als Guru und esoterisches Medium unter dem neu angenommenen Namen "Lanoo" Gottes "Weisheiten" über Aids, Politik und Gesellschaft und brachte unter seinem Pseudonym mehrere Bücher heraus. Um seine Schulden loszuwerden, wollte er sogar seine Freundin für ein halbes Jahr an einen Millionär verleihen. Doch die Zeiten der weißen Gewänder sind vorbei, Anders geht "back to the roots" und besinnt sich wieder auf das, was er wirklich konnte und kann: Die Musik.

Er kehrte zu seinem alten Produzententeam Ully Jonas und Peter Power zurück und sucht neue Impulse für seine Musik in der jungen lesbischen Sängerin Villaine, die in diesem Sommer durch das CSD-Mottolied bekannt wurde. Diese hat das Comeback-Projekt von Anfang an verfolgt und jetzt 80 Prozent der Texte auf der neuen CD geschrieben, was auf jeden Fall ein positiver Impuls sein wird. Die alten und sicherlich auch neuen Fans werden ein Album voller "anspruchsvoller Schnulzen" zu hören bekommen, die emotional und aussagekräftig sein werden. Und die Erinnerung an die alten Erfolge kommt bei Titeln wie "Einen Augenblick warten" sowieso sofort auf.

Wenn man sieht, dass viele Stars der 70er zur Zeit wieder ein Comeback starten und damit auch erfolgreich sind, sollte diese Chance auch Christian Anders gegeben werden. Christian, wir haben Dich vermisst und warten auf neue Ohrwürmer!

KONTRA: Christian Anders im Esoterik-Wahn
Von Jan Gebauer, queer.de

Gewiss, Christian Anders (59) hat seinen Status als Schlager-Legende verdient. Mit "Geh nicht vorbei" (1969) und "Es fährt ein Zug nach nirgendwo" (1972) schrieb er Schlager-Geschichte und verkaufte auf dem Höhepunkt seiner Karriere Millionen von Platten. Anstatt aber in Ehren zu ergrauen und sich auf dem verblassenden Ruhm und seinem Alter Ego Lanoo auszuruhen, nervt uns der österreichische Barde seit Jahren mit obskuren Theorien zu Politik, Gesellschaft und Gesundheit. Auf seiner Homepage betätigt sich Herr Anders gerne als Nostradamus und sagt Dinge voraus, die die Welt erschütterten wie das Attentat auf das World-Trade-Centre: "Es ist der Dämon der Gier, des Hasses und der Niedertracht, welcher über vielen hohen Gebäuden der Macht haust und sie so anfällig macht für Tragödien dieser Art. Wenn sie wissen wollen, wer wirklich hinter solchen Terroranschlägen sitzt, dann lesen sie mein Buch 'Der Sinn des Lebens Teil 2'", steht auf seiner Homepage zu lesen. Natürlich ist das Werk mit 25,56 Euro ein echtes Schnäppchen – rangiert aber derzeit leider nur auf Platz 257.764 der Amazon-Buch-Charts. Auch Anders' "offener Brief" an Fidel Castro blieb unbeantwortet. Vielleicht war dieser gerade mit einer Havanna und Praktikantin beschäftigt und ignorierte die Post aus der kapitalistischen Esoterik-Schlager-Welt.

Der "abgedrehte Esoterik-Guru" (Homepage-Zitat) hat auch Theorien zu Aids und HIV parat. In seiner wöchentlichen Fernsehshow, die während seines zwölfjährigen USA-Aufenthalts ausgestrahlt wurde, interviewte Christian Anders die amerikanischen Ärzte und Aids-Forscher Dr. Alan Cantwell und Dr. Robert Strecker. Sie erklärten, dass Aids eine künstlich erzeugte Krankheit sei, geschaffen in Laboratorien und injiziert in Homosexuelle und Schwarzafrikaner. Weiteres dazu, kann man natürlich auch wieder in einem seiner Wälzer nachlesen: "Der Mann, der Aids erschuf". Stellt Euch mal vor, alle Schlager-Stars von einst würden plötzlich nächtliche Eingebungen haben und die auf ihrer Homepage oder in Buchform kundtun. Roberto Blanco steht morgens vor dem Spiegel und bekommt die Eingebung, dass er der wiedergeborene Franz von Assisi ist. Oder Juliane Werding haut ihre Gitarre auf den Kopf und plötzlich sieht sie die Wahrheit über George Bush – er ist der Erzengel Gabriel. Vielleicht ruft sie dann bei Gunther Gabriel an und lässt sich von ihm "Wenn Du denkst Du denkst, dann denkst Du nur Du denkst – die Fortsetzung" schreiben.

