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Protestplakat gegen den Unrechtsparagrafen

Am Donnerstag wird die Hamburger Ausstellung zur Verfolgung von Homosexuellen unter dem Paragrafen 175 von Polizeipräsident Wolfgang Koptizsch in der neuen Akademie der Polizei Hamburg eröffnet.

Die Ausstellung der Pride-Award-Gewinner Dr. Gottfried Lorenz und Ulf Bollmann lief bereits im Sommer im Ziviljustizgebäude am Sievekingplatz (queer.de berichtete). Sie ist Teil der von der Hamburgischen Bürgerschaft auf Antrag der SPD-Regierung beschlossenen Aufarbeitung des unter dem Paragrafen 175 geschehenen Unrechts.

Im November finden weitere Veranstaltungen zum Thema in der Hansestadt statt: So gibt es am 10. November um 10 Uhr in der Apostelkirche einen Gottesdienst mit Gedenkrundgang unter dem Titel "Aus dem Leben gerissen. Homosexuellen-Verfolgung in der Nazizeit". Am 14. November veranstaltet der Männerschwarm-Buchladen (Lange Reihe 102) einen Rückblick auf die Ausstellung und stellt neue Forschungsergebnisse vor (Beginn: 20.15 Uhr).

In den 1950er und 1960er Jahren wurden allein in der Bundesrepublik zirka 50.000 schwule Männer nach dem Paragrafen 175 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilt. Sie mussten Gefängnis- und Zuchthausstrafen verbüßen, nicht selten wurde ihre bürgerliche Existenz vernichtet. Der "Schwulenparagraf" wurde erst 1994 vollständig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. (pm/dk)

Ausstellung: Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945

1. bis 29. November – montags montags bis freitags jeweils von 8 bis 16 Uhr (bei der Langen Nacht des Wissens am 2. November ist die Ausstellung von 17 bis 24 Uhr geöffnet), Akademie der Polizei Hamburg, Braamkamp 3b, Hamburg.


#1 UlliAnonym
  • 30.10.2013, 18:14h
  • SEHR sehenswerte und bemerkenswerte Ausstellung - kann ich nur empfehlen!

    Hamburg arbeitet als erstes Bundesland überhaupt offiziell die Verfolgung Homosexueller durch Polizei und Justiz NACH 1945 auf!

    Hier mein Bericht über die Eröfffnungs-Veranstaltung im Sommer 2013, als die Ausstellung im Ziviljustizgebäude gezeigt wurde:

    Liberales Hamburg ? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945 Eröffnung

    www.2mecs.de/wp/?p=12734

    Ulli
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#2 DER SPIEGELAnonym
  • 30.10.2013, 18:37h
  • Den Fäustel in der Faust, stieg der Kandidat zu nächtlicher Stunde in die weißgekachelte Herrentoilette unter dem Spielbudenplatz im Hamburger Amüsierviertel St. Pauli. Sodann zertrümmerte er mit wenigen Schlägen einen zwei Zentimeter dicken Wandspiegel.

    Was Littmann hinter dem splitternden Glas entdeckte, löste in Hamburg einen politischen Skandal aus, der bundesweit bislang beispiellos ist: Aus einer düsteren, unmöblierten Vier-Quadratmeter-Kabine entwichte während der Hammer-Aktion ein Unbekannter, der durch das Spezialfenster, das als Spiegel getarnt war, freie Sicht aufs Herren-Pissoir genossen hatte -- eine Szene wie aus der Kino-Klamotte "Die 1000 Augen des Doktor Mabuse".
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 31.10.2013, 15:47h
  • Den Paragraphen 175 könnte es heute noch geben, hätte man das Schutzalter nicht gesenkt, sondern bei 18 Jahren belassen (sowohl für schwulen als auch für lesbischen Sex)!
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#4 DorothyAnonym
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 DorothyAnonym