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  • 03.11.2013           6      Teilen:   |

Homosexualität im Fußball

HSV-Teammanager für kollektives Coming-out

Artikelbild
HSV-Teammanager Marinus Bester bei seiner Rede im Hamburger Rathaus: "Ich bin hetero, das finde ich gut - und ihr seid alle schwul, das finde ich viel besser" (Bild: Franz Löffelstiel)

Sein Verein habe sich bereits mit der Situation schwuler Profis befasst, erklärte Marinus Bester bei der Siegerehrung des StartschussMasters am Samstag in Hamburg.

In der Diskussion über Homosexualität im Profifußball hat sich der Teammanager des Hamburger SV, Marinus Bester, für ein kollektives Coming-out ausgesprochen. Der 44-Jährige äußerte sich am Samstag als Gastredner bei der Siegerehrung des StartschussMasters in Hamburg. Das nach Veranstalterangaben größte schwule Fußballturnier Deutschlands ging mit einem erneuten Sieg des GFC Friends Prague zu Ende.

Bester sagte bei der Siegerehrung im Rathaus, der Hamburger SV habe sich mit einem möglichen Coming-out eines Profis schon befasst. Gleichzeitig räumte er ein, dass er den Bundesligaclub derzeit noch nicht auf ein solches Szenario vorbereitet sieht. Das Medien-Echo wäre riesengroß, vieles würde auf dem Rücken dieses Spielers ausgetragen werden. "Ich möchte, sofern wir etwas beeinflussen können, diesen Spieler niemals alleine mit dieser Situation konfrontiert sehen", sagte Bester.

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In Sachen Homophobie "noch vieles zu tun"

Historiusche Autogrammkarte: Bester beendete 2003 seine aktive Fußballerkarriere und wurde Team-Manager des Hamburger SV
Historiusche Autogrammkarte: Bester beendete 2003 seine aktive Fußballerkarriere und wurde Team-Manager des Hamburger SV

Für den HSV müsse er eingestehen, dass dafür noch vieles zu tun sei. "Wir werden uns dieses Themas weiterhin annehmen", versprach Bester. Im August hatte der Bundesliga-Club die von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld initiierte "Berliner Erklärung" gegen Homophobie im Sport unterschrieben.

Der HSV-Teammanager sagte, ihm selbst sei kein aktiver schwuler Bundesliga-Profi bekannt. "Vielleicht ist man ja untereinander vernetzt. Ich würde es mir wünschen, dass sich mehrere Profis einen Spieltag aussuchen und sagen: 'Hallo, wir sind schwul!'" Natürlich gäbe es einige Vorbehalte, aber dies wäre möglicherweise der Ruck, das Schwulsein im Profisport zu etablieren. "Es ist normal, es ist nichts Besonderes, es ist nichts Abartiges", so Bester. Es sei klasse, dass die Teilnehmer des StartschussMasters zum Schwulsein stünden und dies auch nach außen trügen.

Zum Ende seiner Rede rief Bester den Freizeitfußballern zu: "Ich bin hetero, das finde ich gut – und ihr seid alle schwul, das finde ich viel besser." Gemeinsam mit dem Präsidenten des Hamburger Fußball-Verbandes, Dirk Fischer, und dem Schirmherrn des Turniers, dem grünen Bürgerschaftsabgeordneten Farid Müller, überreichte der frühere Bundesligaspieler den drei Erstplatzierten die Pokale.

Friends Prague gewannen das dritte Mal in Folge

Spielszene von den StartschussMasters: Friends Prague (in grün)  setzten sich im Finale gegen das Team München durch
Spielszene von den StartschussMasters: Friends Prague (in grün) setzten sich im Finale gegen das Team München durch (Bild: Franz Löffelstiel)

Am StartschussMasters im Sportpark Öjendorf nahmen 16 Mannschaften mit rund 150 Spielern aus Deutschland, England, Schweden, Italien und Tschechien teil. Von der ersten Minute an zeigte der Vorjahressieger Friends Prague Siegeswillen und erwischte einen Einstand nach Maß: Im ersten Gruppenspiel fertigten die Tschechen die Frankenbolzer Nürnberg mit einem 10:0 ab. Die Prager trumpften mit Spielwitz, technischer Finesse und robustem Körpereinsatz auf und beendeten die Vorrunde mit sage und schreibe 24 Toren und nur einem Gegentreffer in drei Spielen.

