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  • 30.10.2013           41      Teilen:   |

Israel debattiert Zivil-"Ehe" für Hetero- und Homosexuelle

Artikelbild
Israel gilt als das mit Abstand LGBT-freundlichste Land im Nahen Osten. Nun sollen Schwule und Lesben - ebenso wie heterosexuelle Atheisten und gemischtreligiöse Paare - nicht mehr zum Heiraten ins Ausland fahren müssen (Bild: Andrew Ratto / flickr / cc by 2.0)

Eine liberale Regierungspartei in Israel will zivile Lebenspartnerschaften für alle Paare einführen, die mit der ausschließlich von Rabbinern, Pfarrern und Imamen geschlossenen Ehe gleichgestellt sein soll.

Die liberale Partei Jesch Atid hat am Dienstag einen Gesetzentwurf in die Knesset in Jerusalem eingebracht, der es verschieden- und gleichgeschlechtlichen Paaren erlauben soll, auf Standesämtern ihre Partnerschaften registrieren lassen zu können. Die Paare würden dann die gleichen Rechte wie Eheleute erhalten. Jesch Atid ist Teil der Fünfparteienkoalition unter Führung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Partei ging bei den Parlamentswahlen im Januar als zweitstärkste politische Kraft nach Netanjahus Likud-Parteienbündnis hervor.

Das Gesetz würde auch für Heterosexuelle eine Revolution bedeuten: Derzeit gibt es in Israel keine Zivil-Ehe, nur Religionsgemeinschaften dürfen Hochzeiten durchführen. Dadurch haben Paare mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit oder Nichtgläubigen praktisch keine Chance, im Land eine Ehe zu schließen. Auch viele Juden dürfen nicht heiraten, wenn sie den strengen Nachweis jüdischer Abstammung nicht erhalten. Mehr als ein Viertel aller Israelis heiratet daher im Ausland – so hat sich die Mittelmeerinsel Zypern auf (heterosexuellen) Hochzeitstourismus aus Israel spezialisiert.

Der neue Gesetzentwurf vermeidet die Nutzung des Wortes "Ehe", gibt Paaren aber die gleichen Rechte und Pflichten. Diese Verbindung ist definiert als zwischen "zwei Menschen", stünde also auch Homo-Paaren offen.

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Streitpunkt: Verhältnis zwischen Staat und Religion

"Wir haben kein Interesse daran, die religiösen Autoritäten herauszufordern", erklärte Yair Lapid, der israelische Finanzminister und Vorsitzende der Jesch-Atid-Partei. "Unsere eigenen religiösen Abgeordneten – darunter zwei Rabbis – waren von Anfang an in den Gesetzgebungsprozess involviert. Unser einziges Ziel ist es, jedem israelischen Bürger – ob Jude, Nichtjude, Hetero oder Homo – die Chance zu bieten, dass ihr Land ihre Liebe anerkennt."

Konservative, auch innerhalb der Regierung, lehnten den Vorstoß der Liberalen jedoch kategorisch ab. So erklärte Yoni Chetboun von der Partei "Jüdisches Heim", die ebenfalls Mitglied der Fünferkoalition ist, dass es "weder Zivilehe noch Homosexuellenehe" in Israel geben werde: "Das jüdische Volk hat Exil und Schmerz auf sich genommen und einen Staat gegründet, weil wir immer die Vergangenheit und unser Erbe akzeptiert haben und unser Volk so einzigartig geblieben ist. Initiativen wie diese entzweien das jüdische Volk".

Das "Jüdische Heim" hat innerhalb der Regierung ein Vetorecht gegen Gesetzentwürfe, die den Status quo zwischen Religion und Staat ändern. Jesch Atid beharrt jedoch darauf, dass der Gesetzentwurf dieses Verhältnis nicht verändere, da es sich lediglich um eine weltliche Einrichtung handele, die sich von der religiösen Ehe unterscheide. Die Partei glaubt, in der Knesset eine Mehrheit dafür finden zu können.

Israel erkennt bereits seit 2006 im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen als gleichwertig mit heterosexuellen Ehen an. (dk)

Links zum Thema:
» Historische Homo-Scheidung in Israel (03.12.12)
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Tags: israel, homo-ehe
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Reaktionen zu "Israel debattiert Zivil-"Ehe" für Hetero- und Homosexuelle"


 41 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
30.10.2013
16:20:03


(+5, 11 Votes)

Von -hw-


Für den Umsatz: Ich find's erst einmal gut.

