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Schwuler Sohn liebt Schlager

Coming-out unter der Discokugel


Der pummelige Flo (Frithjof Gawenda, rechts) verliebt sich ausgerechnet in Radu (Robert Alexander Baer), den Turmspringschüler seines Vaters

Ab Donnerstag im Kino: Nach "Dicke Mädchen" ist Regisseur Axel Ranisch mit "Ich fühl mich Disco" ein neuer Geniestreich gelungen.

Von Peter Fuchs

Schlager sind Lebensratgeber. Einfach gestrickt entspannen sie musikalisch die Ohren und handeln von den letzten Dingen wie Liebe, Herz und Schmerz. Wobei gilt: Je dümmer sie daher kommen, desto wahrer sind sie. Wie das echte Leben eben.

Genau so setzt Axel Ranisch ("Dicke Mädchen") den Schlager in seinem zweiten Langfilm "Ich fühl mich Disco" auch ein. Er strukturiert die Geschichte der Annäherung zwischen Vater und pubertierendem Sohn mit Hits des Schlagersängers Christian Steiffen und lässt ihn sogar auftreten. Neben dem titelgebenden "Ich fühl mich Disco" und dem sehnsuchtsvollen "Sexualverkehr" punktet Steiffen mit der Textzeile "Das Leben ist nicht immer nur Pommes und Disco, das sage ich dir. Manchmal ist das Leben einfach nur eine Flasche Bier."

Rosa von Praunheim gibt den Dr. Sommer


Plakat zum Film: "Ich fühl mich Disco" startet am 31. Oktober 2013 bundesweit im Kino

Diese fundamentale Erkenntnis muss Turmspringtrainer Hanno erst mal schlucken, wünscht er sich seinen Sohn Florian doch heteronormativer. Florian will kein Moped, sondern ein Klavier, steht auf die Musik von Christian Steiffen und entdeckt gerade seine Homosexualität. Allein die Mutter kann die Konflikte zwischen beiden Männern abpuffern. Doch dann versetzt sie ein Schlaganfall ins Koma und Vater und Sohn müssen lernen, allein miteinander klarzukommen.

Das fällt umso schwerer, weil sich Flo gerade in Radu, Papas Turmspringschüler, verliebt. Zusammen ziehen sie um die Häuser, klauen Schnaps, rauchen Zigaretten und verbringen eine gemeinsame Nacht in Florians Kinderzimmer. Hanno ist besorgt und sucht Rat bei einem Sexualratgeber auf DVD. Darauf gibt Rosa von Praunheim in einem Cameo-Auftritt einen witzigen Dr. Sommer. Ob sich Hannos Einstellung zur Homosexualität seinen Sohnes ändert?

Was wie charmante Improvisation daherkommt, entpuppt sich als liebevoll konzipierte und akkurat umgesetzte Szenenfolge, in der die Mischung zwischen Komödie und Drama ausgewogen ist. Auch die großartigen Leistungen des Ensembles fallen auf. Heiko Pinkowski als Vater ist wieder so einprägsam wie in "Dicke Mädchen". Newcomer Frithjof Gawenda ist Florian und man wünscht sich demnächst mehr von seinem berührendem Spiel zu sehen. Robert Alexander Baer gibt den Radu als erotische Granate, deren Stift noch nicht gezogen wurde.

Selbst für Schlagerhasser ist der Film empfehlenswert, kriegt Christian Steiffen in einer Szene doch mal kräftig eine in die Fresse.

Youtube | Offizieller Trailer zum Film
Infos zum Film

Ich fühl mich Disco. Spielfilm. Deutschland 2013, Regie: Axel Ranisch. Darsteller: Frithjof Gawenda, Heiko Pinkowski, Christina Große, Robert Alexander Baer. Laufzeit: 94 Minuten. Sprache: Deutsch. Bundesweiter Kinostart: 31. Oktober 2013. Verleih: Salzgeber
Galerie:
Ich fühl mich Disco
10 Bilder


#1 ARD und ZDFAnonym
  • 30.10.2013, 21:36h
  • In unserer Primetime sind alle Jugendlichen und auch sonst 99,9% aller Hauptrollen und Sendesequenzen weiterhin heteronormiert und -normierend.

    Das ungeschriebene Gesetz gegen Homo-Propaganda!

    Zum Glück gibt's hier nicht sowas wie GLAAD, deshalb können (auch) wir uns das leisten!
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#2 jarjarAnonym
#3 WahrheitAnonym
  • 31.10.2013, 08:22h
  • Antwort auf #1 von ARD und ZDF
  • In den letzten 4 Wochen gab es in ARD und ZDF zur Primetime (!) 3 schwule Hauptfiguren!