Erst im Halbfinale wurde es für den Titelverteidiger eng, doch auch gegen den Vorjahresfinalisten Blu Angels (ein Allstar-Team von schwulen Spielern aus verschiedenen Städten Deutschlands) setzten sich die Friends Prague mit 5:4 durch. Das Finale gegen Team München entwickelte sich zum Krimi: Nach einer 2:0-Führung schien der Sieg der Tschechen schon sicher, doch dann konnten die Streetboys aus der bayerischen Landeshauptstadt mit einem Doppelschlag innerhalb weniger Minuten ausgleichen. Die Entscheidung fiel im Neunmeterschießen, das die Friends Prague für sich entschieden (Endstand 6:5). Die Mannschaft gewann das Hallenfußballturnier damit das dritte Mal in Folge.

Der schwul-lesbische Sportverein Startschuss SLSV Hamburg e.V. veranstaltete das Turnier bereits zum neunten Mal und bietet stets ein umfangreiches Rahmenprogramm. So fand in der Szenekneipe "Wunderbar" im Stadtteil St. Pauli die Eröffnungsparty mit Auslosung der Gruppen statt, nach der Siegerehrung im Rathaus gab es ein gemeinsames Abendessen, und mit einem Brunch am Sonntagvormittag klang das Turnier aus. (cw/pm)

Youtube | Mitschnitt der Rede von Marinus Bester
Links zum Thema:
» Homepage der StartschussMasters
» Fanpage auf Facebook
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Tags: marinus bester, hsv, startschussmasters, schwule fußballer
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Reaktionen zu "HSV-Teammanager für kollektives Coming-out"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
03.11.2013
10:00:01


(+4, 6 Votes)

Von Timon


Ich stimme vollkommen zu, dass sich mehrere Spieler verschiedener Vereine gemeinsam outen sollten. Das macht es viel leichter, als wenn es nur einzelne sind.

Es wird wirklich langsam Zeit, die Selbstverleugnung zu beenden und als wahre sportliche Idole zu sich selbst zu stehen!

Kein Fan (außer vielleicht irgendwelche faschistischen Idioten, die einem egal sein sollten) hat was dagegen, wenn seine Idole schwul sind. Aber was sie wirklich enttäuschen würde, wäre von ihren Idolen belogen und betrogen zu werden und von ihnen ein Schmierentheater vorgeführt zu bekommen...


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#2
03.11.2013
10:33:16


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Zeit des Schrankschwesterndaseins für einige Profifußballer ist abgelaufen, Coming Out jetzt!


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#3
03.11.2013
18:49:28


(+2, 4 Votes)

Von Timm Johannes


Da haben wir längst jede Menge geouteter Profisportler in den unterschiedlichsten Sportarten, das selbst der gut informierte LGBT-Aktivist den Überblick mittlerweile verliert; aber im deutschen Profifußball der Männer in der Bundesliga hat sich dort noch nichts ergeben. Skifahren, Turmspringen, Basketball, Handball, Pferdereitsport, Tennis, Golf, Volleyball, Schwimmen, Fechten, Fahrradfahren, usw. überall sind geoutete homosexuelle erfolgreiche Profisportler mittlerweile medial bekannt´.

Woran das wohl liegt, das es gerade im deutschen Profifußball in der Bundesliga bisher "so wenig Veränderungen" gibt ?

Liegt es daran, dass die Fußballbundesliga von allen Sportarten mit Abstand das "liebste Kind" des deutschen Heteromannes ist ?!?!?


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#4
04.11.2013
03:09:50


(+4, 4 Votes)

Von ongtay
Aus Landshut (Bayern)
Mitglied seit 12.09.2013


Allein schon daß kein Heterosexueller, der etwas Wohlmeinendes über Homosexuelle sagt, es schafft, sich einmal NICHT überdeutlich von den Menschen abzugrenzen, deren Normalität er zu betonen versucht, zeigt den Mangel an Entspanntheit, den das Thema noch stets durchzieht. ("Ich bin Hetero...") Will doch keiner Wissen, daß er hetero ist. Ich dachte, das wäre nicht wichtig? Das ist Homophobie im genauen Wortsinne. Schwule sind in Ordnung, aber wenn jemand annehmen könnte, ich sei selbst schwul (auch wenn das nicht stimmt) ist das eine Katastrophe. Die gelebte Homophobie im LGBT-Aktivismus erinnert mich ganz stark an rassistische Entwicklungspolitik bzw. deren Plakate, auf denen Schwarzsein gleichbedeutend ist mit "arm", "krank" und "unfähig, sich selbst zu helfen".


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#5
04.11.2013
09:14:24


(0, 4 Votes)

Von Gayreporter


Und wieder ist es so: Wo Hamburg ist, ist vorn,. Ich liebe diese Stadt, ach es ist ja meine Heimat...


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#6
04.11.2013
18:52:08


(0, 4 Votes)

Von snow


Ich finde Fussball einfach nur scheisse und mich ärgert immer wenn dieser Schwachsinn im TV kommt


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