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"Bochow-Studie" ohne Bochow

Wie leben schwule Männer heute?


Wie monogam, wie promisk leben schwule Männer wirklich? Die "Bochow-Studie" gibt seit über 25 Jahren interessante wie hilfreiche Antworten für die Prävention (Bild: Wiki Commons / Carloxito / CC-BY-SA-3.0)

Im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die zehnte Befragung zur Lebenssituation schwuler Männer in Deutschland und ihrem Umgang mit HIV/Aids begonnen.

In der Szene kennt man sie kurz und knapp als die "Bochow-Studie". Seit mehr als 25 Jahren findet in Deutschland im Abstand von etwa drei Jahren eine große Befragung von Männern statt, die Sex mit anderen Männern (MSM) haben. Unter der langjährigen Leitung des schwulen Soziologen und Aktivisten Michael Bochow fanden sich die ersten Fragebögen als Beilage in westdeutschen schwulen Monatszeitschriften. Nach der Wiedervereinigung wurde die Studie auf die neuen Bundesländer erweitert.

Wurden die ersten beiden Befragungen 1987 und 1988 noch von der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) finanziert, fand sich ab 1991 die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als Auftraggeber und Unterstützer. So konnte sich die Untersuchung des Schutz- und Risikoverhaltens schwuler und anderer MSM als ein fester Bestandteil der HIV-Prävention in Deutschland etablieren. Die Ergebnisse der anonymen Studien waren immer wieder eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche und zielgerichtete Gesundheitspolitik.

Vom Fragebogen aus Papier zur reinen Onlinestudie


Ob Dreierbeziehung oder sexuelle Abenteuer zu dritt – der Fragebogen schließt keinen schwulen Lebensstil aus (Bild: Tom Hodgkinson / flickr / by-sa 2.0)

Seit der letzten Befragung sind nun drei Jahren vergangen. Im Jahr 2010 hatte sich die deutsche Studie der European MSM Internet Survey (EMIS) angeschlossen, zudem wurde sie erstmalig ausschließlich online durchgeführt – mit der Folge, dass so viele Männer erreicht wurden wie nie zuvor. Über die interessanten Ergebnisse hatten wir auf queer.de ausführlich berichtet.

Am 4. November ist nun die zehnte Studie angelaufen. Michael Bochow, mittlerweile 65 Jahre alt, begleitet die Jubiläums-Befragung aus dem verdienten Ruhestand. In diesem Jahr wird sie von einem Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Jochen Drewes von der Freien Universität Berlin durchgeführt. Viele Fragen – etwa nach dem Coming-out in Familie und am Arbeitsplatz, der Einstellung zur Szene, der Anzahl der Sexpartner, dem Kondomgebrauch, der Zufriedenheit mit dem eigenen Sexleben oder nach Alkohol- und Drogenkonsum – sind unverändert. Neu aufgenommen wurden jedoch u.a. erstmals Aspekte der seelischen Gesundheit und, ganz aktuell, die Gefahr durch Meningokokken. Außerdem können die Teilnehmer die Präventionskampagne "Ich weiß, was ich tu" (IWWIT) der Deutschen Aids-Hilfe bewerten.

Die Befragung läuft noch bis Ende Dezember 2013, die Ergebnisse sollen im Herbst 2014 veröffentlicht werden.

queer.de unterstützt diese Umfrage. Wir möchten dich einladen, daran teilzunehmen. Sie ist anonym, sicher (es wird keine IP-Adresse gespeichert) und beansprucht etwa 30 Minuten deiner Zeit.



#1 ZentralAnonym
  • 04.11.2013, 09:33h
  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Nichtaufklärung behandelt homosexuell empfindende Jugendliche in ihrer groß angelegten und massenmedial gehypten Wiederholungsbefragung zur "Jugendsexualität" seit 2010 als nicht existent. Die einzige, ohnehin erschreckend verklausulierte Frage zu homosexuellen Kontakten wurde aus dem Fragenkatalog gestrichen.

    Schwulsein soll und darf offensichtlich weiterhin nur im Zusammenhang mit HIV/Aids in die Wahrnehmung der breiteren Öffentlichkeit gebracht werden.

    Mit dieser unfassbaren Ignoranz gegenüber jungen Schwulen und Lesben und überhaupt dem sexuellen Selbstbestimmungsrecht von Jugendlichen, sorgt diese "Zentrale" für das genaue Gegenteil von Aufklärung und Gesundheit, sondern trägt vielmehr aktiv zur Stigmatisierung, Unsichtbarmachung und Ausgrenzung von homosexuell empfindenden Jugendlichen bei.
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#3 DDRbuergerAnonym
  • 04.11.2013, 10:06h
  • Ich kann an der Umfrage nicht Teilnehmen, denn ich müßte bereits bei den ersten Fragen Lügen. "Wo sind sie geboren?" - da fehlt die DDR.

    Wenn ich "Deutschland" angebe ist das eine Lüge...

    Oder ist es den Machern Scheißegal wenn sie belogen werden? Dann kann ich eh nicht teilnehmen denn Lügen ist nicht mein Fall...
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#4 FOX-NewsAnonym
  • 04.11.2013, 10:16h
  • Der Fragebogen ist inkonsequent. Wenn man ankreuzt, dass man keinen Sex mit anderen ausser dem eigenen Partner hatte, kommt als nächste Frage, ob ich mit dem anderen Sexpartner mit oder ohne Kondom rumgemacht habe. Wie schlecht ist der denn programmiert?!
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#6 FaktencheckAnonym
#7 FOX-NewsAnonym
#9 userer
#10 SmileyEhemaliges Profil