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  • 25. November 2004, noch kein Kommentar

In Amerika räumte ihr Debüt "Here For The Party" ab, wie kaum anderes Album dieses Jahr. queer.de stellt die Country-Lady vor.

Von Jan Gebauer

Bereits vor Erscheinen ihres ersten Albums hat Gretchen Wilson in Nashville für Furore gesorgt. Mit der Single "Redneck Woman" kletterte sie im Eiltempo auf Platz eins der Country-Charts (Platz 22, Pop), was an sich für eine Debüt-Single schon erstaunlich ist. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt fast zwei Jahre vergangen, dass überhaupt eine Frau auf Platz eins der Country-Charts klettern konnte. Überhaupt schienen die Top-Ten für Frauen eine Schallmauer in den besagten Charts zu werden, dessen Überwindung nur Martina McBride oder Shania Twain gelang. Selbst LeAnn Rimes und Faith Hill hatten zuletzt schlechte Karten. Dabei hatte es Gretchen Wilson zu Anfang auch nicht leicht: Acht Mal stellte sich die zierliche Frau bei Plattenfirmen vor, doch erst der Kontakt zu zwei der erfolgreichsten Country-Musiker in den USA brachte den Durchbruch. John Rich und Kenny Alphin alias Big & Rich schufen mit ihrer MuzikMafia einen losen Kreis von Musikern, die dem "NuCountry" huldigen und ihn mit Rock oder gar Hip-Hop verschmelzen.

Weitaus traditionsreicher zeigt sich Gretchen Wilson deshalb auf "Here For The Party", besonders im Vergleich zu den letzten Produktionen der Superstars Hill und Twain. Lohn der Mühe: Auch das Album sprang aus dem Nichts auf Platz eins der Charts und verkaufte sich bisher schon über drei Millionen mal in den USA. Dabei hat Gretchen mehr mit Shania Twain gemeinsam, als es zunächst den Anschein hat. Ein wenig erinnert ihre kraftvolle Country-Rock-Mischung nämlich an das Album "The Woman In Me" (1995) der Kanadierin. Ähnlich wie Shania geht sie ihre Songs direkt und ohne Kompromisse an, besonders wenn es um das andere Geschlecht geht. Es sind vor allem ihre Texte, in denen Wilson Klischees vermeidet und lieber ein nicht gerade schmeichelhaftes Bild des Lebens in den kleinen Städten zwischen Alkoholmissbrauch, Armut und Arbeitslosigkeit zeichnet. "You might think I'm trashy, a little too hardcore", gibt sie auf der Hitsingle "Redneck Woman" zu, "but in my neck of the woods I'm just the girl next door." Zwar leben die meisten Songs von der Trotzigkeit, die "Redneck Woman" in den USA zu einer Art Working-Class-Hymne gemacht hat, doch mit den Balladen offenbart Wilson auch ihre verletzliche Seite, besonders bei "When I Think About Cheatin'" (wunderschön!), "Holdin' You" und "When It Rains". Ihr Gesang erinnert dabei in den besten Momenten an Natalie Maines von den Dixie Chicks. Zu hohe Passagen sollte Gretchen allerdings vermeiden, denn dann klingt sie arg gequetscht. Nichtsdestotrotz ist ihre rockige, traditionsbewusste Linie sehr unterhaltsam und macht "Here For The Party" sehr kurzweilig.

Hier könnt Ihr Euch einen Ausschnitt aus dem Video zu "Redneck Woman" anschauen:

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Außerdem gibt es noch einen Interview-Stream mit Gretchen Wilson:

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