"Es werden anspruchsvolle Schnulzen, die an seine großen Erfolge wie 'Es fährt ein Zug nach Nirgendwo' anknüpfen", verspricht Anders' Produzent Ully Jonas (Smokie, DJ Ötzi, Kelly Family) im "Kölner Express" vom 18. November. Zu allem Überfluss hat sich auch noch Vorzeige-Lesbe Villaine bereit erklärt, Texte zum neuen Album bei zu steuern. Eine ernsthafte Musikerin und Songschreiberin wie Villaine dürfte schlecht beraten sein, sich mit dem Schlager-Dinosaurier einzulassen, denn die gerade aufkeimende Pop-Karriere der Sängerin könnte ernsthaft Schaden erleiden. Bitte, bitte Villaine, weniger "Adrenalin" für Christian Anders!

25. November 2004



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12 Kommentare

#1 ACopAnonym
  • 25.11.2004, 16:31h
  • Auf diese Frage gibt es eine eindeutige Antwort:

    NEIN!

    weg mit dieser musikalischen Umweltverschmutzung....

    hoffe sein Zug nach Nirgendwo nimmt ihn bald mal mit!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 MikeAnonym
  • 25.11.2004, 18:04h
  • Ob "Gays" nun den gealterten Christian Anders wirklich wollen, kann ich mir nicht so recht vorstellen, gerade in einer Zeit in der nur jung und knusprig zu zählen scheint.
    Trotzdem hat Christian Anders bestimmt noch viel Fans aus den Reihen der älteren "Herren" und auch "Damen"!
    Es ist immer sehr einfach zu kritisieren und zu verurteilen, besonders in der Anonymität des Internets.

    Mike :-)
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#3 SvenAnonym
  • 25.11.2004, 18:32h
  • Also ich finde auch man sollte Christian Anders eine Chance geben. Vielleicht kommt ja doch was Gutes dabei heraus!
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#4 ACopAnonym
  • 25.11.2004, 22:40h
  • Klar müssen die Schwestern dem wieder ne Chance
    geben wollen - das ist wie beim HIV - das wollen wir ja
    auch nicht aussterben lassen.... warum die eine Pest
    vernachlässigen *fg*
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#5 OlafAnonym
  • 26.11.2004, 10:24h
  • Unser Christian soll singen - sing, sing, sing... Damit der Zug wieder nach Nirgendwo fährt - hoffentlich kein Zug der Deutschen Bahn...
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#6 JanniAnonym
#7 Kencht RuprechtAnonym
  • 28.11.2004, 15:29h
  • wenn der sich einen homo in seine bend holt, dann kann er mit den homos genauso gut geld verdienen wie rosenstolz.
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#8 Kecnht DämmlichAnonym
#9 wolfAnonym
  • 03.12.2004, 10:22h
  • 1972 tauchte herr anders immer in dem damaligen künstlerrestaurant "VOLLE PULLE" in berlin auf und bestand darauf ,sein demoband (es gab noch keine mc) auf dem tonbandgerät abzuspielen.
    seltsamerweise war das band nach spätestens 5 minuten defekt? jedesmal !
    so sollte es auch bleiben.
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#10 xoxAnonym
  • 01.06.2005, 06:42h
  • also ich finde den so schräg, das ich es
    schon wieder witzig finde. ich würde mir
    zwar nie ne platte von dem kaufen, aber
    lasst ihn doch mal den mond ansingen.
    die rosenberg war ja zwischendurch auch
    mal ne fledermaus mit gothicattitüde.
    wer die schlagerwelt übertrieben ernst
    nimmt, ist selbst dran schuld. denkt an
    gildo horn, der ja leider weg ist vom fenster.
    das war doch frischer wind. ich finde,
    lieber die komischen vögel mal ranlassen,
    als diese ernsten liedermacher.
    schlimmer als die grinsbacken in der
    volksmusik ist der christian anders auch nicht.
    grüsse
    xox
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