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"Who's afraid of Vagina Wolf" erzählt von der Midlife-Crisis einer lesbischen Regisseurin

Bei dem NRW-Filmfestival für Schwule und Lesben holte "Who's Afraid of Vagina Wolf" den Publikumspreis. Auch zwei Kurzfilme ausgezeichnet.

Von Frank Hebenstreit

Der Spielfilm "Who's Afraid of Vagina Wolf" von Anna Margarita Albelo hat beim schwul-lesbischen Filmfestival homochrom, das an den letzten beiden Wochenenden in Köln und Dortmund stattfand, den Publikumspreis gewonnen. Bei den Kurzfilmen siegten in der Kategorie "Frauenliebe" der Film "The Kiss" von Filip Gjeldon und in der Kategorie "Männerbegierde" der Film "Adults Only" von Michael J. Saul.

Stimmenabgabe und Preisverleihung haben bei dem Filmfestival Tradition. In der Kategorie der Spielfilme gab es als Preis den "langen Chromie" zu gewinnen. Im Bereich der Kurzfilme hatten das Team um Martin Wolkner sowohl für die lesbischen als auch die schwulen Kurzfilme jeweils einen "kurzen Chromie" ausgelobt. Abstimmen konnte jeder Zuschauer für jeden Film, den er an einem der Festivaltage tatsächlich gesehen hat. Die Preise sind undotiert. Es zählt die Ehre, auf einem jungen und frischen Filmfestival in der Gunst der Zuschauer ganz oben zu sein.

Zahlreiche Premieren, darunter Sex mit Daniel Radcliffe


Organisator Marin Wolkner beim Festival (Bild: fh)

Mit einigen helfenden Händen und einer ganze Menge Idealismus hat Martin Wolkner ein kleines, aber feines Filmfestival in NRW etabliert. Die Reihe der nationalen und internationalen Premieren auf diesem nun dritten Festival der Reihe kann sich durchaus sehen lassen: Künstler aus aller Herren Länder waren vertreten. Nepals erster Oscar-Anwärter seit acht Jahren konnte verfolgt werden, ebenso Dokumentarkino.

Immer wieder flimmerten Filme mit Starbesetzung über die Leinwand, so spielte z. B. Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe den Autor Allen Ginsberg im Eröffnungsfilm "Kill your Darlings". Den zärtlichen Kuss mit Dane DeHaan als Lucien Carr nahm man Herrn Radcliffe ebenso ab wie schließlich das verzweifelte Enden in einem anonymen One-Night-Stand. Als er dann die Knie neben den Kopf zieht, um den unbekannten Kerl in voller Größe in sich aufzunehmen, meint man im ganzen Kino eine Stecknadel fallen hören zu können. Glaubhaft und nah erlebte man hier Radcliffe in einem Film, der frühestens Anfang 2014 in die deutschen Kinos kommen wird.

15 Spielfilme und Dokumentationen sowie zwölf Kurzfilme hatte das Festivalteam auf die vier Tage verteilt. Bescheiden gibt sich der 33-jährige Wolkner, wenn man ihn nach seiner Zufriedenheit mit dem Festival fragt. "Ja, ganz okay! Im Rahmen des Kalkulierten." Keine hohlen Phrasen, keine leeren Erfolgsnachrichten. Dass der Idealist mit Herz und Leidenschaft bei der Sache ist, merkt man immer wieder. Keinen Film lässt er aus, und die deutschen Untertitel hat er für viele Festivalbeiträge selbst geschrieben und wirft sie kurzerhand selbst mit Beamer und Laptop an die Leinwand.

Und er macht weiter: Die monatliche homochrom-Filmreihe wird im nächsten Monat vier Jahre alt, ihre Filme werden inzwischen in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Oberhausen und Bochum gezeigt. 2014 wird es wieder an den letzten beiden Oktober-Wochenenden ein Filmfestival in Köln und Dortmund geben.