Link zu www.queer.de


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#2
30.10.2013
16:28:28


(-8, 14 Votes)

Von seb1983
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Ts Ts Ts....
Wird immer schlimmer mit diesem "pink washing"... Man könnte fast meinen es ist denen ernst.


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#3
30.10.2013
17:49:02


(+5, 7 Votes)

Von Snowden


Israeli government branded 'hypocrites' for rejecting same-sex marriage equality

Link zu www.democraticunderground.com


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#4
30.10.2013
20:15:57


(+4, 8 Votes)

Von KathiGr
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Supreme Court rejects 'Israeli' nationality status

Israels population registry lists a slew of 'nationalities' and ethnicities, among them Jew, Arab, Druse and more. But one word is conspicuously absent from the list: Israeli.
Residents cannot identify themselves as Israelis in the national registry because the move could have far-reaching consequences for the countrys Jewish character, the Israeli Supreme Court wrote in documents obtained Thursday.
The ruling was a response to a demand by 21 Israelis, most of whom are officially registered as Jews, that the court decide whether they can be listed as Israeli in the registry. The group had argued that without a secular Israeli identity, Israeli policies will favor Jews and discriminate against minorities.
In its 26-page ruling, the court explained that doing so would have weighty implications on the State of Israel and could pose a danger to Israels founding principle: to be a Jewish state for the Jewish people.

Link zu www.timesofisrael.com


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#5
30.10.2013
20:36:00


(+3, 7 Votes)

Von KathiGr
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Israeli Democracy Index 2013:
48.9% of Israeli Jews agree that "Jewish citizens of Israel should have more rights than non-Jewish citizens". (page 91)
43.8% of Israeli Jews agree that "the government should encourage Arabs to emigrate". (page 94)
66.7% of Israeli Jews agree that "decisions crucial to the state on peace and security should be made by a Jewish majority". (page 54)
56.9% of Israeli Jews agree that "decisions crucial to the state on social and economic issues should be made by a Jewish majority". (page 56)

Link:
en.idi.org.il/media/2720081/Democracy%20Index%20En
glish%202013.pdf


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#6
30.10.2013
20:58:42


(-11, 17 Votes)

Von anome
Aus Kassel (Hessen)
Mitglied seit 01.10.2013


Es gibt einfach keine Worte, um zu beschreiben, wie sehr ich dieses großartige, fortschrittliche und zugleich wertebewahrende Land mit all seinen Einwohnern liebe.


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#7
30.10.2013
21:15:29


(+6, 8 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von seb1983


Die säkularen Humanisten und die LGTB-BürgerInnen in Israel leben in einer ernsten Lage und meinen es folglich sehr ernst. Am allerwenigsten denken sie bei ihrem notwendigen Kampf daran, sich damit ausgerechnet vor antisemitelnden Doitschen 'reinzuwaschen'.

Denn das wäre ja nun wirklich 'verkehrte Welt'.


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#8
31.10.2013
07:16:16


(-3, 9 Votes)

Von ehemaligem User LangsamLangsam


Israel tauscht Gefangene gegen Bauland. Wie pervers.

Link zu www.sueddeutsche.de


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#9
31.10.2013
09:37:07


(+4, 8 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #6 von anome


Das nennt sich jetzt dann wohl seine Flagge in den Wind halten..


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#10
31.10.2013
11:47:45


(+4, 12 Votes)

Von KathiGr
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David Ben-Gurion, the first prime minister of Israel, wrote: I favor partition because when we become a strong power we will abolish partition and spread throughout Palestine. He also said: Let us not ignore the truth among ourselves we are the aggressors and they defend themselves; and wrote this: If I were an Arab leader I would never make terms with Israel. That is natural, we have taken their country. Also, in a letter to his son: We will expel the Arabs and take their place.
Theodor Herzl, the founder of Zionism, wrote: We shall have to spirit the penniless population (the Arabs) across the border while denying it any employment in our own country.
Chaim Weizmann, the first president of Israel, said: Palestine is to become as Jewish as England is English.
Moshe Dayan, Israeli Defense Forces chief of staff and later defense minister, was a straight talker: There is not one single place built in this country that did not have a former Arab population.

Link:
mondoweiss.net/2012/07/to-understand-the-history-o
f-palestinian-dispossession-look-to-the-words-of-z
ionist-and-israeli-leaders.html


Infographic: An Ongoing Displacement - The Forced Exile of the Palestinians

Link:
visualizingpalestine.org/Disappearing-Palestine


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