    Und es gibt kaum eine Soap, die ohne Schwule und Lesben auskommt.

    Nur weil man nicht alles mitkriegt, heißt das nicht, dass es nicht da ist.

    Natürlich könnte es immer noch etwas mehr sein, aber diese 99,9% sind schlichtweg erstunken und erlogen...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 ChristineAnonym
  • 31.10.2013, 08:50h
  • Antwort auf #1 von ARD und ZDF
  • Da triffst du einen wunden Punkt.
    Da -meines Wissens- in keinem der Rundfunk- bzw. Fernsehräte offizielle Vertreter von LGBTIs sitzen, dafür aber um so mehr Funktionäre von Parteien, Gewerkschaften oder Kirchen, bildet die Zusammensetzung ganz sicher keinen Querschnitt der Bevölkerung ab. Und ob die Räte und Rätinnen in ihrer Zusammensetzung unbedingt wünschen, dass mehr Schwule und Lesben in ihrer Lebenswirklichkeit dargestellt werden, ist die Frage. Der Hessische Rundfunk schreibt stolz auf seiner Seite, dass er _online_ auch was für junge Schwule und Lesben bietet: die online Seite "Anders sein". Dauerhaft glotzenkompatibel oder irgendwie doch "normal" scheint das Thema aber anscheinend nicht zu sein.
    Wir brauchen ebenfalls eine GLAAD! Die Teddy Awards alleine reichen nicht aus.
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#5 TheDad
  • 31.10.2013, 10:34h
  • Antwort auf #3 von Wahrheit
  • Nimmt Mann die "gefühlten" je Hundert "Hauptfiguren" alleine aus "Verbotene Liebe", "Lindenstraße", "GZSZ", "Alles was Zählt" zusammen kommt Mann dort allein auf 400 Darsteller..

    Dazu die ganzen anderen Serien in denen keinerlei LGBT´s "vorkommen", jedenfalles nicht als Hauptfiguren, und schon hat Mann rein mahematisch "bewiesen" das die zahl von 99,99 % stimmen muß !

    Dazu kommt dann das eine im echtem Leben lesbische Schauspielerin seit mehr als 25 Jahren die Heten-Frau im Tatort "gibt", und sämtliche Pseudo-Doku-Soap´s und Skript-Reality-Show´s wenn überhaupt, mit klischeehaften Personen besetzt sind..

    Meines Wissen´s gibt es in der für´s KIKA exklusiv produzierten Internat´s-Serie "Schloß-Einstein" nicht eine Schwule Figur, bzw. es kam in all den Jahren nicht einmal zu einem techtel-Mechtel zwischen den pubertierenden Protagonisten..
    Das wäre wohl zu nah an der Wirklichkeit gewesen..

    Echte Wahrnehmung funktioniert dann irgendwie anders..
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#6 GLAADAnonym
#7 GleeAnonym
  • 31.10.2013, 10:43h
  • Antwort auf #1 von ARD und ZDF
  • "GLAAD's study reviewed 97 scripted television programs scheduled to air this upcoming season on the broadcasts networks, and counted a total of 701 series regular characters. Of those 701 regular characters, 31 are LGBT. GLAAD counted an additional 19 recurring characters.
    ...
    On mainstream cable networks, the number of announced LGBT series regular characters has increased to 35, plus 26 recurring characters resulting in a total of 61 LGBT characters.

    GLAAD also analyzed the race/ethnicity and gender demographics of all 701 series regular characters expected to appear on primetime broadcast television in the upcoming season.

    Male characters continue to outweigh female characters 55.5% (389) to 44.5% (312) in overall numbers, while 78% (547) of all series regular characters are white. Compared to last year, African American representation has increased from 9.9% to 12% (84) while Latino/a representation has decreased from 5.6% to 4.1% (29). There were 33 Asian-Pacific Islander characters (4.7%) which is similar to last years figure.

    This also marks the third year in a row that GLAAD counted people with disabilities (PWD), who will make up just four of all regular characters (0.6%)."

    www.queer.de/detail.php?article_id=19683&antwort_zeigen=
    ja#c2
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#8 jarjarAnonym
  • 31.10.2013, 11:27h

  • Liebe kinder, hier gehrt es um die vorstellung einer dramakomödie, müsst ihr euch da wieder zanken?
    Muss man da über kirche bei den öffentlichen sendern und die sendeminuten im primetime oder ob in einer kinderserie schwule figuren sind streiten? Habt euch lieb, geht ins kino in diesen film, wenn der viel einspielt gibt es noch mehr schwule filme und die laufen dann auch irgendwann im fernsehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 kompassnadelAnonym
#10 antos